DAX unter Druck: Ölpreisanstieg und Fed-Zinsentscheid belasten Märkte
Der deutsche Aktienmarkt steht zum Wochenstart unter Druck. Der Broker IG taxiert den DAX vor Handelsbeginn 0,3 Prozent tiefer auf 25.490 Punkte. Damit bleibt der Leitindex in der Nähe seines Ende-Juli-Tiefs von 25.361 Punkten, das am Donnerstag markiert wurde. Am Freitag hatte der Index noch um 0,8 Prozent auf 25.568 Punkte zugelegt, schloss die Woche jedoch mit einem Minus von rund 1,8 Prozent ab.
Die angespannte Lage auf dem Ölmarkt belastet die Stimmung der Anleger erheblich. Nach erneuten Angriffen auf Saudi-Arabien und Schiffe im Persischen Golf ist der Ölpreis kräftig gestiegen. Die Attacken schüren Befürchtungen vor einer Verknappung des Angebots und verstärken die Inflationssorgen an den Finanzmärkten.
Fed-Zinsentscheid im Fokus
Die steigenden Energiepreise heizen die Inflationsdebatte weiter an und erhöhen den Druck auf die Zentralbanken. Nach unerwartet hohen US-Verbraucherpreisdaten vom Freitag rechnen die Märkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent mit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve am Mittwoch.
Lloyd Chan, Analyst der Bank Mitsubishi UFJ, erläutert die Zwickmühle der Notenbank:
Eine anziehende Inflation rechtfertigt zwar eine straffere Geldpolitik. Weitere Zinserhöhungen würden aber auch die Kreditkosten der Regierung in die Höhe treiben, während Haushaltsdefizite und die Belastung durch den Schuldendienst bereits unter genauer Beobachtung stehen.
Höhere Zinsen belasten die Aktienmärkte tendenziell, da sie die Finanzierungskosten von Unternehmen erhöhen und Gewinne schmälern können. Zudem verteuern sie Investitionen und machen Anleihen als alternatives Investment attraktiver. Auf die Konjunktur können sie dämpfend wirken.
Trump erhöht Druck auf Notenbank
US-Präsident Donald Trump hat vor dem anstehenden Zinsentscheid erneut Druck auf die Fed ausgeübt. Auf die Frage einer Journalistin bekräftigte er seine Drohung eines Handelsstopps mit bestimmten Ländern, sollte der Zentralbankrat die Geldpolitik nicht lockern.
Anfang September hatte Trump auf Truth Social in Richtung Fed geschrieben:
Senkt die Zinsen, oder ich breche den Handel mit Ländern ab, mit denen wir ein Defizit haben.
Die EZB hatte in der vergangenen Woche bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr den Leitzins angehoben.
Asiatische Börsen ohne klare Richtung
Die asiatischen Aktienmärkte zeigten zum Wochenauftakt ein uneinheitliches Bild. In Tokio gab der Nikkei-Index 0,8 Prozent auf 63.498 Punkte nach, während der breiter gefasste Topix um 0,7 Prozent auf 4.054 Zähler zulegte. Die Börse Shanghai blieb nahezu unverändert bei 3.888 Punkten. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,4 Prozent auf 4.493 Punkte.



