Arbeitsplätze vom Allgäu bis zum Münchner Süden
Die ausgeschriebenen Stellen verteilen sich unter anderem auf Kempten, Feuchtwangen, Passau, Kelheim, Erharting und Nürnberg sowie den Süden Münchens. Neben Pkw- und Nutzfahrzeugwerkstätten suchen auch Betriebe im Bereich Fahrzeuglackierung Meister. Alle 14 Anzeigen nennen Vollzeit; Vergölst und Nutzfahrzeuge Reitmeier bieten daneben Teilzeit an.
Für den Standort Kempten stellt Pneuhage das familiäre Arbeitsklima seines inhabergeführten Unternehmens heraus. Hinzu kommen eine intensive Einarbeitung, Weiterbildung, Erfolgsbeteiligung und Bike-Leasing. Das Autohaus Fuchs sucht für Uffenheim und Bad Windsheim einen Kfz-Mechatroniker-Meister und wirbt unter anderem mit flachen Hierarchien und Fortbildungen.
Bei Nutzfahrzeuge Reitmeier in Kelheim ist die Anstellung unbefristet. Der Betrieb nennt bis zu 30 Urlaubstage und für Vollzeit eine Fünftagewoche mit Arbeitszeiten von Montag bis Freitag, jeweils von 7.30 bis 16.30 Uhr. Fuhrmann Nutzfahrzeuge Service sucht in Erharting einen Meister für Reparaturen, Wartung und Instandsetzung an leichten, mittleren und schweren Nutzfahrzeugen. In der Anzeige werden Fiat Professional, Iveco, Scania und Schmitz Cargobull genannt.
Teamleitung, Kundenberatung und Hochvoltarbeiten
Wie weit die Führungsverantwortung reichen kann, zeigt die Anzeige von Wilhelm Schwarzmüller in Passau: Der gesuchte Werkstattmeister soll acht Mechaniker fachlich und disziplinarisch führen. Bezahlt wird nach dem Tarifvertrag des Fachverbands Metall Bayern. Als weitere Leistungen nennt das Unternehmen JobRad-Leasing und einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge.
Vergölst bietet für seine Filiale in Feuchtwangen eine Wechselprämie von 3.000 Euro bei Vollzeit, bei Teilzeit entsprechend anteilig. Die Prämie ist an Bedingungen gebunden; deren vollständiger Wortlaut fehlt im vorliegenden Anzeigenausschnitt. Vergölst gehört laut Anzeige seit 1974 zum Continental-Konzern und erzielt mit rund 1.900 Beschäftigten in Deutschland einen Jahresumsatz von 330 Millionen Euro.
Zum Aufgabenbereich in Feuchtwangen gehören die Organisation der Werkstattabläufe, die Leitung eines eigenen Teams und Arbeiten an Hybrid- und Hochvoltfahrzeugen. Für spezielle Arbeiten an Hochvoltsystemen benötigen Werkstattmitarbeiter nach DGUV Information 209-093 zusätzlich die Qualifizierung Stufe 2S als Fachkundige Person FHV. Die Handwerkskammer Rheinhessen bietet dafür ein 20-stündiges Grundlagenseminar an, das derzeit 430 Euro kostet.
In Neubiberg und Ottobrunn schreiben EMMA JOBS und PASIT Positionen in der Serviceberatung und Werkstattleitung aus. Zu den Beratungsaufgaben zählen Serviceaufträge, Kostenvoranschläge und die Korrespondenz mit Versicherungen. PASIT sucht in Neubiberg zudem einen Werkstattleiter im Premiumbereich. Als Auftraggeber beschreibt PASIT ein Münchner Traditionsunternehmen mit mehr als 80 Jahren Geschichte und 85 Mitarbeitern; dieselben Eckdaten nennt EMMA JOBS für die Serviceberaterstelle in Neubiberg. Weitere Nutzfahrzeugstellen führt die Kfz-Netzwerk GmbH in Würth am Main und Stockstadt am Main.
Qualifikation und Gehaltsrahmen
Der Meisterabschluss im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk ist eine bundesweit einheitlich geregelte berufliche Aufstiegsfortbildung. Zum Berufsbild gehören die Anleitung von Fachkräften und die Ausbildung von Auszubildenden, gegebenenfalls auch die Leitung eines ganzen Betriebs. Das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk ist zulassungspflichtig; für die Selbstständigkeit gelten entsprechende Zugangsvoraussetzungen.
Als Orientierung zur Vergütung nennt das Gehaltsportal gehalts-kompass.de für 2026 in Bayern ein monatliches Bruttomediangehalt von 4.404 Euro für Kfz-Meister in Vollzeit. Die mittleren 50 Prozent liegen nach diesen Angaben zwischen 3.704 und 5.322 Euro. Bundesweit beträgt der Median laut Portal 4.396 Euro.
Fachkräftelücke in der Branche
Die Personalsuche findet vor dem Hintergrund eines Fachkräftemangels statt. Nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen vom 26. Mai 2025 schätzt der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes die Zahl der fehlenden Fachkräfte in Bayerns Kfz-Branche auf rund 10.000. Als Folge berichten Werkstattbetreiber von drei bis sechs Wochen Wartezeit auf Kundentermine.
Demselben Bericht zufolge umfasst das bayerische Kfz-Gewerbe rund 7.000 Betriebe mit etwa 140.000 Beschäftigten. Rund 80 Prozent der Unternehmen haben weniger als zehn Angestellte.
Über die Kfz-Branche hinaus erwartet der IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2026 eine wachsende Lücke bei Spezialisten, also bei Berufen mit Meister- oder Technikerqualifikation. Ausgehend von rund 23.000 fehlenden Arbeitskräften im Jahr 2024 prognostiziert der Bericht für 2029 eine Lücke von 36.000. Die Stellenüberhangsquote soll im selben Zeitraum von 57,0 auf 60,6 Prozent steigen.



