Bauzaun und Container vor dem Eingang
Seit Sommer 2026 ist an der Villa am Hang des Dombergs wieder Bewegung zu beobachten. Ein Bauzaun grenzt den Bereich vor dem Eingangsportal ab; dahinter befinden sich Geräte und Container für Bauschutt. Große Planen bedecken das Souterrain auf der zur Stadt gerichteten Gebäudeseite. Welche Maßnahmen der Investor im Einzelnen plant, bleibt in den vorliegenden Angaben offen.
Frühere Sanierungspläne blieben unverwirklicht
Für die Villa gab es bereits mehrere Anläufe zur Instandsetzung. 2007 genehmigte die Stadt Suhl ein Vorhaben, das neben der Sanierung unter anderem elf Wohnungen und eine Tiefgarage mit 19 Stellplätzen vorsah. Dafür waren zwei Millionen Euro veranschlagt. Zur Umsetzung kam es nicht.
Nach dem Scheitern dieses Projekts wurde das sanierungsbedürftige Gebäude ab April 2015 für 200.000 Euro zum Kauf angeboten. Ein Investor kaufte es im Dezember 2016 mit der Absicht, es umfassend instand zu setzen. Auch diese Sanierung blieb aus.
Der nächste Verkauf erfolgte am 2. März 2023 bei einer Versteigerung. Für das inzwischen entkernte Haus lag das Mindestgebot bei 190.000 Euro; der Zuschlag fiel bei 260.000 Euro.
Vom Witwensitz zum Gästehaus
Entworfen hat die 1911/12 errichtete Villa der Architekt Hermann Muthesius. Das denkmalgeschützte Haus gehört zur Reformarchitektur und verfügt über 953 Quadratmeter Wohnfläche. Das Grundstück ist 7.644 Quadratmeter groß.
Als Witwensitz war die Villa ursprünglich für Jeanette Simson (1847–1926) bestimmt. Ihr Mann, der Unternehmer Gerson Simson (1845–1904), war einige Jahre vor dem Bau gestorben. Zuvor hatte die Familie in der Suhler Mühltorstraße 12 gelebt.
1935/36 eigneten sich die Nationalsozialisten im Zuge der sogenannten "Arisierung" die Simsonwerke und das Eigentum der Familie an. Die Familie konnte über die Schweiz in die USA fliehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Villa Gästehaus der SED-Bezirksleitung. Später wurde sie für kurze Zeit als Hotel genutzt.



