Aktien Frankfurt Ausblick: Verluste drücken Dax wohl an sein Vortagstief
Der deutsche Aktienmarkt steht am Dienstag vor einem schwachen Handelstag. Rund eine Stunde vor Börseneröffnung deutet der X-DAX auf einen Start bei 25.188 Punkten hin, was einem Minus von 0,5 Prozent entspricht. Damit würde der Leitindex knapp unter sein gestrigtes Tief rutschen und wichtige Unterstützungsmarken in Gefahr bringen.
Als kritische Haltepunkte gelten neben der psychologisch wichtigen Schwelle von 25.000 Punkten auch das bisherige Oktober-Tief von 24.792 Zählern. Der DAX, der im August noch ein Allzeithoch von 26.627 Punkten erreicht hatte, befindet sich damit etwa 6,9 Prozent unter seinem Rekordstand. Die jüngste Chartausbruchsbewegung aus dem Korrekturtrend droht zu scheitern, während der kurzfristig relevante 21-Tage-Durchschnitt bereits gestern unter Druck geriet und nun unterschritten zu werden droht.
Mehrfachbelastung durch Energie und Zinsen
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Deutschlands Inflationsrate kletterte im September auf 3,3 Prozent – den höchsten Stand seit Dezember 2023. Besonders gravierend entwickelten sich die Energiepreise mit einem Anstieg von 14,9 Prozent im Jahresvergleich, dem stärksten Zuwachs seit Februar 2023. Europäisches Erdgas verteuerte sich auf 87,89 Euro pro Megawattstunde und liegt damit 176,92 Prozent über dem Vorjahresniveau. Deutsche Gaspreise erreichten 89,23 Euro pro Megawattstunde.
Parallel dazu stiegen die deutschen Anleiherenditen deutlich an. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte 3,42 Prozent – ein Plus von 0,83 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Analysten der Helaba verweisen neben den hohen Energiekosten und steigenden Anleiherenditen auch auf Unruhen in europäischen Städten als belastende Faktoren. Gewaltsame Proteste in Frankreich am Wochenende über steigende Kraftstoffpreise und Lebenshaltungskosten schürten Bedenken hinsichtlich der politischen und fiskalischen Stabilität in Europa.
Halbleitersektor bleibt Sorgenkind
Obwohl sich der US-Technologieindex Nasdaq 100 am Vorabend etwas stabilisieren konnte, setzte sich in Asien die Abwärtsbewegung fort. Besonders schwach präsentierte sich erneut der südkoreanische Kospi, der seit seinem September-Hoch bereits rund 21 Prozent verloren hat. Samsung Electronics und SK Hynix verzeichneten am 15. Oktober Tagesverluste von über 9 Prozent, befeuert durch Sorgen über die Rendite von KI-Investitionen und zunehmende Konkurrenz durch den chinesischen Chiphersteller CXMT.
Diese Schwäche dürfte auch den europäischen und US-amerikanischen Halbleitersektor belasten, der bei Anlegern zuletzt bereits an Vertrauen verloren hat. Infineon-Aktien gaben vorbörslich bereits knapp drei Prozent nach und signalisierten damit die Anfälligkeit des Sektors für die asiatische Marktstimmung.
Einzelwerte im Fokus
Die Aktien von Eon könnten sich als defensiver Wert in unruhigen Zeiten behaupten. Ein Medienbericht des Manager Magazins über ein Sparprogramm namens "Polaris" beim Energiekonzern weckte Hoffnungen auf positive Kursimpulse durch mögliche Einsparungen. Vorbörslich bewegte sich der Kurs allerdings mit dem Gesamtmarkt im negativen Bereich.
Immobilienunternehmen leiden weiterhin unter den steigenden Marktzinsen. Vonovia bewegt sich nahe seinem Drei-Jahres-Tief, wobei die Aktie bei rund 19 bis 20 Euro notiert – etwa 25 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Höhere Zinsen und Refinanzierungskosten belasten Deutschlands größten Wohnimmobilienkonzern weiterhin. Besonders stark gab LEG vorbörslich nach, nachdem die US-Bank Morgan Stanley ihr Votum auf "Underweight" gesenkt hatte.
Einen Lichtblick bot TAG Immobilien auf der Handelsplattform Tradegate. Goldman Sachs sprach eine Kaufempfehlung aus und verwies auf Polen als Wachstumsmotor. Analyst Jonathan Kownator lobte die branchenführende Gewinndynamik sowie attraktive Renditen und geringe Leerstände im deutschen Immobilienbestand des Hamburger Unternehmens.







