Selbstbehauptung und Hilfe im Notfall
Das Angebot der offenen Jugendarbeit im Landkreis Hildburghausen sollte nach Angaben des Diakoniewerks das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, soziale Kompetenzen und Zivilcourage fördern. Respekt, Solidarität und Gewaltfreiheit sollten dabei nicht abstrakt bleiben, sondern im Umgang miteinander erfahrbar werden.
Im Mittelpunkt stand ein Selbstbehauptungskurs mit Corina Gordzielik vom Protactics Team aus Erfurt. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit ihren Stärken und persönlichen Grenzen. Sie übten, die eigene Meinung sicher zu äußern und bei Meinungsverschiedenheiten respektvoll und gewaltfrei zu handeln. Ein Erste-Hilfe-Kurs vermittelte außerdem, wie sie Menschen in Not unterstützen und dabei Verantwortung übernehmen können.
Gordzielik gründete 2024 in Erfurt "Mutig-Angstfrei". Das Unternehmen bietet Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung an. Nach Angaben des Portals Studiomaps gehört es zur International Protactics Federation e.V. (I.P.F.); Grundlage der Trainings ist die von Michael Stahl entwickelte Protactics-Methode.
Studiomaps zufolge verfügt Gordzielik über langjährige Judoerfahrung und eine zertifizierte Trainerausbildung in M.S.E. (Moderne Selbstverteidigungsethik). Mit "Mutig-Angstfrei" beteiligt sie sich zudem an der Initiative "Weltoffenes Thüringen", die sich für ein respektvolles und inklusives gesellschaftliches Miteinander einsetzt.
Gemeinschaft auch außerhalb der Kurse
Zum pädagogischen Konzept gehörte ausdrücklich auch die Zeit zwischen den Kursen. Der mehrtägige Aufenthalt gab den Kindern nach Darstellung des Diakoniewerks einen geschützten Rahmen, um Neues auszuprobieren, aufeinander Rücksicht zu nehmen und das Zusammenleben mitzugestalten. Das Team des Schullandheims ergänzte die Kurse durch ein Rahmenprogramm mit gemeinsamen Herausforderungen und Gelegenheiten, Teamgeist zu entwickeln.
In der abschließenden Feedbackrunde zeigte sich laut Diakoniewerk, wie viel den Teilnehmenden die praktischen Übungen und gemeinsamen Erlebnisse bedeuteten. Der Träger sieht in dem Projekt einen Beitrag dazu, junge Menschen zu stärken und zu einem solidarischen Umgang zu ermutigen: Wer für sich eintreten, anderen helfen und fair streiten könne, unterstütze damit auch das gesellschaftliche Zusammenleben.
Das Schullandheim liegt am Fuß des 867 Meter hohen Bleßbergs. Sein Gebäude wurde 1915 als Schule errichtet; heute ist das Landratsamt Hildburghausen Träger der Einrichtung. Nach Angaben der Thüringer Schullandheime empfängt das von Ina Gerlof geleitete Haus jährlich rund 1.200 Gäste. Die meisten sind Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Hildburghausen.
Förderung und Trägerschaft
Gefördert wird "Young Heroes" über "Demokratie leben!" durch das BMBFSFJ und das TMASGFF. Das Bundesprogramm besteht seit 2015. Seine dritte Förderperiode begann im Januar 2025 und reicht bis 2032. Das Bundesfamilienministerium nennt dafür rund 580 geförderte Projekte und ein geplantes jährliches Fördervolumen von 182 Millionen Euro. Es bezeichnet "Demokratie leben!" als größtes Präventionsprogramm des Bundes.
Projektträger ist das Diakoniewerk der Superintendenturen Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld e.V. Der selbstständige Träger gehört dem Landesverband Diakonisches Werk Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland e.V. an. Seine Angebote konzentrieren sich auf die Altenhilfe, die Behindertenhilfe sowie die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.
Weitere Begegnungen im Jugendclub
Über die Seminartage hinaus lädt das Diakoniewerk Jugendliche in den Jugendclub ein. Dort können sie Kontakte knüpfen, Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten einbringen und ihre Freizeit miteinander gestalten.




