Wildunfälle in Sachsen: Erhöhtes Risiko in der dunklen Jahreszeit

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Mit der dunklen Jahreszeit wächst in Sachsen die Gefahr, mit Wildtieren zusammenzustoßen. Allein von September bis Dezember 2025 erfasste das Statistische Landesamt rund 3.700 solcher Unfälle, 48 davon mit Personenschaden. Der ADAC Sachsen mahnt besonders morgens und im abendlichen Berufsverkehr zu…

Wenn Dämmerung und Berufsverkehr zusammenfallen

Als besonders riskant nennt der ADAC Sachsen die Zeit zwischen 6 und 9 Uhr morgens. Nach der Umstellung auf Winterzeit setzt die Dämmerung zudem bereits gegen 17 Uhr ein, wenn viele Menschen im Berufsverkehr unterwegs sind. Bei Wildschweinen und Damhirschen steht die Paarungszeit an. Auch die Suche nach Nahrung und einem geeigneten Winterquartier bringt Tiere auf Wanderschaft.

Für das gesamte Jahr 2025 weist das Statistische Landesamt Sachsen 10.662 Unfälle aus, bei denen Wild auf der Fahrbahn die Ursache war. In den ersten sieben Monaten 2026 wurden 6.558 solcher Unfälle erfasst; bei 80 davon kamen Menschen zu Schaden.

Das saisonale Risiko zeigt sich auch bundesweit: Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geschehen im Durchschnitt täglich mehr als 750 Wildunfälle. Deutlich erhöht ist die Gefahr dem Verband zufolge im April und Mai sowie von Oktober bis Dezember.

Bremsen statt ausweichen

Wer Wild entdeckt, sollte laut ADAC Sachsen langsamer werden und das Verkehrsgeschehen besonders aufmerksam beobachten. Steht ein Tier am Fahrbahnrand, empfiehlt der Club, umgehend zu bremsen, abzublenden und zu hupen. Mit weiteren Tieren ist zu rechnen, denn Rehe, Hirsche und Wildschweine ziehen oft in Gruppen umher.

Steht das Tier schon auf der Fahrbahn, warnt der ADAC vor einem Ausweichmanöver. Durch plötzliches Lenken kann das Auto von der Fahrbahn geraten oder in den Gegenverkehr fahren.

Ein ADAC-Crashtest veranschaulicht diesen Rat: Bei 80 km/h kollidierte ein Auto mit einem Wildschwein-Dummy von 180 Kilogramm. Der Fahrer wich nicht aus, bremste voll und hielt die Spur. Er blieb unverletzt, obwohl kurzzeitig eine Kraft auf ihn wirkte, die dem Zehnfachen seines Körpergewichts entsprach.

Grenzen von Assistenzsystemen und Reflektoren

Notbremsassistenten sind bei neuen Fahrzeugen vorgeschrieben. Nach Angaben des ADAC sind sie bisher jedoch auf Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer ausgerichtet, nicht auf Wildtiere. Bei einem Test des Clubs verhinderten die Systeme die Kollision nicht. In einigen Situationen warnten sie aber und unterstützten das Bremsen.

Auch Wildwarnreflektoren am Straßenrand, oft als Lichtzäune bezeichnet, zeigten in einem dreijährigen Projekt der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg keine signifikante Wirkung auf die Unfallzahlen. Rund 100.000 Reflektoren waren dabei im Einsatz. Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) reichen die optischen Reize solcher Reflektoren für Wildtiere nicht aus.

Hohe Schäden und viele getötete Tiere

Die deutschen Kfz-Versicherer verzeichneten laut GDV 2024 rund 276.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Pkw. Für die Regulierung der Schäden fielen insgesamt mehr als 1,1 Milliarden Euro an. Pro Schaden waren es durchschnittlich 4.100 Euro, nach 3.850 Euro im Vorjahr.

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes sterben in Deutschland jedes Jahr mehr als eine Million Wildtiere bei Verkehrsunfällen.

Nach einem Unfall die Polizei rufen

Nach einer Kollision gilt es, zunächst die Unfallstelle zu sichern und die Polizei zu benachrichtigen. Verletzte Tiere dürfen nicht berührt werden. Die Polizei verständigt den zuständigen Jäger und stellt eine Wildunfallbescheinigung aus, die für die Versicherung benötigt wird.

Schäden am eigenen Auto trägt nach GDV-Angaben die Teil- oder Vollkaskoversicherung, wenn Haarwild wie ein Reh oder Wildschwein beteiligt war. Der Schadenfreiheitsrabatt bleibt bei einem Wildunfall unverändert.

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