Universität Freiburg erhält Exzellenzstatus zurück – Millionenförderung für sieben Jahre
Die Universität Freiburg kehrt in den Kreis der deutschen Elite-Universitäten zurück. Die 71-köpfige Exzellenzkommission, bestehend aus 39 Mitgliedern des Sachverständigenausschusses sowie Bundes- und Landesministern für Wissenschaft und Forschung, entschied am Freitagnachmittag in Bonn, der Hochschule ab Januar 2027 wieder den Exzellenzstatus zu verleihen. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär verkündete die Entscheidung offiziell.
Mit der Auszeichnung fließen jährlich zwischen zehn und 15 Millionen Euro zusätzliche Fördergelder nach Freiburg. Die Förderung läuft zunächst für sieben Jahre. Insgesamt wurden in dieser Runde fünf neue Universitäten oder Universitätsverbünde für den Exzellenzstatus ausgewählt. Die zehn bisherigen Exzellenz-Universitäten aus der Förderperiode 2019 bis 2026 erhielten alle eine Fortsetzung ihrer Finanzierung.
Es ist unglaublich. Es ist der größte Moment, den ich bisher erlebt habe
Die Universität habe enormen Rückenwind und Zutrauen von der Gesellschaft bekommen.
Ich glaube, wir haben wirklich den besten Ausweis bekommen, den wir für unsere Zukunft in den nächsten 15 Jahren bekommen können.
Das sei eine wunderbare Anerkennung für die wissenschaftliche Leistung und bedeute bessere Bedingungen für alle Forschenden an der Universität.
Zwei erfolgreiche Forschungsverbünde als Grundlage
Um sich für den Exzellenzstatus zu qualifizieren, musste Freiburg mindestens zwei erfolgreiche Exzellenzcluster vorweisen – eine Voraussetzung, die die Universität erfüllte. Bereits im Mai 2025 waren insgesamt 70 Exzellenzcluster an 43 Universitäten ausgewählt worden, die ab Januar 2026 mit insgesamt 539 Millionen Euro jährlich für sieben Jahre gefördert werden.
Freiburg überzeugte mit zwei Forschungsverbünden: Das Cluster CIBSS - Centre for Integrative Biological Signalling Studies erforscht, wie Zellen über biologische Signale miteinander kommunizieren. Mehr als 70 Forschungsgruppen aus sechs Fakultäten der Universität Freiburg, dem Universitätsklinikum und dem Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik arbeiten in diesem interdisziplinären Verbund zusammen. CIBSS ist bereits seit Januar 2026 in seiner zweiten siebenjährigen Förderphase. Die Forschung soll unter anderem neue Ansätze gegen Infektionskrankheiten und Krebs ermöglichen.
Das zweite Cluster Future Forests widmet sich der Anpassung von Wäldern an die Folgen des Klimawandels. Mehr als einhundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sieben Jahre lang untersuchen, wie die Anpassung der Wälder und der Erhalt ihrer Ökosystemleistungen gelingen kann. Das Exzellenzcluster ist deutschlandweit einzigartig in seinem Forschungsansatz.
Dritter Anlauf nach Verlusten 2012 und 2019
Für Freiburg bedeutet die Auszeichnung eine Rückkehr an die Spitze der deutschen Forschungslandschaft. Die Universität gehörte bereits 2007 zu den ersten Hochschulen, die im Rahmen der damaligen Exzellenzinitiative ausgezeichnet wurden. Dieses Vorgängerprogramm war 2005 gestartet worden, um herausragende Universitätsstandorte zu fördern und die Spitzenforschung in Deutschland zu stärken. Die heutige Exzellenzstrategie baut auf dieser Initiative auf, die von 2005 bis 2017 lief.
2012 verlor Freiburg den Status jedoch wieder. Auch bei der nächsten Auswahlrunde 2019, als die neue Exzellenzstrategie startete, konnte die Hochschule den Titel nicht zurückgewinnen. Nun gelang im dritten Anlauf die Rückkehr in den elitären Kreis.
Baden-Württemberg führend mit vier Elite-Universitäten
Baden-Württemberg behauptet mit nun vier Exzellenz-Universitäten seine Spitzenposition in Deutschland. Neben Freiburg tragen die Universitäten Heidelberg und Tübingen sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den begehrten Titel. In der vorherigen Förderperiode hatte das Land drei der zehn geförderten Exzellenz-Universitäten gestellt.
Neben Freiburg wurden die Universitäten in Jena und Köln neu ausgezeichnet, ebenso der Hochschulverbund Ruhr Innovation Lab aus TU Dortmund und Ruhr-Universität Bochum sowie die Rhein-Main-Universitäten in Darmstadt, Mainz und Frankfurt am Main. Universitätsverbünde müssen für eine Bewerbung mindestens drei erfolgreiche Exzellenzcluster nachweisen.
Ministerpräsident Cem Özdemir bezeichnete die Entscheidung als
großartige Nachricht und das Ergebnis harter Arbeit und einer herausragenden Teamleistung
. Die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder umfasst für die neue Förderperiode ab 2026 insgesamt 687 Millionen Euro jährlich, nachdem bis 2025 noch 533 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung standen. Einzelne Exzellenz-Universitäten erhalten dabei zwischen zehn und 28 Millionen Euro jährlich.
Internationale Strahlkraft und Wettbewerbsvorteil
Neben den Fördermitteln geht es für die Universität Freiburg vor allem um Reputation und internationale Sichtbarkeit. Der Titel Exzellenz-Universität stärkt die Position im weltweiten Wettbewerb um herausragende Forschende und talentierte Studierende erheblich. Die Universität, die 22 Nobelpreisträger unter ihren Alumni, Forschenden und Lehrenden zählt, kann ihre wissenschaftliche Tradition nun mit modernster Infrastruktur verbinden.
Studierende, Forschende und Mitarbeitende verfolgten die Bekanntgabe gemeinsam mit dem Rektorat in der Aula der Universität per Livestream. Als Freiburg genannt wurde, brach spontaner Jubel aus. Freiburg war die einzige neu kandidierende Universität aus Baden-Württemberg – entsprechend groß war die Anspannung.
Die Förderung beginnt offiziell am 1. Januar 2027. Alle Exzellenz-Universitäten müssen sich nach sieben Jahren einer erneuten Evaluierung stellen, um ihren Status zu behalten.




