Audi plant erstes US-Werk in Georgia für 4,2 Milliarden Dollar

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Audi will nahe Macon im US-Bundesstaat Georgia ein Werk errichten. US-Präsident Donald Trump bestätigte bei einem Wahlkampfauftritt in Perry einen entsprechenden Handelsblatt-Bericht. Er bezifferte die Investition auf 4,2 Milliarden Dollar und kündigte eine jährliche Produktion von 200.000 Autos an.

SUV-Produktion und rund 4.500 neue Stellen

Audi-Chef Gernot Döllner stellte in Perry die Pläne für große, hochwertige SUVs vor, die das Unternehmen künftig in Georgia fertigen will. "Das ist eine Langzeitinvestition, weil wir an den amerikanischen Markt glauben", sagte er unter dem Jubel der Trump-Anhänger. Nach Auskunft eines US-Regierungsvertreters gegenüber Reuters sollen dort die Modelle Audi Q7, Q8 und Q9 montiert werden.

Für den Standort erwartet Audi rund 4.500 neue Arbeitsplätze. Diese Zahl nennt der Konzern in seiner Pressemitteilung vom 25. Oktober 2026; Vertreter des Bundesstaats Georgia bestätigten sie. Der Mitteilung zufolge sollen die Bauarbeiten 2027 beginnen und die Produktion Anfang der 2030er Jahre anlaufen. Die Fertigstellung des Werks wird für 2031 erwartet.

Die Atlanta Journal-Constitution verortet das geplante Werk am östlichen Rand von Fort Valley im Peach County: nördlich der Georgia State Route 96, etwa 8 Kilometer beziehungsweise 5 Meilen westlich der Interstate 75. Nach Angaben von Bundesstaatsbeamten lässt sich das Gelände auf etwa 2.400 Acres, rund 970 Hektar, erweitern.

Weitere Fertigung in South Carolina geplant

Zusätzlich zu dem neuen Standort in Georgia plant Audi nach Angaben eines US-Regierungsvertreters, jährlich 25.000 Fahrzeuge im benachbarten South Carolina bauen zu lassen. Die Montage soll Volkswagen im Werk seiner Offroad-Marke Scout Motors übernehmen. Die 2-Milliarden-Dollar-Fabrik entsteht derzeit in Blythewood bei Columbia.

Audi ordnet die Investition in Georgia als Ausbau seines weltweiten Produktionsnetzwerks ein: Nordamerika solle damit neben Europa und China zur dritten tragenden Säule werden.

Ankündigung auf Trumps Wahlkampfbühne

"Ich freue mich sehr, heute eine riesige Investition im Automobilbereich im großartigen Bundesstaat Georgia durch ein fantastisches Unternehmen ankündigen zu dürfen", sagte Trump in Perry. Seine Bewertung des Vorhabens lautete: "Dies wird die größte Einzelinvestition in der jüngeren Geschichte der Automobilindustrie sein."

Der 80-jährige Präsident bat auch den eigens angereisten Döllner auf die Bühne und scherzte über dessen Aussehen: "Ich hätte ihn lieber nicht hier oben. Er sieht einfach zu gut aus". Der Audi-Chef erklärte in seiner kurzen Ansprache: "Ich möchte dem Präsidenten für seine Unterstützung und die großartige Chance danken."

Der Auftritt fand rund zehn Tage vor den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 statt. Nach Einschätzung von Medien nutzte Trump die Ankündigung, um seine Zollpolitik als Erfolg darzustellen.

Zollbelastung und rückläufiger US-Absatz

Bislang beliefert Audi den US-Markt ausschließlich mit Fahrzeugen aus Europa und Mexiko. Im Vorjahr entstand dem Autobauer durch die von Trump eingeführten Zölle eine Belastung von 1,2 Milliarden Euro. In diesem Jahr sank der Audi-Absatz in den USA um 16 Prozent.

#Handelskonflikt#Volkswagen#USA#Donald Trump
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