27-Jähriger in Berlin-Neukölln erschossen – Täter flüchtig

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In der Nacht zu Montag wurde ein 27-jähriger Mann auf der Planetenstraße in Neukölln tödlich angeschossen. Die Polizei fahndet nach den Tätern, die Hintergründe sind unklar.

27-Jähriger in Berlin-Neukölln erschossen – Täter flüchtig

Ein 27 Jahre alter Mann ist in der Nacht zu Montag gegen 2.30 Uhr auf der Planetenstraße an der Sonnenallee in Berlin-Neukölln durch Schüsse getötet worden. Anwohner und weitere Zeugen hatten die Schüsse gehört und die Polizei alarmiert. Die ersten eintreffenden Kräfte fanden den schwer verletzten Mann auf dem Gehweg. Trotz Wiederbelebungsversuchen durch einen Notarzt verstarb das Opfer noch am Tatort. Die mutmaßlichen Täter sind geflüchtet.

Polizeisprecher Florian Nath erklärte, dass die Hintergründe der Tat noch unklar seien. Es werde ermittelt, ob einer oder mehrere Verdächtige hinter den Schüssen steckten. Auch sei nicht geklärt, ob die Schüsse nur dem getöteten Mann oder möglicherweise weiteren Personen gegolten hätten.

Serie von Schusswaffenvorfällen in Berlin

Die tödliche Attacke reiht sich ein in eine Serie von Schusswaffenvorfällen in der Hauptstadt. Am 9. August 2026 war ein 30-Jähriger gegen 23.50 Uhr am Bahnhof Zoo auf dem Hardenbergplatz erschossen worden, nachdem mehrere Menschen in Streit geraten waren. Einen Monat später, am 1. September, wurde ein 26-Jähriger in Schöneberg durch mehrere Schüsse aus einer Personengruppe heraus schwer verletzt. Vor zwei Tagen kam es in Niederschönhausen zu einem Vorfall mit einer Schreckschusswaffe.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich wenig überrascht von dem weiteren Todesopfer.

Es kann nicht verwundern, dass die aktuelle Welle an gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Schusswaffen Todesopfer bringt

teilte GdP-Sprecher Benjamin Jendro mit.

Berlin ist die Hauptstadt der Waffengewalt. Machtverhältnisse in der OK werden stetig neu ausgelotet.

Selbst bei persönlichen Fehden würden

statt Argumenten eher Kugeln ausgetauscht

.

Dramatischer Anstieg der Schusswaffenkriminalität

Die Zahlen belegen den dramatischen Anstieg der Schusswaffenkriminalität in Berlin. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1.119 Straftaten mit Schusswaffen erfasst – ein Anstieg um 68 Prozent gegenüber 666 Fällen im Jahr 2024. Davon wurde in 515 Fällen tatsächlich geschossen, in 604 Fällen mit einer Schusswaffe gedroht. Bis zum 5. August 2026 registrierte die Polizei bereits 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen. Zwischen Januar und Ende Mai 2026 wurden 355 Fälle polizeilich erfasst, verglichen mit 349 Fällen im Vorjahreszeitraum.

Polizeiliche Maßnahmen gegen Waffengewalt

Als Reaktion auf die steigende Gewalt hat die Polizei im November 2025 die Sondereinheit Ferrum beim Landeskriminalamt Berlin gegründet. Die Einheit hat in den rund neun Monaten seit ihrer Gründung mehr als 600 Verfahren angestoßen, 68 Haftbefehle erwirkt und mehr als 3.800 Fahrzeuge sowie 866 Lokale und Geschäfte kontrolliert. Parallel dazu arbeitet bei der Staatsanwaltschaft die Ermittlungsgruppe Telum, die sich auf die Aufklärung organisierter Strukturen hinter Schießereien, illegalem Waffenbesitz und Schutzgelderpressung konzentriert.

Der Tatort Sonnenallee in Neukölln ist ein Brennpunkt der Hauptstadt. Die Straße ist bekannt für ihre vielfältigen Geschäfte, gilt aber auch als Problemgegend mit hoher Kriminalität. Regelmäßig finden dort Verbundeinsätze verschiedener Behörden gegen Strukturen der organisierten Kriminalität statt.

#Rechtsextremismus#Polizei
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