Ölpreisanstieg und deutliche Zeichen der Nervosität
Der Beitrag beschreibt die Stimmung am Markt als panisch. Die zugehörige Kursübersicht weist für den S&P 500, dort als "US 500" bezeichnet, am 23. Oktober einen Stand von 7.621,74 Punkten aus.
Zur Risk-off-Stimmung trug an diesem Tag ein kräftiger Ölpreisanstieg bei, wie Bloomberg Markets Wrap über SWI swissinfo.ch berichtete. Eine Eskalation der Gewalt im Nahen Osten bedrohte die Versorgung. Brent schloss daraufhin bei knapp 117 US-Dollar je Barrel; WTI verteuerte sich um 4,2 Prozent auf 103,63 US-Dollar je Barrel.
Schon am 16. Oktober hatte sich die Nervosität in einem ungewöhnlichen Ausschlag des Cboe Volatility Index (VIX) gezeigt. Laut CNBC stieg er innerhalb von zwei Stunden von unter 16 auf über 22, während der S&P 500 um 1,1 Prozent nachgab. Nach Angaben von SpotGamma gab es seit 1990 nur neun Tage, an denen der VIX bei einem geringeren Rückgang des S&P 500 noch stärker zulegte.
Viele Aktien lagen bereits deutlich unter ihren Hochs
Die Schwäche vieler Einzelwerte war bereits im September erkennbar. Wie Börse Online am 5. Oktober berichtete, verlor der gleichgewichtete S&P 500 im September rund fünf Prozent. Beim nach Marktkapitalisierung gewichteten Index betrug das Minus dagegen nur etwa 0,5 Prozent. Zum Quartalsende notierten 83 Prozent der Indexmitglieder mehr als zehn Prozent unter ihrem jeweiligen 52-Wochen-Hoch; bei 42 Prozent lag der Abstand sogar bei mehr als 20 Prozent.
Hinzu kam die Belastung durch hohe Anleiherenditen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte am 1. Oktober zwischenzeitlich 5,344 Prozent. Höhere Renditen verteuern die Finanzierung von Unternehmen und verringern den Barwert ihrer künftigen Gewinne, erläuterte Börse Online. Besonders betroffen seien Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf.
Notenbank, Haushalt und Unternehmenszahlen stehen an
Für die Zeit nach dem 24. Oktober nennt ein CNBC-Bericht vom 21. Oktober mehrere potenziell marktbewegende Ereignisse. Am 28. Oktober stehen sowohl die Sitzung der US-Notenbank Fed als auch das britische Herbstbudget an. Zudem ist eine Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit durch Moody's möglich.
Vom 28. Oktober bis zum 3. November berichten Unternehmen, die zusammen rund die Hälfte der Marktkapitalisierung des S&P 500 ausmachen, über ihre Quartalsergebnisse. Dazu gehören Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple und AMD.
Hartnett bleibt vorsichtig, UBS verweist auf robuste Gewinne
Wie lange die Zurückhaltung der Anleger anhält und welche Strategie daraus folgt, beurteilen die Banken unterschiedlich. Bank-of-America-Stratege Michael Hartnett hielt laut Bloomberg Markets Wrap in einer Kundennotiz vom 23. Oktober an einer taktischen Risk-off-Positionierung bis Mitte November fest. Er erwartet sinkende Anleiherenditen, nachgebende Aktienkurse und einen schwächeren US-Dollar.
UBS-Chefinvestment-Strategin Ulrike Hoffmann-Burchardi erklärte am selben Tag dagegen, die jüngsten Kursbewegungen änderten ihre Einschätzung nicht: Robuste Unternehmensgewinne sollten Aktien weiterhin stützen. Auch die Nachfrage nach KI bleibe stark. Die derzeitigen Anleiherenditen böten attraktive Erträge; geopolitische Entwicklungen allein seien kein ausreichender Grund für eine breit defensive Anlagestrategie.







