Bergung erst nach Sicherung des Hauses möglich
Nach der Explosion und dem anschließenden Feuer vom frühen Mittwochmorgen, 28. Oktober, wurden zunächst Menschen in dem Haus vermisst. Die Feuerwehr nannte anfangs drei Vermisste; später gingen die Einsatzkräfte noch von zwei Menschen aus, die sich im Gebäude befinden könnten. Am Donnerstag wurden zwei Tote gefunden.
Für die Suche musste das Technische Hilfswerk das einsturzgefährdete Haus zunächst mit einer meterhohen Konstruktion aus Holzlatten sichern. Erst danach konnten Einsatzkräfte hineingehen. Die Feuerwehr beteiligte sich nach eigenen Angaben mit etwa 100 Personen an dem Einsatz.
Den zuerst gefundenen toten Mann konnten die Helfer über das Treppenhaus erreichen. Der zweite Leichnam war dagegen von einem großen Schuttteil bedeckt, wie ein Polizeisprecher am 29. Oktober erklärte. Seine Bergung dauerte deshalb länger. Zuvor hatte die Polizei einen Bagger und eine Drehleiter als dafür benötigte Geräte genannt.
Bei einem der Toten handelt es sich laut Polizei vermutlich um einen der beiden Vermissten. Wer die zweite Person ist, stand bis Donnerstagabend nicht fest. Voraussichtlich werde eine Obduktion nötig sein, um ihre Identität zu klären.
Schwere Schäden an drei Häusern
Die Explosion zerstörte einen großen Teil des Mehrfamilienhauses. In der Fassade fehlt nun ein Bereich über zwei Stockwerke. Der Druck schleuderte Glasscherben bis zu einem Haus auf der gegenüberliegenden Seite. Nach Schilderung der Feuerwehr wurden zwei Wände herausgedrückt; zu Beginn seien ein Feuerball und ein sehr heftiger Brand zu sehen gewesen. Anwohner alarmierten nach einem lauten Knall die Rettungskräfte.
Vier Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht, einer von ihnen mit schwereren Verletzungen. Außerdem erlitt ein Polizist eine Rauchvergiftung.
Auch zwei benachbarte Häuser sind einsturzgefährdet. Für den unmittelbar von der Explosion getroffenen Gebäudeteil steht nach Angaben eines Polizeisprechers vom 29. Oktober fest, dass er "auf jeden Fall komplett abgerissen werden" müsse.
Bewohner vorübergehend untergebracht
Die meisten Bewohner fanden bei Angehörigen oder Freunden eine Unterkunft. Nach Angaben der Feuerwehr wurden 27 Bewohner der drei betroffenen Gebäude vorübergehend in einem Gasthaus untergebracht.
Weitere Unterkünfte suchte die Stadt über ihre Homepage. Auch die Johanniter boten Betroffenen an, in einer ihrer Unterkünfte zu übernachten.
Polizei prüft Ursache und bittet um Aufnahmen
Was die Explosion ausgelöst hat, konnte die Polizei auch am Donnerstagabend noch nicht sagen. Zwischenzeitlich hatte sie eine Gasexplosion für möglich gehalten. Ob ein technischer Defekt, Fahrlässigkeit oder absichtliches Handeln dahintersteckt, blieb jedoch ungeklärt.
Für die Aufklärung sucht die Polizei auch Aufnahmen von Zeugen. Wer als Anwohner oder Passant Fotos oder Videos der Explosion und des Brandes gemacht hat, soll sie den Ermittlern übermitteln. Dafür steht ein Hinweisportal der Polizei im Internet bereit.
Mit der Bergung des zweiten Leichnams endeten die Maßnahmen vor Ort zunächst. Das Haus sollte anschließend abgesperrt und polizeilich bewacht werden. Am Freitag sollen die Ermittler ihre Arbeit fortsetzen; dafür wird auch das Landeskriminalamt mit einem Spurensicherungs-Team am Einsatzort erwartet.







