Hybridkühlung in 3U, vollständige Flüssigkeitskühlung in 2U
Für umfangreiche KI-Berechnungen bietet ASUS zwei Modelle an: den XR R1I12B-M1BHFS im 3U-Format mit Hybridkühlung und den vollständig flüssigkeitsgekühlten XR R1I12B-M1BLFS im 2U-Format.
Beim 3U-Modell kühlt Flüssigkeit das NVIDIA HGX Rubin 8-GPU-Baseboard direkt am Chip, während zwei Intel-Xeon-6-Prozessoren luftgekühlt werden. Wie ASUS in seiner Pressemitteilung vom 21. Oktober 2026 erläutert, soll der luftgekühlte CPU-Einschub die Wartungszeit um bis zu 50 Prozent verkürzen. Für unterschiedliche Einsatzanforderungen stehen U.2/E1.S-Speicheroptionen zur Verfügung.
Beim 2U-Modell setzt ASUS dagegen vollständig auf Flüssigkeitskühlung. Das System ist laut Hersteller auf hohe thermische Effizienz, einen verbesserten PUE-Wert und hohe Rechendichte ausgelegt. Sein von NVIDIA validiertes Design nutzt eine kabellose Board-to-Board-Architektur. Diese soll die Integration vereinfachen und den Aufwand für die Bereitstellung verringern.
Acht Rubin-GPUs und vorläufige Leistungsangaben
Die gemeinsame Grundlage der Server ist die HGX-Rubin-NVL8-Plattform. Sie verbindet acht NVIDIA Rubin SXM GPUs über NVLink der sechsten Generation. NVIDIA nennt dafür bis zu 400 PFLOPS bei NVFP4-Inferenz und 280 PFLOPS beim NVFP4-Training. Hinzu kommen 2,3 TB HBM4-GPU-Speicher mit einer Bandbreite von 176 TB/s; die NVLink-Switch-Bandbreite beträgt 28,8 TB/s.
Nach Angaben von NVIDIA soll der Token-Durchsatz bis zu zehnmal so hoch ausfallen wie bei HGX B200. Dieselbe Trainingsleistung soll mit viermal weniger GPUs erreichbar sein. NVIDIA kennzeichnet die Leistungswerte als voraussichtlich und behält Änderungen vor.
Auch als Cloud-Angebot ist die Plattform angekündigt: CoreWeave teilte am 21. Oktober 2026 mit, HGX Rubin NVL8 noch im vierten Quartal 2026 in der CoreWeave Cloud verfügbar machen zu wollen.
KI-Fabriken vor der Bereitstellung simulieren
Neben den Servern zeigt ASUS auf der GTC Berlin die Planung und Simulation von KI-Fabriken mit NVIDIA DSX. Dafür verbindet das Unternehmen nach eigenen Angaben sein Systemengineering mit dem NVIDIA DSX Sim Blueprint und arbeitet mit Partnern wie Schneider Electric, AVEVA und IBM zusammen.
In einem gemeinsamen digitalen Zwilling führt ASUS dabei Rechenleistung, Netzwerk und Speicher mit Stromversorgung, Kühlung und Anlageninfrastruktur zusammen. Kunden sollen verschiedene Konfigurationen prüfen und Engpässe erkennen können, bevor sie die Infrastruktur bereitstellen. Auch Leistung und Effizienz sollen sich auf diese Weise vorab optimieren lassen.
DSX Sim ist ein Bestandteil der NVIDIA DSX AI Factory Platform. Laut NVIDIA-Mitteilung vom 21. Oktober 2026 gehören außerdem DSX MaxLPS zur dynamischen Leistungszuweisung und DSX Flex dazu, das den Stromverbrauch von Workloads mit den Netzbedingungen abstimmt. Weitere Komponenten sind DSX Reference Design, DSX OS für das Infrastrukturmanagement sowie DSX Exchange als Verbindung zwischen Computing- und Anlagensystemen.
NVIDIA nennt Einsparpotenzial bei Strom und Kühlwasser
Mit DSX-Referenzdesigns lässt sich nach Angaben von NVIDIA der Kühlwasserverbrauch um bis zu 100 Prozent reduzieren. Bei gleicher KI-Ausgabe soll zudem eine Stromeinsparung von bis zu 30 Prozent möglich sein.
Für die Vera-Rubin-Infrastruktur nennt NVIDIA eine vollständig flüssigkeitsgekühlte Auslegung mit Kühlmitteltemperaturen von bis zu 45 Grad Celsius. Zusammen mit Trockenkühlern in einem geschlossenen Kreislauf soll dies den Kühlwasserverbrauch eines Rechenzentrums nahezu auf null senken.
Für einen Ausbau auf 2 Gigawatt beziffert NVIDIA das mögliche Einsparvolumen auf 54 Millionen Liter Wasser täglich. Das entspreche dem Tagesverbrauch von 180.000 Haushalten.
Weitere ASUS-Systeme am Messestand
Am Stand 3039 ergänzt ASUS die Rubin-Server durch sein Angebot auf Basis von NVIDIA Grace Blackwell. Dazu zählen der Ascent GX10, den das Unternehmen für die Feinabstimmung von KI-Modellen, Prototyping und Inferenz vorsieht, sowie der ExpertCenter Pro ET900N G3 für anspruchsvolle KI-Entwicklung und das Training großer Modelle.
Mit diesem Portfolio beansprucht ASUS, den Weg der agentenbasierten KI von der Infrastruktur über die Modellentwicklung bis zum Edge- und Agent-Computing abzudecken. Für Entwickler und Kreative zeigt das Unternehmen zudem KI-Funktionen außerhalb des Rechenzentrums: im ProArt GR1X Mini-PC und im ProArt P16.






