Dustin Johnsons Spielergruppe verlangt rund 100 Millionen Dollar vom PIF

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Im Insolvenzverfahren von LIV Golf verhandeln mehr als zehn Profis um Dustin Johnson mit dem saudischen Staatsfonds PIF über eine Abfindung für offene Vertragssummen. Ein erstes Vergleichsangebot haben die Spieler abgelehnt. Zugleich bleibt offen, wie viele von ihnen den für 2027 geplanten Neustart…

Streit um ausstehende Vertragszahlungen

Dustin Johnson führt die Gruppe an, zu der auch Bubba Watson und Thomas Detry gehören. Ihre Forderungen summieren sich auf rund 100 Millionen US-Dollar. Für die Spieler verhandelt David Cornwell: Der Anwalt war zuvor General Manager von Johnsons Team 4Aces GC.

Die Profis berufen sich auf "wiederholte Versprechen" des PIF, auf deren Grundlage sie nach eigener Aussage "karriereverändernde Entscheidungen" getroffen hätten. Cornwell erklärte: "Da sie sich auf diese Zusagen verlassen haben, strebt unsere Gruppe im Rahmen der Abwicklung von LIV eine vernünftige Abfindungszahlung an".

Ein erstes Angebot des Staatsfonds sah Berichten zufolge eine Zahlung von zwei Cent je Dollar der ausstehenden Summen vor. Darauf ließen sich die Spieler nicht ein. Die Forderungen der Johnson-Gruppe bilden dabei nur einen Teil der offenen Verpflichtungen ab: Nach Angaben der Financial Times schuldet das alte LIV Golf seinen Spielern aus bestehenden Verträgen noch rund 400 Millionen Dollar.

Für 19 Spieler hat das Insolvenzgericht inzwischen den Weg zur Vertragsauflösung freigemacht. Richter Michael B. Kaplan genehmigte am 14. Oktober 2026 einen entsprechenden Antrag von LIV. Zu den Betroffenen zählen neben Johnson, Watson und Detry auch Bryson DeChambeau, Ian Poulter und Lee Westwood. LIV begründete den Antrag damit, dass die bisherigen Verträge mit dem vorgesehenen Vergütungsmodell von LIV 2.0 nicht vereinbar seien. Diese Spieler können nun gehen oder neue Vereinbarungen aushandeln.

Die finanzielle Lage im Insolvenzverfahren

Im April 2026 kündigte der PIF an, seine Finanzierung nach Saisonende einzustellen. Am 8. September beantragte LIV Golf daraufhin in New Jersey Gläubigerschutz nach Chapter 11. Seit der Gründung der Liga 2022 hatte der Staatsfonds mehr als fünf Milliarden Dollar investiert.

In den Insolvenzunterlagen bezifferte LIV seine Verbindlichkeiten auf 500 Millionen bis eine Milliarde Dollar. Als Vermögenswerte wurden 100 bis 500 Millionen Dollar angegeben. Für den laufenden Betrieb während des Verfahrens stellt der PIF weitere 49,6 Millionen Dollar zur Verfügung.

Auf die 27 größten Gläubiger entfallen Forderungen von insgesamt 64 Millionen Dollar, davon rund 45 Millionen auf Spieler. Die ausstehenden Beträge betragen bei Jon Rahm 7,5 Millionen Dollar, bei DeChambeau rund 5,7 Millionen und bei Johnson 5,5 Millionen. Cameron Smith und weitere Profis haben ebenfalls noch Anspruch auf garantierte Millionenzahlungen für die Zeit nach der Saison 2026.

Während dieser Entwicklung zahlte LIV auch Prämien an seine Führungskräfte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press erhielten sieben von ihnen zwischen dem angekündigten PIF-Rückzug Ende April und dem Insolvenzantrag zusammen 15,6 Millionen Dollar an Halteprämien und Boni. Mehr als 6 Millionen Dollar gingen an CEO Scott O'Neil, rund 3,3 Millionen an Finanzchef David Phillipps und 2,6 Millionen an Justiziar John Ruzich.

