Merz wünscht den Menschen in Korea die Wiedervereinigung

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seinen zweitägigen Südkorea-Besuch mit einer Botschaft an die Menschen im Norden und Süden begonnen: Er wünsche ihnen wie den Deutschen Einheit in Freiheit. In Seoul, der letzten Station seiner Asienreise, traf er Präsident Lee Jae Myung.

Botschaft im Gästebuch

"Korea und Deutschland verbindet die leidvolle Erfahrung der Teilung", schrieb Merz beim Treffen mit Lee ins Gästebuch. "Ich wünsche auch den Menschen in Korea, was wir in Deutschland erleben dürfen: Einheit in Freiheit."

Seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 besteht die Teilung der Halbinsel in zwei Staaten. Während im Norden der kommunistische Diktator Kim Jong Un herrscht, ist Südkorea eine Demokratie, die enge Beziehungen zu Deutschland und anderen westlichen Staaten unterhält.

Für Merz ist es nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap der erste Südkorea-Besuch seit seinem Amtsantritt. Zuletzt war vor drei Jahren ein deutscher Bundeskanzler in dem Land zu Gast. Merz und Lee kommen dagegen bereits zum dritten Mal seit Merz' Amtsantritt zusammen. Ihre vorige Begegnung fand am 16. Juni 2026 am Rande des G7-Gipfels in Evian-les-Bains in Frankreich statt.

Gespräche über Technologie, Rüstung und internationale Fragen

Auf der Tagesordnung des Gipfels stehen laut dem südkoreanischen Präsidialamt unter anderem Batterien, Halbleiter und Künstliche Intelligenz. Merz und Lee wollen erörtern, wie ihre Länder in diesen Zukunftsbranchen wirtschaftlich zusammenarbeiten können. Auch die Verteidigungs- und Rüstungszusammenarbeit sowie regionale und internationale Fragen sollen zur Sprache kommen.

Die Bemühungen von Lees Regierung um bessere Beziehungen zu Nordkorea und Russland stoßen nach Einschätzung der Südkorea-Expertin Saeme Kim in vielen europäischen Ländern auf Irritation. Die Expertin des Asan Institute for Policy Studies sagte der Deutschen Welle (DW), Südkorea versuche, einen Kommunikationskanal nach Pjöngjang aufzubauen.

Wirtschaftsdelegation und Konferenz in Seoul

Merz reist vom 26. bis 30. Oktober 2026 durch Singapur, Japan und Südkorea. Nach Angaben der DW ist dies seine längste Auslandsreise seit dem Amtsantritt im Mai 2025. Mit ihm reisen 30 hochrangige Unternehmensvertreter aus Industrie, Technologie, Verteidigung und Energie.

In Seoul eröffnet der Kanzler am Freitag die 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft. Laut Deutschlandfunk werden dort bis zu 1.000 hochrangige Teilnehmer aus Deutschland und dem indopazifischen Raum erwartet.

Schon bei einer Veranstaltung in Tokio am 28. Oktober hatte Merz eine globale Staatenallianz für regelgebundenen Handel vorgeschlagen. Sie solle unter Einbeziehung der Welthandelsorganisation WTO den freien Handel verteidigen, stärken und weiterentwickeln.

Parallel zu Merz' Reise besucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier China. Die beiden Reisen sind laut DW offiziell nicht miteinander verbunden. Der Auslandssender sieht sie jedoch beide darauf ausgerichtet, Deutschlands wirtschaftliche und sicherheitspolitische Beziehungen angesichts geopolitischer Instabilität zu stärken.

Geplanter Grenzbesuch unter Vorbehalt

Für Freitag ist außerdem ein Besuch von Merz in der Demilitarisierten Zone (DMZ) vorgesehen. Die 248 Kilometer lange und rund vier Kilometer breite Pufferzone verläuft entlang des 38. Breitengrads. Sie wurde 1953 nach dem Ende des dreijährigen Koreakriegs eingerichtet.

Ein Friedensvertrag wurde seither nicht geschlossen; es gilt lediglich ein dauerhafter Waffenstillstand. Nord- und Südkorea befinden sich deshalb völkerrechtlich weiterhin im Kriegszustand.

Nach Angaben der DW könnte der Besuch an der Grenze wegen anhaltender Spannungen noch abgesagt werden. Im September 2026 verletzte eine nordkoreanische Landmine drei südkoreanische Soldaten. Pjöngjang beschuldigte den Süden, den Vorfall inszeniert zu haben.

#Bundeskanzler#Künstliche Intelligenz
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