Lulas Wahlsieg von Bolsonaros Partei anerkannt
Die Stichwahl vom 25. Oktober 2026 gewann nach Angaben des Wahlgerichts Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva mit 51,8 Prozent der Stimmen. Auf Bolsonaro entfielen 48,2 Prozent. Internationale Beobachter beurteilten die Abstimmung am Sonntag als fair.
Während Bolsonaro seine Niederlage nicht eingestand, erkannte seine eigene rechte Partei Lulas Wahlsieg bereits an. Das berichten die Salzburger Nachrichten.
Auch US-Präsident Donald Trump äußerte Zweifel am Wahlergebnis. Vor Journalisten sagte er, die Abstimmung habe "wie eine weitere manipulierte Wahl" gewirkt. Eine Grundlage für diese Einschätzung nannte er nicht.
Über Argentinien und Ecuador nach Florida
Bolsonaro hatte Brasilien heimlich verlassen. Nach Angaben argentinischer Behörden überquerte er mit seiner Familie zunächst die Grenze nach Argentinien. Anschließend führte die Reise über Ecuador in die USA. Wie die Tagesschau berichtet, landete die Familie am Mittwochvormittag Ortszeit mit einer Privatmaschine auf dem Flughafen Opa-Locka in Florida.
Lula kritisierte die Ausreise seines unterlegenen Herausforderers. Wer nichts zu verbergen habe, müsse nichts fürchten, erklärte der Präsident. Er warf Bolsonaro zudem vor, es an Respekt gegenüber dessen Wählern und der Demokratie fehlen zu lassen.
Flávio Bolsonaro ist der älteste Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro. Dieser wurde wegen eines versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft verurteilt und darf keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden. Flávios Bruder Eduardo lebt schon seit Längerem in den USA. In Brasilien liegt gegen ihn ein Haftbefehl vor.
Justiz prüft mögliche Wahlkampfhilfe aus dem Ausland
Unterdessen ließ die brasilianische Justiz Ermittlungen zu der Frage einleiten, ob Bolsonaros Präsidentschaftswahlkampf finanziell aus dem Ausland unterstützt wurde. Im Mittelpunkt stehen das in den USA ansässige Rockbridge Network und seine Verbindungen zu brasilianischen Unternehmern. Das Netzwerk weist die Vorwürfe zurück.




