Jools Oliver macht Autismus und ADHS öffentlich: "Es ist keine Superkraft"

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Jools Oliver (51) hat im Podcast "Lessons From Our Mothers" erstmals über ihre Autismus- und ADHS-Diagnosen gesprochen. Die Unternehmerin und Modedesignerin erfuhr vor etwa vier Jahren von ihrem ADHS. Den Anstoß für eine Autismus-Untersuchung gaben später Diagnosen bei mehreren ihrer Kinder.

Die Diagnosen ihrer Kinder brachten sie auf die Spur

Im Gespräch mit den Schwestern und Podcast-Moderatorinnen Cressida Bonas (37) und Isabella Branson (46) erzählte Oliver, sie habe bei ihren Kindern Merkmale wiedererkannt, die sie auch von sich selbst kannte. Erst daraufhin habe sie sich auf Autismus untersuchen lassen.

Die lange Zeit ohne Erklärung für ihre Erfahrungen beschreibt sie als schmerzhaft: "Ich glaube tatsächlich, dass es bisher 45 Jahre meines Lebens ruiniert hat, weil ich dachte, es sei etwas anderes. Es ist keine Superkraft. Es ist einfach eine Belastung und wirklich harte Arbeit", sagte sie im Podcast. Inzwischen könne sie sich selbst und ihre Kinder durch das Wissen besser verstehen. Mit ihren autistischen Kindern fühle sie sich besonders verbunden, weil sie deren Erfahrungen nachvollziehen könne.

Dass Frauen lange auf eine Autismusdiagnose warten, beschreibt auch die britische National Autistic Society. Viele autistische Frauen und Mädchen würden erst spät diagnostiziert oder erhielten zunächst eine andere, unzutreffende Diagnose. Das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Personen bei Autismusdiagnosen schätzt die Organisation derzeit auf etwa 3:1.

Intensive Gefühle und Unsicherheit wegen der Wechseljahre

Für ihr ADHS hat Oliver Medikamente verschrieben bekommen, sie aus gesundheitlichen Bedenken bislang jedoch nicht eingenommen. Sie berichtet von intensiven Gefühlen, ausgeprägten Stimmungsschwankungen und nahezu ständigen Sorgen um ihre Kinder. Das mache ihren Alltag emotional anstrengend.

Hinzu komme die Schwierigkeit, ihre Symptome von Wechseljahresbeschwerden zu unterscheiden. Laut Good Housekeeping UK erklärte Oliver im selben Podcast, manchmal wisse sie nicht, ob ihre Beschwerden mit der Menopause zusammenhingen. Das Zusammentreffen von Neurodivergenz und Wechseljahren empfinde sie als doppelte Belastung.

Good Housekeeping UK nennt dazu Ergebnisse aus einer 2023 veröffentlichten Studie mit 2.600 Frauen mit ADHS: 43 % hatten ihre erste ADHS-Diagnose zwischen dem 41. und 50. Lebensjahr erhalten. In einer Umfrage des Magazins ADDitude berichteten zudem 94 % der befragten Frauen, dass sich ihre ADHS-Symptome während der Perimenopause und Menopause verstärkt hätten.

Bei Tochter Daisy erkannte sie die Anzeichen zunächst nicht

Jools und Jamie Oliver haben fünf Kinder: Poppy ist 24, Daisy 23, Petal 17, Buddy 16 und River zehn Jahre alt. Bei Daisy habe sie selbst zunächst nicht bemerkt, was hinter den Beschwerden steckte, erzählte Oliver. Vor ihren Schulprüfungen habe sich ihre Tochter nur schwer konzentrieren können und sich anders als ihre Mitschüler gefühlt. Einmal habe Daisy wegen ihrer Beschwerden selbst eine Notaufnahme aufgesucht.

Seit der Diagnose und dem Beginn einer medikamentösen Behandlung habe Daisy sich sehr positiv entwickelt, berichtete ihre Mutter.

Was Jamie Oliver bereits über die Familie erzählt hatte

Jamie Oliver (51) hatte die Neurodivergenz seiner Frau schon im vergangenen Jahr öffentlich erwähnt, ohne ihre Diagnosen zu nennen. In Davina McCalls Podcast "Begin Again" würdigte er Jools als Rückhalt der Familie und als großartige Mutter. Er beschrieb sie als instinktiv, freundlich und humorvoll. Ihre Neurodivergenz bringe besondere Herausforderungen mit sich und mache das Leben zugleich interessant.

Über das Familienleben hatte der Koch laut HELLO! Magazine zuvor auch gescherzt: Man solle sich vier neurodiverse Menschen vorstellen, die am Esstisch jeweils ihren Standpunkt vermitteln wollten. Jamie ist selbst Legastheniker. Wie der Mirror berichtet, wurde er deshalb in seiner Schulzeit abgewertet.

Kennengelernt haben sich Jools und Jamie mit 17 Jahren bei einem Doppeldate. Mittlerweile sind sie seit 26 Jahren verheiratet.

Zum 50. Geburtstag wollte sie sich nicht mehr verstellen

Soziale Anlässe können für Jools Oliver ebenfalls schwierig sein. Zu ihrem 50. Geburtstag entschied sie deshalb, nicht mehr betont offen aufzutreten, um ihre Introvertiertheit zu verbergen. "Bei meiner Einladung zum 50. Geburtstag beschloss ich, mich zu outen", erzählte sie.

Für die Gäste bedeutete das: Wer nicht kommen wollte, brauchte keine Ausrede. Wer früher gehen wollte, durfte sich unbemerkt verabschieden. Auch im Schlafanzug zu erscheinen, war ausdrücklich erlaubt.

#Schlaf
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