Umzug der Technik ab März 2029 geplant
Für das Bauvorhaben sind insgesamt 63 Millionen Euro vorgesehen. Das bestehende Gebäude wird seit 2003 genutzt und muss nach Angaben des Infrastrukturministeriums modernisiert werden. Der Ausbau soll den Betrieb und die Versorgung der Landes-IT langfristig sichern.
Im ersten Schritt soll der Erweiterungsbau entstehen, in den die Datentechnik ab März 2029 umziehen soll. Anschließend sind die Sanierung und Modernisierung des bisherigen Gebäudes geplant.
Auf die Schwierigkeiten einer Sanierung hatte bereits im Juli 2020 der damalige Finanzstaatssekretär und CIO des Freistaats, Hartmut Schubert, hingewiesen. Bei der Grundsteinlegung für das neue Thüringer Rechenzentrum im Thüringer Wald erklärte er, steigende Anforderungen brächten den Erfurter Standort räumlich und technisch an seine Kapazitätsgrenzen. Wegen des hohen Ausfallrisikos sei eine Sanierung bei laufendem Betrieb nicht möglich. Der Standort im Thüringer Wald könne nach Abschluss der Erfurter Sanierung als Redundanzstandort weitergenutzt werden, um die IT-Sicherheit und Verfügbarkeit zu verbessern.
Land will kritische Infrastruktur selbst betreiben
Infrastrukturminister Steffen Schütz (Thüringen.Gerecht) begründete die Entscheidung für ein eigenes Gebäude mit der öffentlichen Verantwortung: "Der Freistaat hat sich bewusst gegen eine Anmietung und für einen Eigenbau entschieden, denn wichtige kritische Infrastruktur muss in der Hoheit der öffentlichen Hand bleiben".
Schütz verband das Vorhaben mit dem Ziel, Bürgerdienste zu digitalisieren und damit Wartezeiten sowie Bürokratie zu verringern. Zugleich gehe es um digitale Souveränität und die sichere Verarbeitung der Daten des Landes und seiner Bürgerinnen und Bürger.
Das Thüringer Landesrechenzentrum (TLRZ) übernimmt als zentraler IT-Dienstleister der Landesverwaltung unter anderem die Betreuung der E-Government-Anwendungen. Zu seinen Aufgaben gehören außerdem zentrale Kommunikations- und Verzeichnisdienste sowie mobile Kommunikationslösungen. Mit Informationen aus dem Rechenzentrum werden rund 25.000 Beschäftigte in Ministerien und Behörden versorgt.
Behördenstandort und bereits geförderte Technik
Das TLRZ am Ludwig-Erhard-Ring 8 in Erfurt ist eine Oberbehörde, die dem Thüringer Finanzministerium unmittelbar nachgeordnet ist. Grundlage ihrer Errichtung ist eine Anordnung vom 15. November 2011 in der Fassung vom 12. Januar 2017.
Auch die Rechentechnik wurde bereits mit Fördermitteln modernisiert. Nach Angaben des TLRZ unterstützte die Europäische Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zwei Projekte: Teile des Netzwerks wurden so erneuert, dass sich der Netzwerkdurchsatz bei geringerem Energieeinsatz vervierfachte. Außerdem wurden Serversysteme durch neue Generationen von Blade-Servern ersetzt.
Weitere Mittel für die Digitalisierung
Der Ausbau des Landesrechenzentrums gehört zu den Vorhaben, für die Thüringen im Doppelhaushalt 2026/27 Digitalisierungsmittel bereitstellt. Nach Angaben des Ministeriums für Digitales und Infrastruktur stehen für Digitalisierungsvorhaben 2026 insgesamt 253,6 Millionen Euro und 2027 insgesamt 257,2 Millionen Euro zur Verfügung. Im Jahr 2025 waren es 242,8 Millionen Euro.
Neben dem weiteren Ausbau des TLRZ sollen diese Mittel unter anderem die stärkere Nutzung der Thüringer Verwaltungscloud (ThVC) durch Kommunen und die Erweiterung von ThAVEL finanzieren, dem Thüringer System für Online-Anträge.




