Trump verkündet historisches Öl-Abkommen mit Venezuela über 65 Milliarden Barrel
US-Präsident Donald Trump hat eine weitreichende Vereinbarung über den Zugang zu venezolanischen Erdölvorkommen bekanntgegeben. Die Vereinigten Staaten erhalten damit die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel aus den Ölreserven Venezuelas, wie Trump über seinen Onlinedienst Truth Social mitteilte. Er bezeichnete die Vereinbarung als "größten Öl-Deal in der Weltgeschichte". Nach Angaben des Präsidenten würden sich die US-Ölreserven durch das Abkommen mehr als verdoppeln.
Die Vereinbarung wurde laut Trump in Abstimmung mit der geschäftsführenden Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, geschlossen. Rodríguez, die seit 2018 als Vizepräsidentin fungierte, wurde am 5. Januar 2026 als Übergangspräsidentin vereidigt, zwei Tage nach der Festnahme ihres Vorgängers Nicolás Maduro. Laut Trump ist auch die Privatwirtschaft an der Vereinbarung beteiligt. Weitere Details zu den konkreten Modalitäten des Abkommens sind bisher nicht bekannt.
Größte Ölreserven weltweit trotz eingebrochener Produktion
Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Erdölreserven von mehr als 303 Milliarden Barrel und liegt damit deutlich vor Saudi-Arabien, das mit etwa 267 Milliarden Barrel auf Platz zwei rangiert. Die venezolanischen Vorkommen machen rund 17 Prozent der globalen Ölreserven aus. Der Großteil konzentriert sich auf den Orinoco-Gürtel, wo überwiegend schweres Rohöl lagert, dessen Förderung aufwendiger und teurer ist als die konventioneller Vorkommen.
Trotz dieser enormen Reserven produziert Venezuela derzeit nur etwa 1,25 Millionen Barrel pro Tag – ein drastischer Rückgang im Vergleich zum historischen Höchststand von 3,5 Millionen Barrel täglich in den 1970er Jahren. Der Produktionseinbruch ist Folge jahrzehntelanger Misswirtschaft, mangelnder Investitionen und internationaler Sanktionen. Die Öl-Infrastruktur des Landes ist schwer beschädigt, Teile wurden aufgrund ausstehender Schulden und Vernachlässigung geplündert, demontiert und verkauft.
US-Konzerne zögern trotz enormer Reserven
Die Trump-Regierung hatte erheblichen Druck auf Caracas ausgeübt, um US-Unternehmen Zugang zu den venezolanischen Ölvorkommen zu verschaffen. Zugleich drängte Washington amerikanische Energiekonzerne zu Investitionen in Venezuela. Diese zeigen sich jedoch zurückhaltend – nicht nur wegen der desolaten Infrastruktur, sondern auch aufgrund historischer Erfahrungen mit Enteignungen ausländischer Investoren. Unter Präsident Hugo Chávez hatte Venezuela 2007 Ölprojekte im Orinoco-Gürtel verstaatlicht und die staatliche Kontrolle über den Energiesektor ausgeweitet, was zur Enteignung von Vermögenswerten internationaler Konzerne wie ExxonMobil und ConocoPhillips führte.
Energieanalysten schätzen, dass allein für eine Produktionssteigerung um 500.000 bis eine Million Barrel pro Tag Investitionen von mehr als 10 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren erforderlich wären. Angesichts dieser Herausforderungen bleibt fraglich, wie schnell sich die venezolanische Ölförderung tatsächlich steigern lässt.
Strategische Ölreserven der USA auf historischem Tiefstand
Die strategischen Ölreserven der Vereinigten Staaten befinden sich derzeit auf dem niedrigsten Stand seit November 1982. Mit etwa 289,7 Millionen Barrel sind nur noch 40,6 Prozent der Gesamtkapazität von 714 Millionen Barrel gefüllt. Zu diesem historischen Tief hat auch eine im März 2026 von Präsident Trump angeordnete Freigabe von 172 Millionen Barrel als Reaktion auf eine Ölversorgungsstörung im Zusammenhang mit Iran beigetragen. Das venezolanische Abkommen könnte somit auch dazu dienen, die stark geschrumpften US-Reserven wieder aufzufüllen.
Maduro in US-Haft
Im Januar hatten die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einem Militäreinsatz in der Hauptstadt Caracas festgenommen und außer Landes gebracht. Der 63-Jährige sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Der Prozessbeginn ist für Juni 2027 angesetzt, Maduro droht eine lebenslange Haftstrafe.

