Ärzteschaft wächst um 2,1 Prozent
Die am 20. Oktober 2026 veröffentlichte Statistik weist gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 2,1 Prozent aus: Am 30. September 2025 waren 98.617 Ärztinnen und Ärzte bei der BLÄK registriert. Ein Jahr später wurde erstmals die Schwelle von 100.000 überschritten.
Unter den Gemeldeten waren 50.354 Männer und 50.317 Frauen. Dabei nahm die Zahl der Ärztinnen mit 3,4 Prozent stärker zu als die der Ärzte mit 0,8 Prozent. Eine andere Staatsangehörigkeit hatten 15.162 Kammermitglieder. Im Vorjahr waren es 14.234 gewesen; das entspricht einem Plus von 928 Personen oder rund 6,5 Prozent.
Der Ärztetag findet an diesem Wochenende in Berchtesgaden im Landkreis Berchtesgadener Land statt. Zur langfristigen Sicherung der medizinischen Versorgung äußert sich BLÄK-Präsident Dr. Gerald Quitterer auch im Interview mit der Mediengruppe Bayern. Darin spricht er über die Gewinnung von Nachwuchs, begrenzte Honorare und ausufernde Bürokratie. Das Gespräch trägt den Titel "Nicht wir sind die Kostentreiber".
Mehr Berufstätige, aber auch mehr Bedarf
Berufstätig waren am 30. September 2026 insgesamt 75.718 Ärztinnen und Ärzte in Bayern. Zum gleichen Stichtag 2025 hatte die Kammer 73.631 gezählt. Damit stieg ihre Zahl um 2,8 Prozent.
Dass der Bedarf dennoch weiter zunimmt, führt die BLÄK auf mehrere Entwicklungen zurück: den demografischen Wandel, den Ruhestand der Babyboomer-Generation und eine steigende Behandlungsintensität. Hinzu kämen mehr Teilzeitarbeit und der Wechsel in Angestelltenverhältnisse.
Im Durchschnitt waren die berufstätigen Ärztinnen und Ärzte laut Kammer 49,12 Jahre alt. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Versorgungsbereichen: Ambulant Tätige kamen auf 53,94 Jahre, stationär Tätige auf 43,46 Jahre. Im ambulanten Bereich lag das Durchschnittsalter der Frauen bei 51,31 und das der Männer bei 56,62 Jahren. Im stationären Bereich betrugen die entsprechenden Werte 41,49 und 45,44 Jahre.
Anstellungen in Praxen nehmen zu
Auch die Beschäftigungsstruktur in den Praxen verändert sich. Während die Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte nach Angaben der BLÄK zurückgeht, steigt die Zahl der Angestellten: Zum 30. September 2026 arbeiteten 12.896 Ärztinnen und Ärzte in einem solchen Beschäftigungsverhältnis, 8,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Den längerfristigen Wandel beschreibt BR24 anhand des Anteils der Angestellten am ärztlichen Praxispersonal. Dieser ist seit Ende 2015 von 20,5 auf 39,5 Prozent gestiegen und hat sich damit nahezu verdoppelt.
Mehr Arbeitslosmeldungen trotz Vollbeschäftigung
Die BLÄK verzeichnet zugleich mehr arbeitslose Medizinerinnen und Mediziner. Ihre Zahl erhöhte sich von 1.722 Ende 2015 auf 2.960, also um mehr als 70 Prozent. Gemessen an der gesamten Ärzteschaft bleibt die Arbeitslosigkeit jedoch niedrig: Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit lag sie in Bayern bei rund zwei Prozent. Damit herrsche weiterhin Vollbeschäftigung.
Quitterer nennt für die gestiegene Zahl zwei Gründe: Ärztinnen und Ärzte meldeten sich zwischen zwei Anstellungen häufiger arbeitslos. Außerdem müssten ausländische Medizinerinnen und Mediziner lange auf die Anerkennung warten.




