Telefonbetrug und Fake-Shops: Mehrere Betrugsfälle in Sachsen-Anhalt mit hohen Schäden

telefonbetrug-156.jpg

Im Burgenlandkreis verliert ein Mann 30.000 Euro durch Telefonbetrug mit manipulierter Rufnummernanzeige. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld fallen mehrere Personen auf Fake-Shops herein. Die Polizei warnt vor zunehmend raffinierteren Betrugsmaschen.

Telefonbetrügerin bringt Weißenfelser um 30.000 Euro

Im Burgenlandkreis ist ein Mann aus Weißenfels Opfer eines raffinierten Telefonbetrugs geworden und hat dabei 30.000 Euro verloren. Eine Frau, die sich als Mitarbeiterin seiner Bank ausgab, brachte ihn dazu, in seiner Banking-App verschiedene Handlungen vorzunehmen. Besonders perfide: Auf dem Display erschien die Originalnummer des Geldinstituts, wie die Polizei mitteilte.

Die Betrüger nutzten dabei eine Methode namens Call-ID-Spoofing, bei der die Rufnummernanzeige manipuliert wird, sodass die Nummer eines seriösen Absenders erscheint. Trotz neuer Sicherheitsregeln für Telekommunikationsanbieter, die seit Dezember 2022 gelten und beispielsweise verhindern sollen, dass Anrufe aus dem Ausland deutsche Rufnummern anzeigen, gelingt es Kriminellen immer wieder, diese Schutzmechanismen zu umgehen.

Der Fall reiht sich ein in eine bundesweite Entwicklung: Allein im Juni 2026 wurden in Deutschland 626.555 Fälle von Telefonbetrug registriert – ein Anstieg von 19,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Experten warnen, dass Kriminelle zunehmend auch Deepfakes und Künstliche Intelligenz einsetzen, um Stimmen nachzuahmen und das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen.

Mehrere Betrugsopfer durch Fake-Shops im Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind mehrere Personen auf betrügerische Online-Shops hereingefallen. Den höchsten Schaden erlitt laut Polizei ein 19-Jähriger aus Diebzig, der für knapp 1.200 Euro ein aufwendiges Kostüm in Auftrag gegeben hatte, das nie geliefert wurde.

In Köthen bezahlte eine 38-jährige Frau mehr als 200 Euro für einen Kühlschrank, bevor sie feststellte, dass es sich bei dem Händler um einen Fake-Shop handelte. Ein 40-Jähriger aus Sandersdorf verlor gut 100 Euro beim Kauf eines Fahrradcomputers auf einer Kleinanzeigen-Plattform. Unmittelbar nach der Bezahlung erhielt er die Benachrichtigung, dass der Verkäufer ein Betrüger sei.

Das Problem ist bundesweit massiv: Bei den Verbraucherzentralen gingen 2025 rund 10.000 Beschwerden zu Fake-Shops ein. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale hat mittlerweile über 86.000 betrügerische Online-Shops in seiner Datenbank erfasst, täglich kommen neue hinzu. Laut einer Schufa-Umfrage vom Februar 2025 ist bereits jeder vierte Verbraucher in Deutschland einmal Opfer von Online-Betrug geworden.

Polizei gibt Sicherheitshinweise

Die Polizei weist darauf hin, dass Bankmitarbeiter niemals telefonisch dazu auffordern, Zugangsdaten und Sicherheitscodes preiszugeben oder Überweisungen beziehungsweise Freigaben in der Banking-App vorzunehmen. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch beenden und die Bank über die bekannte Telefonnummer selbst kontaktieren. Kunden sollten sich nicht unter Druck setzen lassen und keine unbekannten Aufträge freigeben.

Bei Einkäufen im Internet empfiehlt die Polizei sichere Zahlungswege und einen versicherten Versand. Der Kauf auf Rechnung kann vor Betrug durch Fake-Shops schützen. Bei einem bereits entstandenen Schaden sollten Betroffene sofort ihre Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

In Sachsen-Anhalt wurden 2025 insgesamt 172.776 Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 57,4 Prozent – der höchsten seit 2012.

#Künstliche Intelligenz#Polizei
← Zurück zu Kriminalität

Weitere Meldungen