Neue Leitungen und Umspannstation für Iowa
Den Auftrag für Entwicklung, Bau, Betrieb und Wartung des EASL-Übertragungsprojekts übernimmt ein Konsortium unter Führung der Ameren-Tochter ATXI und der NextEra-Tochter GridLiance Heartland. Beide halten jeweils 42,5 Prozent an dem Vorhaben; die übrigen 15 Prozent entfallen auf Dairyland Power Cooperative.
MISO veranschlagt die Kosten auf rund 1,23 Milliarden US-Dollar. Geplant sind eine 187 Meilen lange 765-kV-Leitung, die Umspannstation East Adair für 345 und 765 kV sowie zwei 345-kV-Leitungen mit einer Gesamtlänge von 22 Meilen.
Für die 345-kV-Komponente ist die Inbetriebnahme bis zum 1. Juni 2032 vorgesehen, für die 765-kV-Komponente bis zum 1. Juni 2034. Der Zeitplan steht unter dem Vorbehalt der regulatorischen Prüfung und der Beteiligung der Interessengruppen.
Dominion-Fusion soll im zweiten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden
Neben dem Netzausbau verfolgt NextEra die Übernahme von Dominion Energy. Die Unternehmen unterzeichneten am 18. Mai 2026 eine definitive Vereinbarung über einen reinen Aktientausch. Das feste Umtauschverhältnis beträgt 0,8138 NextEra-Aktien je Dominion-Aktie. Damit würden die bisherigen NextEra-Aktionäre rund 74,5 Prozent und die Dominion-Aktionäre rund 25,5 Prozent des fusionierten Unternehmens halten.
Durch den Zusammenschluss entstünde die größte regulierte Elektrizitätsversorgungsgesellschaft der Welt mit 110 GW Erzeugungskapazität und rund 10 Millionen Kundenkonten in Florida, Virginia, North Carolina und South Carolina. Die Unternehmen erwarten den Abschluss in der zweiten Hälfte 2027, sofern die erforderlichen regulatorischen Genehmigungen erteilt werden.
Im Zuge der Fusionspläne kündigte NextEra an, die Dividende bis 2028 jährlich um 6 Prozent zu erhöhen. Für 2030 erwartet das Unternehmen eine Ausschüttungsquote von unter 55 Prozent. Dominion-Aktionäre sollen bis zum Vollzug weiterhin die bisherige Quartalsdividende erhalten. Zum Abschluss ist für sie außerdem eine einmalige Barzahlung von insgesamt 360 Millionen US-Dollar vorgesehen.
Wallstreet-Online zeigte im Beitrag mit dem Änderungsstand vom 24. Oktober 2026 um 10:26 Uhr für die NextEra-Aktie einen Kurs von 73,35 Euro und ein Plus von 0,42 Prozent an.
Zugeständnisse an Virginia wegen möglicher Strompreiserhöhungen
In Virginia griff Gouverneurin Abigail Spanberger im August 2026 in einem bislang beispiellosen Schritt direkt in die Prüfung der Übernahme ein. Am 14. September legten NextEra und Dominion ein überarbeitetes Maßnahmenpaket vor, mit dem sie auf Bedenken der Regulierer wegen möglicher Strompreiserhöhungen reagierten.
Die Unternehmen wollen die Laufzeit der Rechnungsgutschriften auf vier Jahre verdoppeln und 1.000 neue Arbeitsplätze in Virginia schaffen. Zudem soll ein Hilfsprogramm für Kunden bis 2038 um 100 Millionen US-Dollar aufgestockt werden.
DOE-Darlehen für die Wiederinbetriebnahme von Duane Arnold
Für ein weiteres Vorhaben in Iowa schloss NextEra im September 2026 eine Darlehensvereinbarung über bis zu 1,9 Milliarden US-Dollar mit dem US-Energieministerium DOE. Die Finanzierung dient dem geplanten Neustart des Duane Arnold Energy Center im Linn County. Das Kernkraftwerk mit einer Leistung von 615 MW war 2020 nach mehr als vier Jahrzehnten Betrieb stillgelegt worden.
NextEra rechnet für Iowa über einen Zeitraum von 25 Jahren mit wirtschaftlichen Vorteilen von mehr als 9 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen nach Erwartung des Unternehmens mehr als 400 dauerhafte Arbeitsplätze und rund 75 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen.
Die Anlage soll spätestens im ersten Quartal 2029 wieder in Betrieb gehen. Voraussetzung dafür sind die Genehmigungen der Nuclear Regulatory Commission.




