Gastronomen in Schleswig-Holstein blicken zufrieden auf erfolgreiche Sommersaison zurück

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Zwei Drittel der Restaurantbetriebe im Land sind mit den Umsätzen des Sommers zufrieden. Trotz schwierigem Jahresstart und bundesweiter Branchenkrise profitieren sie von hohen Gästezahlen und verändertem Konsumverhalten.

Gastronomen in Schleswig-Holstein blicken zufrieden auf erfolgreiche Sommersaison zurück

Die Sommersaison in Schleswig-Holsteins Gastronomie endet auf einer positiven Note. Rund 66 Prozent der Betriebe zeigen sich zufrieden oder sehr zufrieden mit ihren Umsätzen, wie der Hotel- und Gaststättenverband Schleswig-Holstein (Dehoga) mitteilt. Die Erhebung basiert auf einer internen Umfrage unter 100 Gastronomiebetrieben.

Der Erfolg steht im deutlichen Kontrast zur bundesweiten Entwicklung. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete die deutsche Gastronomie laut Statistischem Bundesamt einen realen Umsatzrückgang von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die positive Bilanz in Schleswig-Holstein ist damit umso bemerkenswerter.

Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Ein wesentlicher Grund für die guten Geschäfte liegt in den anhaltend hohen Gästezahlen. Die Tourismusindustrie erwirtschaftete im Jahr 2024 rund 10,8 Milliarden Euro in Schleswig-Holstein und zählt damit zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen des Landes. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die Region 1,3 Prozent mehr Gäste als im Vorjahreszeitraum.

Besonders beliebte Urlaubsziele meldeten hohe Auslastungen. Die Insel Amrum erreichte nach Angaben der Amrum Touristik eine Quote von 95 Prozent. In der Schleiregion lag die Auslastung laut Ostseefjord Schlei GmbH bei über 85 Prozent. Diese Zahlen spiegeln die kontinuierliche Beliebtheit der Region als Urlaubsdestination wider, nachdem bereits 2025 mit einem Plus von 2,9 Prozent bei den Ankünften und 1,3 Prozent mehr Übernachtungen das vierte Rekordjahr in Folge erreicht worden war.

Verändertes Konsumverhalten der Gäste

Dehoga-Präsident Lutz Frank beobachtet eine Veränderung im Ausgabeverhalten der Gäste. Das Geld sitze bei vielen Menschen wieder lockerer. Zunehmend würden auch Desserts oder ein zweites Getränk geordert. Diese Entwicklung ist für die Branche besonders bedeutsam, nachdem die Betriebe seit Anfang 2022 mit Kostensteigerungen von bis zu 35 Prozent bei Energie, Lebensmitteln und Personal konfrontiert waren.

Die Verbesserung der Ertragslage könnte auch mit der zum Jahresbeginn 2026 eingeführten dauerhaften Mehrwertsteuersenkung zusammenhängen. Seit dem 1. Januar gilt für Restaurantspeisen ein reduzierter Satz von 7 Prozent statt der bisherigen 19 Prozent, während Getränke weiterhin mit 19 Prozent besteuert werden.

Wetter als entscheidender Faktor

Das außergewöhnlich warme Wetter spielte eine zentrale Rolle für den Geschäftserfolg. Im Juli 2026 erlebte Deutschland einen der heißesten Monate seit Aufzeichnungsbeginn, mit Temperaturen die stellenweise 38 Grad Celsius erreichten und damit deutlich über dem üblichen Juli-Durchschnitt von etwa 24 Grad lagen. Die vielen sonnigen und heißen Tage füllten Terrassen und Biergärten der Region.

Der erfolgreiche Sommer fällt umso mehr ins Gewicht, da die ersten Monate des Jahres durchwachsen verliefen. Im Juni 2026 sanken die Übernachtungszahlen um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten vier Monaten des Jahres lag die Zahl der Übernachtungen in elf touristischen Modellorten sogar 9,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie der Sparkassen Tourismusbarometer zeigte. Die starke Sommersaison konnte diese Rückstände jedoch weitgehend kompensieren.

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