Israels Parlamentswahl: Eisenkot zeigt sich siegessicher

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Gadi Eisenkot stellt den Wählern in Israel einen Regierungswechsel und eine Politik ohne Spaltung in Aussicht. Der wichtigste Herausforderer von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gibt sich am Wahltag zuversichtlich, obwohl die letzten Umfragen für keines der beiden Lager eine sichere Mehrheit er…

Versprechen eines anderen Regierungsstils

Bei seinem Auftritt in einem Wahllokal in Holon verband Eisenkot seine Siegeserwartung mit dem Ende der Abstimmung: "In Israel weht ein Wind der Veränderung, diese Veränderung wird heute Abend um 22.00 Uhr (Ortszeit) eintreten". Dann schließen die Wahllokale.

Für eine von ihm geführte Regierung versprach er einen verantwortungsvollen Kurs. "Wir werden Israel nicht durch Spaltung und Panikmache führen, sondern durch Einheit und echte Liebe. Wir werden gewinnen!"

Am 27. Oktober 2026 wählt Israel erstmals seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und nach drei Jahren Krieg ein neues Parlament. Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte können über die Besetzung der 120 Knesset-Sitze entscheiden. Eine Regierungsmehrheit erfordert mindestens 61 Mandate. Neben der Sicherheitspolitik prägten die umstrittene Wehrpflicht für Ultraorthodoxe und die wirtschaftlichen Lasten des Krieges den Wahlkampf.

Jaschar vor Likud, aber keine sichere Lagermehrheit

Die vor der gesetzlichen Umfragesperre veröffentlichten Erhebungen deuteten auf einen engen Wettbewerb zwischen Netanjahus rechtskonservativem Lager und dem Oppositionsbündnis hin. Eine sichere Mehrheit zeichnete sich für keine Seite ab.

Eisenkots Partei Jaschar lag zuletzt hingegen vor Netanjahus Likud. Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung konnte Jaschar den Umfragen zufolge mit mindestens 20 Mandaten rechnen. Der Likud könnte mehr als ein Drittel seiner bislang 32 Sitze verlieren.

Für Jaschar ist es die erste Wahlteilnahme: Die Partei entstand erst im September 2025. Ihr hebräischer Name bedeutet "Geradeaus" oder "Ehrlich". Eisenkot stand von 2015 bis 2019 als Generalstabschef an der Spitze der israelischen Armee.

Vier Oppositionsparteien und eine mögliche Minderheitsregierung

Eisenkot bezeichnet das Bündnis um seine Partei als "Block des Wandels". Es umfasst vier Parteien: Neben Jaschar gehören ihm Bejahad, auch Bejachad geschrieben, unter den früheren Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Jair Lapid sowie die linke HaDemokratim von Jair Golan und die säkular-nationalistische Jisrael Beiteinu von Avigdor Lieberman an.

Eine gemeinsame Regierung mit Netanjahu hat Eisenkot ausgeschlossen. Wie die Jüdische Allgemeine berichtete, begründet er dies mit Netanjahus Verantwortung für die Versäumnisse vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023. Auch einen Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten im Rahmen einer Rotation lehnt er ab.

Als eine Möglichkeit für die Zeit nach der Wahl wird eine Minderheitsregierung der vier Oppositionsparteien unter Eisenkot diskutiert. Sie würde von der arabischen Partei Ra'am unterstützt.

#Wahlforschung#Nahostkonflikt#Israel
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