"Vier Finger": Frankfurt-Tatort kommt am 22. November ins Erste

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Melika Foroutan und Edin Hasanović übernehmen als Maryam Azadi und Hamza Kulina ihren vierten Fall: "Vier Finger" läuft am 22. November 2026 um 20.15 Uhr im Ersten. In der ARD Mediathek steht der Krimi laut Sender bereits ab dem 20. November bereit.

Ein alter Anschlag und Azadis geheime Ermittlungen

Den Anstoß für den neuen Fall gibt laut ARD-Ankündigung ein Notruf in der Nacht. Die frühere Kellnerin Anja Winkler, gespielt von Anne Ratte-Polle, will Navid Hosseini (Mehdi Bajestani) gesehen haben. Seit einem Bombenanschlag auf das Frankfurter Café Hajduk Ende der 1990er-Jahre fehlt von ihm jede Spur. Bei der Explosion kamen sechs Menschen ums Leben.

Am folgenden Morgen beauftragt die Vorgesetzte Sandra Schatz (Judith Engel) Azadi und Kulina mit den Ermittlungen. Dabei zeigt sich, dass die Behörden den Anschlag seinerzeit vorschnell dem Drogenmilieu der organisierten Kriminalität zugeordnet hatten. Die neuen Nachforschungen führen stattdessen zu einem politisch motivierten Attentat gegen die iranische Opposition in Deutschland.

Azadi beschäftigt sich allerdings schon seit Jahren heimlich mit dem Fall. Sie hatte den späteren Attentäter damals selbst mit dem Umfeld der Opfer in Kontakt gebracht und leidet deshalb unter schweren Schuldgefühlen. Um den Verdächtigen aus dem Iran nach Deutschland zurückzulocken, hat sie einen riskanten Plan ausgearbeitet.

Ausgezeichnetes Debüt und hohe Zuschauerzahlen

Ungelöste Altfälle, sogenannte Cold Cases, stehen seit dem Auftakt mit "Dunkelheit" im Jahr 2025 im Mittelpunkt des Frankfurter Teams. Dieser Ansatz und das emotionale Zusammenspiel der Figuren fanden beim Publikum und bei der Kritik Anklang. Für den Debütfilm gab es einen Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion. Nach Angaben von wiewardertatort.de wurde die Auszeichnung wenige Tage vor der Fernsehpremiere des dritten Falls "Fackel" zuerkannt.

"Fackel" wurde am 22. März 2026 ausgestrahlt. Laut wiewardertatort.de sahen den Film in Deutschland rund 8,6 Millionen Menschen; der Marktanteil betrug 33,8 Prozent.

An den Namen ihrer Figuren wirkten die Darsteller selbst mit. Der Vorname Hamza erinnert an Hamza Kurtovic, der 2020 beim rassistischen Anschlag in Hanau ermordet wurde. Azadi bedeutet auf Persisch "Freiheit".

Weitere Rollen und Dreharbeiten

Zur Besetzung von "Vier Finger" gehören neben Foroutan, Hasanović, Ratte-Polle, Bajestani und Engel auch Burghart Klaußner, Gordana Boban, Elif Kardesseven, Hadi Khanjanpour, Aenne Schwarz und Helgi Schmid. Das geht aus der ARD-Pressemitteilung zum Drehstart hervor.

Andreas Prochaska führte Regie und schrieb mit Constantin Lieb das Drehbuch auf Grundlage einer Erzählung von Markus Busch. Die Sommerhaus Filmproduktion produziert den Film im Auftrag des Hessischen Rundfunks. Prochaska inszenierte auch den anschließenden Fall mit dem Arbeitstitel "Nebel". Vor diesen beiden Filmen hatte er rund 20 Jahre lang nicht mehr für die Reihe gearbeitet: Sein vorheriger Beitrag war laut wiewardertatort.de der Wiener Tatort "Tod aus Afrika" von 2006.

Für beide Filme zusammen setzte die Produktionsleitung 40 Drehtage an, ungefähr die Hälfte je Folge. Neun Tage entfielen auf Innenaufnahmen, 31 auf Drehs im Freien. Rund 500 Komparsinnen und Komparsen kamen zum Einsatz. Die 45 Motive verteilten sich unter anderem auf Frankfurt, Neu-Isenburg und den Taunus.

"Nebel" soll 2027 folgen

Direkt nach "Vier Finger" entstand "Nebel" als Gemeinschaftsproduktion von hr und ARD Degeto Film. Die Ausstrahlung im Ersten ist für 2027 vorgesehen.

Nach Angaben der ARD führt dieser Fall zurück ins Jahr 1987: Bei einem Amoklauf im Frankfurter Schwulenclub "Rodeo" wurden fünf Männer getötet. Weil sich der Hauptverdächtige in Untersuchungshaft das Leben nahm, galt der Fall jahrzehntelang als gelöst.

#Iran#Terrorismus
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