Kupferkabel und -rohre in zwei Kreisen gestohlen
In zwei sächsischen Landkreisen haben Unbekannte innerhalb weniger Tage Kupferkabel und -rohre im Gesamtwert von rund 60.000 Euro gestohlen. Die Taten ereigneten sich in Lunzenau im Landkreis Mittelsachsen und in Schneeberg im Erzgebirgskreis. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Polizeiangaben auf etwa 110.000 Euro.
Diebstahl in Lunzenau beeinträchtigt Schienentrabi-Betrieb
In Lunzenau entwendeten die Täter zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen etwa 30 Meter Kupferkabel, das parallel zu Bahngleisen verlegt war. Die Unbekannten öffneten den Schacht an mehreren Stellen und schnitten die Kabel heraus. Der Diebstahl beeinträchtigte den Betrieb eines privat genutzten Schienenabschnitts, auf dem unter anderem ein Schienentrabi verkehrt. Der Geschädigte bezifferte den Gesamtschaden auf rund 50.000 Euro.
Bei dem Schienentrabi handelt es sich um ein ehemaliges Inspektionsfahrzeug der Deutschen Reichsbahn mit der offiziellen Bezeichnung Gleiskraftrad Typ 1. Seit 2010 verkehren diese umgebauten Trabant-Fahrzeuge auf der stillgelegten Muldentalbahn zwischen Rochlitz, Wechselburg, Lunzenau und Amerika. Die touristisch beliebten Fahrten finden an ausgewählten Wochenenden statt und können maximal 18 Personen pro Fahrt befördern. Eine Voranmeldung ist erforderlich.
Einbruch in Schneeberg
In Schneeberg drangen Unbekannte zwischen dem 16. September und Freitagmorgen in ein leerstehendes Gebäude an der Neustädtler Straße ein. Sie öffneten gewaltsam weitere Türen und stahlen mehrere Kupferrohre im Wert von etwa 10.000 Euro. Den einbruchsbedingten Sachschaden schätzte die Polizei auf rund 50.000 Euro.
Bundesweiter Trend zu Kupferdiebstählen
Die Diebstähle reihen sich in einen bundesweiten Trend ein. Kupferdiebstähle haben in Deutschland 2026 deutlich zugenommen. In Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der Buntmetalldiebstähle bereits im Jahr 2025 um zwei Drittel auf knapp 500 Fälle, und diese Entwicklung setzte sich im ersten Halbjahr 2026 fort. Auch in Sachsen kam es zu vergleichbaren Vorfällen: Im September 2026 wurden an der Bahnstrecke Bischofswerda-Zittau knapp 400 Meter Kupferkabel gestohlen, was zu massiven Störungen und Schienenersatzverkehr führte.
Als wirtschaftliches Motiv gilt der hohe Kupferpreis. Im Oktober 2026 liegt dieser bei über 13.000 US-Dollar pro Tonne und damit nahe seinen historischen Höchstständen. Analysten rechnen 2026 mit Preisen zwischen 10.000 und 12.500 US-Dollar pro Tonne im Jahresdurchschnitt. Die hohen Preise machen Kabeldiebstähle für Kriminelle besonders lukrativ.
Der Erzgebirgskreis und der Landkreis Mittelsachsen, beide an der Grenze zu Tschechien gelegen, zählen laut Polizeidirektion Chemnitz zu den sichersten Regionen in Sachsen. Im Jahr 2025 wurden im Erzgebirgskreis 10.889 Straftaten erfasst bei einer Aufklärungsquote von 64,1 Prozent. Trotz der niedrigen Gesamtkriminalität zeigen die aktuellen Fälle, dass Eigentumsdelikte wie Kupferdiebstahl auch in diesen Regionen vorkommen.







