Brandursache noch offen
Die Festnahme gab die Polizei in Oberbayern am frühen Morgen bekannt. Der Deutschlandfunk berichtete am 24. Oktober 2026 von einem Verdacht auf Brandstiftung; die genaue Ursache des Feuers sei jedoch noch ungeklärt.
Weitere Einzelheiten zur Festnahme stammen aus einem Bericht der "Bild"-Zeitung, den der Deutschlandfunk aufgriff. Demnach sagte ein Polizeisprecher, auf der Fahrt zum Brandort sei den Einsatzkräften ein Motorradfahrer entgegengekommen. Dieser sei später festgenommen worden. Ob ein Zusammenhang mit dem Feuer besteht, wird noch untersucht.
Die Kriminalpolizei Traunstein ermittelt zur Brandursache. Nach einem Bericht der Salzburger Nachrichten übernahm sie den Fall noch am späten Abend unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein.
Rund 200 Kräfte im Einsatz
Bei der Integrierten Leitstelle Traunstein ging der Brandalarm laut den Salzburger Nachrichten gegen 21.15 Uhr ein. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd teilte mit, dass die ersten Rettungskräfte am Freitag um 21.52 Uhr die Berggaststätte erreichten und dort einen Großbrand vorfanden. In der Nacht auf den 24. Oktober waren nach Polizeiangaben rund 200 Personen mit den Löscharbeiten beschäftigt, darunter Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehren aus sechs Gemeinden.
Die Lage des Kehlsteinhauses erschwerte den Löschzügen die Anfahrt. Auch der Zugang vor Ort war eingeschränkt: Sowohl das Haus als auch seine unmittelbare Umgebung können nur mit schwerer Atemschutzausstattung betreten werden.
Die Polizei rechnet nicht mit Verletzten, da sich nach ihrem bisherigen Kenntnisstand bei Ausbruch des Feuers niemand im Haus aufhielt. Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden hatte auf seiner Internetseite für die laufende Saison eine Öffnung bis zum 8. November angekündigt.
Brandalarm bereits 2008
Schon am 24. Mai 2008 mussten Besucher das Kehlsteinhaus nach einem Alarm verlassen. Damals hatte die Notabschaltung des Aufzugs einen automatischen Feueralarm ausgelöst. Insgesamt wurden 576 Besucher evakuiert; niemand wurde verletzt.
Vom NS-Repräsentationsbau zur Berggaststätte
Das auch als Eagle's Nest beziehungsweise Adlernest bekannte Kehlsteinhaus liegt auf 1.834 Metern Höhe und wird seit 1952 als Berggaststätte genutzt. Errichtet wurde es 1937/38, die Fertigstellung erfolgte 1938. Es gehörte damals zu einem abgeschirmten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung, zu dem die Öffentlichkeit keinen Zugang hatte.
Nach Darstellung des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden war das seinerzeit sogenannte Teehaus für politische Repräsentation abseits der Öffentlichkeit vorgesehen. Seine tatsächliche Bedeutung sei jedoch gering geblieben. Adolf Hitler habe dort Diplomaten und andere ausländische Gäste empfangen. Häufiger hätten Angehörige der am Obersalzberg versammelten NS-Entourage das Gebäude zur Erholung und für private Feiern genutzt. Eine Ausstellung im Haus behandelt dessen Geschichte.







