Nach Bas-Rücktritt: SPD-Parteitag mit Vorsitzwahl Mitte Januar
Die SPD hat nach dem Rücktritt von Co-Parteichefin Bärbel Bas einen Sonderparteitag für den 16. und 17. Januar 2027 in Bremen angesetzt. Dort soll nicht nur die Doppelspitze, sondern der gesamte Parteivorstand neu gewählt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen erfuhr. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte zuvor über den Termin berichtet.
Bas, die zuvor als Bundesministerin für Arbeit und Soziales amtierte, hatte am Montag ihren Rücktritt von der Parteispitze erklärt. Die Politikerin war von Oktober 2021 bis März 2025 Bundestagspräsidentin gewesen und hatte als dritte Frau nach Annemarie Renger und Rita Süssmuth dieses Amt bekleidet. Im Juni 2025 wurde sie gemeinsam mit Lars Klingbeil zur SPD-Vorsitzenden gewählt.
Neuwahl der gesamten Parteiführung
Das SPD-Präsidium sprach sich auf Vorschlag von Parteichef Klingbeil einstimmig für die Neuwahl der gesamten Führung aus. Klingbeil, der seit Dezember 2021 an der Parteispitze steht und zunächst mit Saskia Esken die Doppelspitze bildete, hält sich weiterhin bedeckt, ob er erneut für das Amt kandidieren wird. Der Bundesfinanzminister und Vizekanzler in der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz trägt bereits erhebliche Verantwortung in mehreren Spitzenpositionen.
Schwierige Phase für die Sozialdemokraten
Die Neuwahl findet in einer schwierigen Phase für die Sozialdemokraten statt. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 hatte die SPD mit 16,4 Prozent der Stimmen ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren. In aktuellen Umfragen liegt die Partei bei lediglich 13 bis 14 Prozent, weit entfernt von den 25,7 Prozent, mit denen sie 2021 noch stärkste Kraft geworden war.
Mögliche Kandidatinnen für die Doppelspitze
Als mögliche Kandidatinnen für die Doppelspitze werden in der Partei die Ministerpräsidentinnen Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern und Anke Rehlinger aus dem Saarland gehandelt. Der in Umfragen populärste SPD-Politiker, Verteidigungsminister Boris Pistorius, hat eine Kandidatur bereits ausgeschlossen.
Die Wahl der Führung in Bremen hat auch symbolische Bedeutung: Am 30. Mai 2027 wird dort die Bürgerschaft, das Landesparlament, neu gewählt. Die SPD führt seit 2019 wieder eine Doppelspitze, nachdem Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nach einer Mitgliederbefragung zu Co-Vorsitzenden gewählt worden waren. Es war das erste Mal seit der Nachkriegszeit, dass die Partei zu diesem Führungsmodell zurückkehrte.





