Feuer im Mainzer Entsorgungsbetrieb – Anwohner sollen Fenster geschlossen halten

swr-in-einem-entsorgungsbetrieb-in-mainz-ist-ein-feuer-ausgebrochen-100.jpg

In einem Müllentsorgungsbetrieb in der Wormser Straße in Mainz ist in der Nacht ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr warnt vor starker Rauchentwicklung und fordert Anwohner auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Feuer im Mainzer Entsorgungsbetrieb – Anwohner sollen Fenster geschlossen halten

In einem Entsorgungsbetrieb in der Wormser Straße im Mainzer Stadtteil Weisenau ist in der Nacht zum Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr Mainz rückte mit rund 50 Einsatzkräften aus, um die Flammen zu bekämpfen. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden Anwohner im näheren Umkreis aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Nach ersten Erkenntnissen wurde bei dem Brand niemand verletzt. Die Löscharbeiten dauerten nach Angaben der Feuerwehr bis in die Morgenstunden an. Die Ursache des Brandes ist bislang noch unklar, auch der entstandene Sachschaden kann noch nicht beziffert werden.

Der betroffene Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz in der Wormser Straße 189 dient als zentrale Sammelstelle für verschiedene Abfallarten und Wertstoffe der Mainzer Bürger. Es ist nicht das erste Mal, dass es an diesem Standort zu einem größeren Feuer kam: Bereits am 4. Dezember 2023 brannte eine Lagerhalle für Abfälle in dem Betrieb.

Häufige Brände in deutschen Entsorgungsbetrieben

Der Vorfall in Mainz reiht sich ein in eine Serie von Bränden in Abfallentsorgungsanlagen in Deutschland. Erst Ende Juli 2026 war in Bremen ein Feuer in einem Müllbunker einer Entsorgungsanlage ausgebrochen, bei dem geschredderter Recyclingabfall in Brand geriet und über 80 Feuerwehrleute im Einsatz waren.

Bundesweit kommt es täglich zu bis zu 30 Brandfällen in Müllfahrzeugen und Abfallbehandlungsanlagen. Nach Angaben von Branchenverbänden werden 80 Prozent dieser Brände durch Lithium-Batterien verursacht, die fälschlicherweise im Hausmüll entsorgt werden. Bei der mechanischen Verarbeitung des Abfalls können beschädigte Akkus durch Kompression, Überhitzung oder mechanische Belastung bei Sortiervorgängen einen thermischen Durchgang auslösen und sich entzünden.

Europäische Dimension des Problems

Das Problem betrifft nicht nur Deutschland. Im Sommer 2025 ereigneten sich mehrere Großbrände in Entsorgungsanlagen in Österreich und anderen EU-Mitgliedstaaten, die jeweils Schäden in Millionenhöhe verursachten. Im Dezember 2025 brachten Österreich, Deutschland und Litauen das Thema bei einer Tagung des EU-Umweltrats zur Sprache und forderten Maßnahmen gegen die steigende Zahl von Bränden durch falsch entsorgte Lithium-Akkus.

Die wachsende Bedrohung zeigt sich auch in internationalen Statistiken: In Großbritannien stieg der Anteil von Lithium-Ionen-Batterien an allen registrierten Bränden in Recycling- und Abfallentsorgungsanlagen von rund 25 Prozent im Jahr 2016 auf knapp 40 Prozent im Jahr 2020 – was etwa 300 Einzelfällen pro Jahr entspricht.

Forderungen nach finanzieller Unterstützung

Die finanziellen Belastungen für Entsorgungsbetriebe sind erheblich. Brandschutzausrüstung kann Anlagen mehrere hunderttausend Euro pro Jahr kosten und bei Neubauprojekten bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Europäische Abfallwirtschaftsverbände fordern daher von der EU-Kommission die Einrichtung eines Batteriebrand-Präventions- und Wiederherstellungsfonds, der über eine erweiterte Herstellerverantwortung finanziert werden soll. Der Fonds soll Präventionsmaßnahmen fördern und betroffene Anlagen entschädigen.

#Europäische Union
← Zurück zu Unfälle & Katastrophen

Weitere Meldungen