Heidelberg feiert sanierte Dossenheimer Landstraße – freie Fahrt ab Montag

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Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit ist die Sanierung der Dossenheimer Landstraße in Heidelberg-Handschuhsheim abgeschlossen. Stadt, Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) und Gewerbeverein laden am Freitag, 23. Oktober 2026, zum "DoLa-Fest" ein. Für den Verkehr wird die Straße allerdings erst am Montag…

Einweihungsfest mit Musik und Reden

Von 12 bis 21 Uhr wird zwischen Mühlingstraße und Burgstraße mit Musik, Essen und Aktionen gefeiert. Die offiziellen Ansprachen beginnen nach Angaben der Stadt Heidelberg um 15 Uhr an der Haltestelle Johann-Fischer-Straße in der Alexander-Colin-Straße.

Als Redner sind neben Oberbürgermeister Eckart Würzner unter anderem Stefan Heß, Abteilungsleiter im Verkehrsministerium Baden-Württemberg, sowie Vertreter der rnv, der Heidelberger Straßen- und Bergbahn GmbH (HSB) und des örtlichen Gewerbes angekündigt.

43 Millionen Euro für Gleise, Leitungen und Straßenraum

Die Arbeiten umfassten sowohl die Verkehrsanlagen als auch die Infrastruktur unter der Straße. Erneuert wurden die Straßenbahngleise und die Oberleitung sowie nach Angaben der Stadt die Wasser-, Strom-, Fernwärme- und Gasleitungen und die Kanalisation. Die Haltestellen Burgstraße und Johann-Fischer-Straße sind nun barrierefrei ausgebaut. Hinzu kommen breitere Gehwege, ein Fahrradweg und Platz für Bäume.

Insgesamt kosteten die Baumaßnahmen 43 Millionen Euro. Rund 20 Millionen Euro steuerte das Land bei. Der parteilose Oberbürgermeister Würzner sieht durch den Umbau mehr Lebensqualität auf der Straße. Er sagt: "Es sind alle sehr zufrieden, auch die umliegenden Geschäfte, die schon heftig kämpfen mussten. Der Konsument wird dort jetzt andere Strukturen vorfinden."

Mit dem Abschluss halten die beiden Bauträger Stadt Heidelberg und rnv den angekündigten Zeitrahmen ein: Beim Spatenstich im März 2024 war die Fertigstellung für Herbst 2026 in Aussicht gestellt worden. Laut Projektwebseite begannen die vorbereitenden Arbeiten Anfang März 2024; für die Hauptarbeiten war das Vorhaben in sechs Baufelder und zeitliche Bauphasen gegliedert.

Die Planung reicht weiter zurück. Auf Machbarkeitsstudien von 2017 folgten 2019 der Vorentwurf und 2022 die Ausführungsplanung. Grundlage des Umbaus ist der Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom März 2023. Die Projektwebseite beschreibt den früheren Zustand der Straße zwischen Hans-Thoma-Platz und Fritz-Frey-Straße als desolat und nennt eine Belastung von rund 23.000 Kraftfahrzeugen täglich.

Schwierige Bauzeit für Anwohner und Geschäfte

Während der Sanierung konnten Fahrzeuge die wichtige Verkehrsachse im Heidelberger Norden nur stadtauswärts nutzen. Anwohner und Verkehrsteilnehmer mussten mit erheblichen Einschränkungen leben; zahlreiche Geschäfte waren nur schwer zu erreichen.

Auch das Gewerbe entlang der Straße hat sich verändert. Einige Handwerksbetriebe zogen während der Bauzeit um, manche Geschäfte schlossen. Nicht alle Aufgaben waren jedoch allein auf die Baustelle zurückzuführen: Teilweise hörten Betreiber aus Altersgründen auf oder fanden nicht genügend Personal.

Carmen Niebel, Gemeinderätin für Die Heidelberger und Vorsitzende des Handschuhsheimer Handwerker- und Gewerbevereins (HGV), bewertet den Baustellenablauf insgesamt als "super gut". Die Organisation habe funktioniert, bei Problemen seien die Ansprechpartner bekannt gewesen. Für ihr Textilunternehmen sei die Zeit dennoch hart gewesen: "Es gab, glaube ich, keinen einzigen Tag, wo ich nicht mit der Baustelle beschäftigt war."

Möglicherweise half auch der Baustellen-Podcast des HGV den Gewerbetreibenden beim Durchhalten. Über zweieinhalb Jahre entstanden 70 Folgen mit Unternehmensporträts und Geschichten aus dem Gewerbe. Der Podcast bot zudem Gelegenheit zur Vernetzung.

Neue Standorte für umstrittene Bäume

Die Verbreiterung eines Straßenabschnitts machte es nötig, Bäume zu verpflanzen. Darüber war heftig gestritten worden; nach Darstellung des SWR fand der Konflikt schließlich einen guten Ausgang. Die Stadt nennt für das gesamte Umbauprojekt zehn verpflanzte Bestandsbäume und 19 neu gepflanzte Bäume.

Für die Bäume vor der Schallschutzwand an der Haltestelle Burgstraße fasste der Gemeinderat am 24. Juli 2025 einen gesonderten Beschluss: Sieben der zehn Bäume sollten umgesetzt werden. Für die drei übrigen, die sich nicht verpflanzen ließen, war im Stadtgebiet ein Ausgleich im Verhältnis 1:5 vorgesehen.

Die Kosten für das Verpflanzen der sieben Bäume waren mit rund 80.000 Euro veranschlagt. Nach Angaben der Projektwebseite wurden sie Ende November 2025 an die Straße Im Weiher versetzt, etwa 600 Meter von ihrem bisherigen Standort entfernt.

Sperrung zum Fest, Haltestelle Burgstraße ab Montag

Für das Fest bleibt der Abschnitt zwischen Burgstraße und Mühlingstraße für den Individualverkehr vollständig gesperrt. Nach Angaben der Stadt gilt die Sperrung von Freitag, 23. Oktober, um 6 Uhr bis Samstag, 24. Oktober 2026. Der öffentliche Nahverkehr ist davon nicht betroffen und fährt auch während der Veranstaltung regulär.

Erst ab Montag ist die Dossenheimer Landstraße wieder in beiden Richtungen befahrbar. Dann nimmt auch die neue Straßenbahnhaltestelle Burgstraße den Betrieb auf.

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