Privatfinanziertes Dorfgemeinschaftshaus: Richtfest in Sollerup gefeiert
In Sollerup im Kreis Schleswig-Flensburg wurde am Samstag das Richtfest für ein neues Dorfgemeinschaftshaus gefeiert. Das Besondere an dem Projekt: Finanziert wird der Bau nicht aus öffentlichen Mitteln, sondern von Astrid und Ernst Arp, einer Familie aus dem Dorf. Das ist ungewöhnlich, denn üblicherweise werden Dorfgemeinschaftshäuser in ländlichen Gemeinden öffentlich gefördert.
Die Familie Arp ist seit 1851 in Sollerup aktiv und möchte mit dem Projekt der Gemeinde etwas zurückgeben. Der Neubau entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Landgasthofes an der Dorfstraße 11, der in der Vergangenheit bereits als Treffpunkt für die Gemeindevertretung diente. Damit knüpft das Vorhaben an die Tradition des Standortes als Begegnungsstätte an.
Sollerup, eine Gemeinde mit rund 450 Einwohnerinnen und Einwohnern im westlichen Teil des Kreises Schleswig-Flensburg, gehört zum Amt Eggebek, einem Gemeindeverband mit etwa 9.336 Einwohnern. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von knapp 13 Quadratkilometern und zählt mit einer Bevölkerungsdichte von rund 37 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den dünn besiedelten Orten der Region. Das Dorf liegt nahe der Grenze zum Kreis Nordfriesland und ist umgeben von natürlichen Attraktionen wie dem Staatsforst Büschau, dem Bach Jerrisbek und dem Treenetal.
Ein Zentrum für Vereine und Veranstaltungen
Nach Angaben von Bürgermeister Ingo Hansen fehlte in Sollerup schon seit längerem ein zentraler Ort für die Dorfgemeinschaft. Das neue Haus soll diese Lücke schließen und Raum für Vereine, Kartenrunden und Feste bieten. Geplant ist ein Saal mit Platz für über 100 Personen sowie Küche, Sanitär- und Abstellräume.
Dorfgemeinschaftshäuser haben in ländlichen Regionen Deutschlands eine lange Tradition. Sie dienen dazu, soziale und kulturelle Lücken in Dörfern zu schließen, die Identifikation der Bewohner mit ihrem Heimatort zu stärken und die Abwanderung aus ländlichen Gebieten zu verringern. Besonders in Bundesländern wie Hessen gibt es rund 1.500 solcher Einrichtungen.
Betrieb soll langfristig gesichert werden
Bürgermeister Hansen plant, ein Team aufzustellen, das sich künftig um die Finanzierung und Auslastung des Gemeinschaftshauses kümmern soll. Ziel ist es, das Haus dauerhaft als Begegnungsstätte für alle Solleruper zu etablieren und die Dorfgemeinschaft zu stärken.
Die Geschichte Sollerups reicht weit zurück. Das Wappen der Gemeinde zeigt ein Mühlrad, das auf die historische Wassermühle in Sollerup-Mühle verweist, die bereits um 1500 urkundlich erwähnt wurde. Eine wellenförmige Deichsel symbolisiert die Stelle, an der der Jerrisbek in die Treene mündet.
Mit dem neuen Dorfgemeinschaftshaus erhält Sollerup einen Ort, der die Gemeinschaft zusammenführen und das dörfliche Leben bereichern soll. Die private Finanzierung durch die Familie Arp zeigt, wie stark die Verbundenheit mit dem Heimatort sein kann.







