Rakovina Therapeutics sichert sich Exklusivrechte an KI-optimiertem Krebswirkstoff kt-5000

lake-5fc5addf-0e16-42ff-b9f6-cec9cff6ea27-0.jpg

Das kanadische Biopharma-Unternehmen Rakovina hat seine Vereinbarung mit Variational AI erweitert und erhält exklusiven Zugang zum optimierten Zielprofil seines ATR-Inhibitor-Programms kt-5000. Die Verlängerung beinhaltet kostenlose weitere Optimierungszyklen bis Jahresende.

Rakovina Therapeutics sichert sich Exklusivrechte am optimierten kt-5000-Wirkstoffprofil von Variational AI

Rakovina Therapeutics Inc., ein auf KI-gestützte Krebstherapien spezialisiertes biopharmazeutisches Unternehmen, hat am 14. Oktober 2026 eine Änderung und Verlängerung seiner Forschungsvereinbarung mit Variational AI Inc. aus Vancouver bekannt gegeben. Die neue Vereinbarung gewährt Rakovina Exklusivrechte an dem Zielproduktprofil seines kt-5000-ATR-Inhibitor-Programms.

Gemäß der Vertragsänderung wird Variational AI während der gesamten Laufzeit keine Wirkstoffverbindungen für Dritte entwickeln oder bereitstellen, die auf die von Rakovina definierte spezifische Kombination aus Wirksamkeit, Selektivität, arzneimittelähnlichen Eigenschaften und Hirndurchdringung ausgelegt sind. Diese Exklusivität ist für Rakovina von besonderer Bedeutung, da die Fähigkeit zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt. Während mehrere ATR-Inhibitoren derzeit in klinischen Studien getestet werden, weisen die meisten eine begrenzte Penetration des zentralen Nervensystems auf und sind daher für die Behandlung von Hirntumoren und Hirnmetastasen nur eingeschränkt geeignet.

Die Blut-Hirn-Schranke verhindert, dass etwa 98 Prozent aller niedermolekularen Wirkstoffe ins Gehirn gelangen, was die Entwicklung von Therapien gegen Hirnkrebs erheblich erschwert. Rakovinas kt-5000-Programm zielt darauf ab, diese Barriere zu überwinden und gleichzeitig eine starke ATR-Hemmung zu erreichen.

Erweiterte KI-gestützte Optimierung ohne zusätzliche Kosten

Im Rahmen der erweiterten Vereinbarung stellt Variational AI Rakovina weitere Zyklen der KI-gestützten Wirkstoffoptimierung ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Bisher wurden bereits fünf Optimierungszyklen durchgeführt. Dabei kommt die generative KI-Plattform Enki zum Einsatz, die auf Millionen von experimentellen und computergestützten Datenpunkten von über 1.000 Wirkstoffzielen trainiert wurde und die Generierung neuartiger Verbindungen für 873 vortrainierte Ziele unterstützt.

Variational AI wurde von Forschern im Bereich maschinelles Lernen vom MIT, Caltech, Google Research, Microsoft Research und D-Wave Quantum gegründet. Im April 2026 veröffentlichte das Unternehmen Enki 4, eine erweiterte Version der Plattform, die die Abdeckung vortrainierter Ziele von 592 auf 760 erweiterte und die Anwendungen auf Degrader, PROTACs und Wirkstoffkomponenten für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate ausdehnte.

Die Enki-Plattform ermöglicht es, Wirkstoffkandidaten schrittweise zu optimieren sowie verschiedene Molekülvarianten zu entwickeln und nach ihrer Eignung zu priorisieren. Rakovina behält dabei die Kontrolle darüber, welche Kandidaten in Labortests und die weitere Entwicklung überführt werden.

Erhöhte Meilensteinzahlungen als Gegenleistung

Als Gegenleistung für die verlängerte Laufzeit und die erweiterte Exklusivität erhält Variational AI erhöhte Meilensteinzahlungen bei der Nominierung eines Wirkstoffkandidaten und beim Abschluss einer Auslizenzierungstransaktion. Damit werden die wirtschaftlichen Interessen beider Partner stärker am Erfolg des Entwicklungsprogramms ausgerichtet.

Einzigartiger dualer Wirkmechanismus

Das kt-5000-Programm umfasst niedermolekulare ATR-Inhibitoren, die auf einen zentralen Regulator der DNA-Schadensantwort abzielen. Eine Besonderheit der kt-5000-Verbindungen besteht darin, dass sie als einzelnes Molekül sowohl ATR als auch mTOR hemmen sollen – eine Kombination, die bisher nicht als einzelner therapeutischer Wirkstoff entwickelt wurde. Diese Dual-Hemmung könnte potenzielle Resistenzmechanismen adressieren und die therapeutische Wirksamkeit erhöhen.

Bisher hat noch kein ATR-Inhibitor eine behördliche Zulassung erhalten, obwohl mehrere Kandidaten wie Berzosertib, Ceralasertib und Gartisertib in klinischen Studien voranschreiten. ATR-Inhibitoren werden dabei in Kombination mit Chemotherapie, Strahlentherapie und Immuntherapie getestet, insbesondere bei Tumoren mit DNA-Reparaturdefiziten oder ATM-Verlust, da Defizite in der DNA-Schadensantwort therapeutische Schwachstellen in Krebszellen schaffen.

Vorklinische Daten zeigen vielversprechende Ergebnisse

Rakovina hat bereits vorklinische Daten veröffentlicht, die auf eine starke ATR-Hemmung, günstige arzneimittelähnliche Eigenschaften und die Fähigkeit zum Überwinden der Blut-Hirn-Schranke bei Wirkstoffkandidaten der kt-5000-Reihe hindeuten. Im April 2026 präsentierte das Unternehmen Daten, wonach ein kt-5000-Prototyp in einem Prostatakrebsmodell eine Tumorwachstumshemmung vergleichbar mit Ceralasertib zeigte, bei gleichzeitig signifikant verbesserter Verträglichkeit und ohne Anzeichen hämatologischer Toxizität.

Die Finanzierung des kt-5000-Programms und der erweiterten Zusammenarbeit mit Variational AI wird durch kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhungen unterstützt. Rakovina schloss im März 2026 eine Privatplatzierung über 1 Million US-Dollar ab und strukturierte bestehende Schuldverschreibungen im Wert von 1,59 Millionen US-Dollar um. Nach dem 30. Juni 2026 wurden weitere 1,99 Millionen US-Dollar in einer nachfolgenden Finanzierungsrunde eingeworben.

#Krebsforschung#Künstliche Intelligenz
← Zurück zu Forschung