Münsters Polizei mahnt zu friedlichem Protest bei "Gen Z regelt"

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Für die Demonstration am Samstag, 31. Oktober 2026, erwartet die Polizei Münster einen friedlichen Verlauf. Sie appelliert an die Beteiligten, "friedliche gelebte Demokratie" zu zeigen. Hinweise auf einen unfriedlichen Verlauf hat die Behörde derzeit nicht; sie bereitet sich aber auch darauf vor.

200 Menschen für den Aufzug angemeldet

Nach der Mitteilung der Polizei vom 29. Oktober soll der Aufzug am Halloween-Samstag von 14 bis 16 Uhr vom Hafenplatz zur Stubengasse führen. Die Anmeldung nennt 200 Teilnehmende und das Thema "Gen Z regelt: Gegen Wehrpflicht, kaputte Schulen, Rechtsruck, Sozialkürzungen". Die Stellungnahme folgte einen Tag nach einer Recherche der Westfälischen Nachrichten zu den Hintergründen der Proteste.

Als Anmelderin tritt in Münster die Bildungs-Gesellschaft für Arbeiter*innen auf. Der Polizei sind sowohl der Verein als auch bestehende Zusammenhänge zu linksextremistischen Gruppierungen bekannt. Diese Verbindungen fließen nach Angaben der Behörde in ihre laufende Lagebewertung ein. In den meisten anderen NRW-Städten meldeten dagegen Privatpersonen die Kundgebungen an, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Münsteraner Aufruf außerhalb der offiziellen Standortliste

Der Aufruf in Münster wird nach Recherchen von MS Aktuell vom 28. Oktober eigenständig über den Instagram-Account "genz_regelt_muenster" verbreitet. Auf der offiziellen Standortliste der bundesweiten Initiative "Gen Z regelt" ist Münster demnach nicht verzeichnet.

MS Aktuell zufolge wirken an den Vorbereitungen Personen aus dem Umfeld der Gruppen "Klasse Gegen Klasse" und "Waffen der Kritik" mit. Beide Gruppen haben Verbindungen zur trotzkistischen Revolutionären Internationalistischen Organisation (RIO). Der NRW-Verfassungsschutz rechnet RIO und Waffen der Kritik dem linksextremistischen Spektrum zu. Er verweist dabei ausdrücklich auch auf Aktivitäten an Hochschulen in Münster und Dortmund.

Die bundesweite Initiative ruft für den 31. Oktober ab 14 Uhr in 23 deutschen Städten zu Protesten auf. Für Inhalte und Organisation ist sie nach eigenen Angaben in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Köln selbst verantwortlich. An den übrigen Standorten übernehmen lokale Gruppen, die sich der Initiative angeschlossen haben, die Organisation. Die Landesschülervertretung NRW unterstützt die Forderungen von "Gen Z regelt".

Die auf der Aktionswebsite genannten Teilnehmerzahlen liegen deutlich über den Angaben bei der Polizei: Bis Montag, 26. Oktober, hatten sich laut Website bundesweit mehr als 134.000 Menschen in 23 Städten angemeldet. Für NRW stellte die Website fast 40.000 Teilnehmende in Aussicht, während bei der Polizei landesweit nicht einmal 10.000 angemeldet waren. Für Essen, Düsseldorf und Münster bewegten sich die polizeilich angemeldeten Zahlen zunächst lediglich im niedrigen zwei- oder dreistelligen Bereich.

NRW ordnet Polizeipräsenz an

Vor den Protesten warnte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) vor Randale: "Wer in Nordrhein-Westfalen Proteste missbraucht, um Hass und Chaos zu organisieren, der wird auf eine Polizei treffen, die robust dagegenhält." Ein Erlass sensibilisierte die Polizeibehörden dafür, am 31. Oktober deutlich Präsenz zu zeigen und bei Gewalt offensiv einzuschreiten. Zugleich erklärte das Innenministerium, der Polizei in NRW lägen keine konkreten Hinweise auf gewalttätige Aktionen oder Ausschreitungen vor.

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf berichtete das Ministerium außerdem über Erkenntnisse des NRW-Verfassungsschutzes zur Mobilisierung. Demnach rufen auch Akteure aus dem linksextremistischen Spektrum und dem auslandsbezogenen Extremismus zu den Protesten auf. Die Erkenntnisse reichen laut Ministerium bis hin "zur Verbindung von linksextremistischer Symbolik mit Gewalthandlungen".

Was beim Wehrdienst bereits gilt

Die Wehrpflicht gehört zu den Themen des Münsteraner Protests. Nach dem von MS Aktuell am 28. Oktober beschriebenen Stand gilt seit Januar 2026 ein neuer Wehrdienst, der zunächst freiwillig ist. Verpflichtend ist für junge Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 jedoch die Beantwortung eines Fragebogens zur Wehrerfassung.

Für diese Jahrgänge ist ab Juli 2027 zudem eine verpflichtende Musterung vorgesehen. Eine allgemeine Pflicht, Wehrdienst zu leisten, besteht damit noch nicht. Über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht müsste der Bundestag gesondert entscheiden.

#Verfassungsschutz#Polizei
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