Wie eng der Staatsfonds mit LIV verflochten ist, zeigen die Angaben der Kanzlei Chamberlain Law: Der PIF hält mehr als 98 Prozent an der Muttergesellschaft und stellte rund 5 Milliarden Dollar Eigenkapital bereit. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags waren außerdem noch etwa 495 Millionen Dollar aus einem PIF-Term-Loan offen. Die Restrukturierung sieht vor, das bisherige Eigenkapital des Fonds zu streichen.

So soll LIV 2.0 finanziert und geführt werden

Für 2027 ist ein Neustart unter neuen Eigentümern vorgesehen. BC Partners Credit stellt dafür und für die Restrukturierung bis zu 300 Millionen Dollar bereit. Nach Darstellung von Chamberlain Law umfasst die Restrukturierungsvereinbarung, kurz RSA, rund 127,5 Millionen Dollar als Term Loan, 147,5 Millionen Dollar als Vorzugsaktien sowie 25 Millionen Dollar als nachrangige wandelbare Vorzugsaktien. BC Partners übernimmt den größten Teil der Finanzierung; weitere zugelassene Investoren steuern den Rest bei.

Die geplanten Eigentumsverhältnisse sehen 45 Prozent für BC Partners, zusammen 52,5 Prozent für die Spieler und 2,5 Prozent für das Management vor. Zusätzlich zu ihren Anteilen sollen die Profis Antrittsprämien und Vermarktungsrechte (NIL) erhalten. Im siebenköpfigen Vorstand sind drei Sitze für BC Partners vorgesehen, zwei für Vertreter aus den Reihen der Spieler und des Managements sowie je einer für den CEO und ein unabhängiges Mitglied.

Der Mehrheitsanteil der Spieler-Gläubiger hat nach Einschätzung von Chamberlain Law auch einen steuerlichen Hintergrund. Ende 2025 verfügte LIV über Verlustvorträge von rund 3 Milliarden Dollar. Die Kanzlei sieht die Zuteilung von 52,5 Prozent des Stammkapitals an diese Gläubiger als gezielt darauf ausgerichtet an, die Eigentumsvoraussetzung für den Erhalt der Verlustvorträge im Insolvenzverfahren zu erfüllen.

Zusagen und Abgänge vor dem Neustart

Als Termin für die Zusage der Spieler zu LIV 2.0 war der 25. Oktober 2026 festgelegt. BC Partners darf die Frist verlängern und bestimmt auch, wie viele Zusagen mindestens erforderlich sind. Eine Unterschrift von Mitgliedern der Johnson-Gruppe unter die derzeitige Vereinbarung gilt als unwahrscheinlich.

Laut Financial Times wären rund 15 Profis zur Teilnahme bereit. BC Partners will dagegen ein Feld mit 30 bis 40 Spielern aufstellen. Als öffentlich bestätigte Teilnehmer waren bis Ende Oktober 2026 lediglich Richard Bland, Cameron Tringale, Brendan Steele und Ben Campbell bekannt.

Mehrere andere Spieler haben ihren Abschied erklärt. Jon Rahm stieg bereits Anfang Oktober aus und bezeichnete die Bedingungen für LIV 2.0 als inakzeptabel. Sergio Garcia, David Puig und Louis Oosthuizen hatten ebenfalls schon andere Pläne angekündigt, bevor am Wochenende vor dem 26. Oktober auch Tyrrell Hatton, Ian Poulter, Tom McKibbin, Lucas Herbert und Branden Grace ihren Ausstieg bekannt gaben.

Weitere Fristen bei Gericht und auf der DP World Tour

Für eine Einigung im Insolvenzverfahren hat der PIF als wichtigster Kreditgeber eine Frist bis Freitag, 30. Oktober 2026, gesetzt. Die nächste Anhörung vor Gericht ist für den 5. November angesetzt.

Eine weitere Entscheidung müssen die Spieler gegenüber der DP World Tour treffen. Wer sich für LIV 2.0 entscheidet, kann dort ab 2027 nicht mehr Mitglied sein. LIV-Anwalt Robert Fitzgerald kritisierte diese Vorgabe vor Gericht als Versuch, in das Reorganisationsverfahren einzugreifen. Richter Kaplan erklärte, die Aussagen gäben Anlass zur Sorge. Ihre Wahl zugunsten der DP World Tour müssen die Spieler bis zum 16. November 2026 erklären.

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