Gasleck in Greiz behoben: Evakuierte Anwohner können zurückkehren
Ein Gasleck in der ostthüringischen Kreisstadt Greiz ist behoben. Rund 50 Anwohner, die vorsorglich ihre Wohnungen verlassen mussten, konnten in der Nacht zum Freitag zurückkehren, wie die örtliche Polizei mitteilte. Auch der Bahnverkehr läuft wieder regulär. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht mehr.
Großeinsatz nach Gasgeruch im Wohngebiet
Bewohner hatten am Donnerstagabend im Bereich der Rudolf-Breitscheid-Straße und der Südstraße Gasgeruch wahrgenommen und die Rettungskräfte alarmiert. Daraufhin sperrte die Feuerwehr das Wohngebiet weiträumig ab. Auch die Bahnstrecke durch das betroffene Gebiet musste gesperrt werden. Greiz, mit rund 20.220 Einwohnern die Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises in Ostthüringen, ist ein wichtiger regionaler Verkehrsknotenpunkt mit Zugverbindungen der DB Regio Südost und der Vogtlandbahn.
Entwarnung durch Bundesamt
In der Nacht gab das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Entwarnung. Die 2004 gegründete Bundesbehörde koordiniert als zentrale Organisation für die zivile Sicherheit in Deutschland Einsätze des Katastrophenschutzes auf Bundesebene. Ein Feuerwehrsprecher machte zunächst keine Angaben zur Ursache des Gasaustritts. Auch der Zeitpunkt für die Wiederinbetriebnahme der vorsorglich abgestellten Gasversorgung blieb zunächst offen.
Vergleich mit anderen Vorfällen
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse in Deutschland ein. Erst im März 2026 mussten in Bad Camberg in Westdeutschland 800 Menschen evakuiert werden, nachdem bei Renovierungsarbeiten in einem Keller eine Gasleitung beschädigt worden war. Im Vergleich dazu verlief der Einsatz in Greiz mit 50 betroffenen Personen glimpflicher.
Umbau der Gasinfrastruktur in der Region
Greiz liegt in einer Region, die sich derzeit im Umbau ihrer Gasinfrastruktur befindet. Die Netzbetreiber Ferngas, GASCADE und TEN arbeiten seit einem Grundsatzabkommen von März 2024 an der Umstellung des thüringischen Erdgasnetzes auf Wasserstofftransport. Der Wasserstofffluss soll 2028 beginnen, der vollständige Betrieb ist für 2029 geplant. Die Modernisierung der Gasinfrastruktur in Thüringen ist Teil der deutschen Energiewende, die angesichts der starken Importabhängigkeit des Landes besondere Bedeutung hat. Deutschland verbraucht täglich etwa 7,5 Milliarden Kubikfuß Erdgas, produziert aber nur rund 0,4 Milliarden Kubikfuß im Inland.







