Deutschland und USA vereinbaren engere Zusammenarbeit bei Rüstungsprojekten

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Verteidigungsminister Pistorius und sein US-Amtskollege Hegseth unterzeichnen in Washington eine Absichtserklärung zur verstärkten Kooperation. Die USA loben Deutschlands Fortschritte bei den Verteidigungsausgaben.

Deutschland und USA vereinbaren engere Zusammenarbeit bei Rüstungsprojekten

Deutschland und die Vereinigten Staaten intensivieren ihre Kooperation im Rüstungsbereich. Verteidigungsminister Boris Pistorius und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth unterzeichneten bei einem Treffen in Washington eine Absichtserklärung, die den Rahmen für eine deutlich engere Zusammenarbeit schaffen soll.

Die Vereinbarung zielt darauf ab, den erheblichen Bedarf an Waffen, Munition und militärischer Ausrüstung innerhalb der NATO verstärkt durch deutsche Produktionskapazitäten zu decken. Nach Hegseth eröffnet das Abkommen neue Möglichkeiten für die gemeinsame Entwicklung, Produktion und Lizenzfertigung von Rüstungsgütern. Auch Wartungs- und Instandhaltungskapazitäten sollen ausgebaut werden.

Genau das sollten verbündete Länder tun

betonte Hegseth bei der Unterzeichnung. Das erklärte Ziel sei es, "leistungsfähige Systeme für amerikanische, deutsche und verbündete Streitkräfte in großem Maßstab und zügig bereitzustellen, um maximale Schlagkraft zu erzielen". Pistorius stellte Deutschlands "Know-how und Kapazitäten für die gemeinsame Produktion" zur Verfügung.

USA würdigen deutsche Verteidigungsanstrengungen

Hegseth lobte Deutschland für seine Vorreiterrolle bei der Stärkung der NATO in Europa. Das Land nähere sich dem NATO-Verteidigungsziel von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts "und geht dabei mit gutem Beispiel voran", sagte der US-Minister. Das Ziel von fünf Prozent des BIP wurde im Juni 2025 beim NATO-Gipfel in Den Haag beschlossen und soll bis 2035 erreicht werden. Es setzt sich zusammen aus 3,5 Prozent für militärische Kernausgaben und 1,5 Prozent für sicherheitsrelevante Bereiche wie Cybersicherheit, kritische Infrastruktur und zivile Resilienz.

Deutschland hat seine Verteidigungsausgaben in den vergangenen Jahren erheblich erhöht. Der Verteidigungshaushalt für 2026 beläuft sich auf rund 108 Milliarden Euro, wovon 82,7 Milliarden aus dem regulären Haushalt und 25,5 Milliarden aus dem Sondervermögen stammen. Dies entspricht etwa 2,8 Prozent des BIP. Die Bundesregierung plant, bis 2029 die Schwelle von 3,5 Prozent zu erreichen. 2025 wurde Deutschland mit Verteidigungsausgaben von 114 Milliarden US-Dollar zum viertgrößten Militärausgeber weltweit – ein realer Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit die größte Steigerung unter den wichtigen NATO-Staaten.

Waffenlieferungen und F-35-Übergabe

Die USA haben Deutschland bereits den Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern zugesagt. Die Zustimmung erfolgte im Juli 2026 beim NATO-Gipfel in Ankara, wo die US-Regierung eine Absichtserklärung unterzeichnete und eine formelle Genehmigung bis August zusicherte. Die Marschflugkörper haben eine Reichweite von über 1.600 Kilometern und sollen mit bodengestützten Typhon-Startrampen eingesetzt werden. Einzelheiten müssen allerdings noch geklärt werden.

Während seines Aufenthalts will Pistorius zudem den ersten Tarnkappen-Kampfjet vom Typ F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang nehmen. Deutschland hatte im Dezember 2022 insgesamt 35 F-35A-Jets für rund 8,4 Milliarden US-Dollar bestellt, deren Auslieferung 2026 beginnen sollte. Zusätzlich genehmigte die Bundesregierung 2025 den Kauf von weiteren 15 F-35 für etwa 2,5 Milliarden Euro. Die Flugzeuge sollen die alternden Tornado-Jets ersetzen und Deutschlands Rolle im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO übernehmen.

Deutliche Verbesserung der Beziehungen

Der Besuch von Pistorius in Washington markiert eine deutliche Verbesserung der deutsch-amerikanischen Verteidigungsbeziehungen. Zuletzt hatte der Minister die US-Hauptstadt im Sommer 2025 besucht. Noch im vergangenen Jahr hatte es aus Washington erhebliche Kritik an der Bundesregierung gegeben. Seitdem hat Deutschland jedoch seine Verteidigungsausgaben deutlich gesteigert und seine Führungsrolle bei der militärischen Unterstützung der Ukraine ausgebaut.

Die Entwicklung Deutschlands fügt sich in einen breiteren NATO-Trend ein: 2025 überschritten erstmals alle Bündnispartner das bisherige Zwei-Prozent-Ziel. Die europäischen Verbündeten und Kanada erhöhten ihre Verteidigungsausgaben von 2024 auf 2025 um 20 Prozent – ein Anstieg von über 90 Milliarden US-Dollar.

Die deutschen Verteidigungsinvestitionen werden durch das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen finanziert, das nach Russlands Invasion der Ukraine 2022 eingerichtet wurde. Dieses Sondervermögen wird bis Ende 2026 weitgehend aufgebraucht sein. Als Nachfolger ist das "Bundeswehr-Investitionsprogramm" geplant, das über einen Zeitraum von zwölf Jahren ein Volumen von 377 Milliarden Euro umfassen soll.

#Bundeswehr#NATO#USA
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