Was die Ermittler über die Bluttat wissen: Hier wird der Altenheim-Killer zum Haftrichter geschoben
Ein 72-jähriger Bewohner eines Seniorenheims in Olfen steht unter dringendem Tatverdacht, eine 86-jährige Mitbewohnerin getötet und zwei weitere Frauen schwer verletzt zu haben. Gegen den Mann wurde ein Untersuchungshaftbefehl erlassen, nachdem er während des Abendessens mit einem Messer auf drei Bewohnerinnen eingestochen haben soll.
Der Tatort: St. Vitus-Stift in Olfen
Der Vorfall ereignete sich im St. Vitus-Stift, einer kommunalen Pflegeeinrichtung in Olfen im Kreis Coesfeld. Die Einrichtung in der nordrhein-westfälischen Gemeinde mit rund 13.000 Einwohnern beherbergt 77 pflegebedürftige Bewohner. Dem Pflegeheim angegliedert sind zudem 36 barrierefreie Wohnungen sowie Wohngruppen für Menschen mit Demenz.
Hergang der Tat
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige während der gemeinsamen Abendmahlzeit unvermittelt auf seine Mitbewohnerinnen einstach. Die 86-Jährige erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Zwei weitere Frauen wurden mit lebensbedrohlichen Verletzungen in Krankenhäuser gebracht.
Festnahme und Untersuchungshaft
Der 72-Jährige wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen. Ein Haftrichter erließ gegen ihn einen Untersuchungshaftbefehl. Nach deutschem Strafprozessrecht stellt die Untersuchungshaft das schwerste Zwangsmittel dar und kann nur von einem Richter angeordnet werden. Voraussetzung ist ein dringender Tatverdacht sowie besondere Haftgründe wie Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr oder die Schwere der Tat.
Stand der Ermittlungen
Die genauen Hintergründe der Bluttat sind noch unklar. Die Staatsanwaltschaft und die Mordkommission haben die Ermittlungen aufgenommen und prüfen die Umstände, die zu der tödlichen Attacke führten. Dabei wird auch das Umfeld des Tatverdächtigen und sein Verhältnis zu den Opfern untersucht.
Die Einrichtung St. Vitus-Stift wird von der Gemeinde Olfen als öffentliche Pflegeeinrichtung betrieben und bietet Betreuung für ältere Menschen mit unterschiedlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Pflegebedürfnissen. Nach dem schockierenden Vorfall wurde den verbliebenen Bewohnern und Mitarbeitern psychologische Betreuung angeboten.
Die Ermittlungen zu den genauen Tatumständen, dem Motiv und dem Ablauf der Geschehnisse dauern an. Der Tatverdächtige soll zeitnah einem Haftrichter vorgeführt werden, der über die weitere Untersuchungshaft entscheiden wird.







