Erzeugerpreise überraschen, Goldman Sachs und ABB mit starken Zahlen
Der DAX eröffnete am Montag mit leichten Verlusten, während der EuroStoxx 50 moderat zulegen konnte. An der Wall Street zeichnete sich ein überwiegend freundlicher Start ab: Dow Jones und S&P 500 wurden vorbörslich fester erwartet, der Nasdaq 100 gab dagegen leicht nach. Der Nikkei 225 schloss mit leichten Abschlägen.
Erzeugerpreise übertreffen Prognosen deutlich
Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im September überraschend stark gestiegen und verzeichneten mit 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr den kräftigsten Anstieg seit März 2023. Analysten hatten lediglich mit einem Zuwachs von 6,2 Prozent gerechnet. Auch die monatliche Steigerung von 1,9 Prozent fiel höher aus als die erwarteten 1,5 Prozent. Im August hatte der Jahresanstieg noch bei 4,6 Prozent gelegen, monatlich waren es 1,1 Prozent gewesen.
Hauptverantwortlich für den beschleunigten Preisauftrieb waren die Energiekosten, die binnen Jahresfrist um 14,9 Prozent anzogen. Im Monatsvergleich verteuerte sich Energie um 5,8 Prozent. Mineralölerzeugnisse erlebten dabei besonders deutliche Preissteigerungen. Ohne Energie betrachtet erhöhten sich die Erzeugerpreise lediglich um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, lagen aber weiterhin 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Preise für Zwischenprodukte, Investitionsgüter und Konsumgüter stiegen monatlich nur moderat zwischen 0,1 und 0,2 Prozent.
Da höhere Produktionskosten typischerweise mit zeitlicher Verzögerung an die Verbraucher weitergegeben werden, könnten die Daten die Inflationssorgen verstärken. Die Europäische Zentralbank hatte im September die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben und den Einlagensatz auf 2,50 Prozent erhöht. Die unerwartet hohen Erzeugerpreise dürften die Diskussion über den weiteren geldpolitischen Kurs der EZB beleben.
Goldman Sachs mit Rekordquartal
Die US-Investmentbank Goldman Sachs überzeugte mit außergewöhnlich starken Zahlen für das dritte Quartal. Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 18,68 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 16,83 Milliarden Dollar deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 17,01 US-Dollar, während Experten lediglich 12,86 Dollar erwartet hatten – ein Übertreffen der Prognosen um rund 32 Prozent.
Die Nettoumsätze von 18,7 Milliarden Dollar markierten das zweithöchste Quartalsergebnis in der Unternehmensgeschichte. Der Nettogewinn kletterte um 29 Prozent auf 5,29 Milliarden Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich der Aktienhandel mit einem Erlösplus von 72 Prozent. Auch das Investmentbanking profitierte von einer Belebung bei Fusionen, Übernahmen und Wertpapieremissionen.
In den Ergebnissen enthalten war eine beschleunigte gemeinnützige Spende in Höhe von 450 Millionen Dollar, die den Gewinn je Aktie um etwa 1,00 Dollar minderte. Ohne diesen Sondereffekt hätte das Ergebnis je Aktie bei rund 18,00 Dollar gelegen. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel kräftig zu.
ABB profitiert von Rechenzentrum-Boom
Der Technologiekonzern ABB präsentierte ebenfalls starke Geschäftszahlen. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 9,7 Milliarden US-Dollar. Besonders beeindruckend fiel der Auftragseingang aus, der um 40 Prozent auf den Rekordwert von 12,1 Milliarden Dollar sprang.
Das Elektrifizierungsgeschäft erwies sich als Wachstumstreiber: Die Bestellungen in diesem Segment stiegen um 70 Prozent auf 7,67 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich war die Nachfrage aus dem Rechenzentrumsbereich, die ein dreistelliges Wachstum verzeichnete. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,24, der Auftragsbestand wuchs um 35 Prozent auf 32,26 Milliarden Dollar.
ABB erwartet, dass die Nachfrage nach Rechenzentrumskapazitäten mittelfristig im zweistelligen Bereich wachsen wird. Die Leistungskapazität könnte auf über 200 Gigawatt steigen – fast das Vierfache der im Jahr 2023 installierten Kapazität. KI-gesteuerte Rechenzentren benötigen erheblich mehr Strom als konventionelle Anlagen.
Die operative Marge verbesserte sich auf 20,8 Prozent, und ABB hob seinen Jahresausblick leicht an. Der Nettogewinn ging dagegen geringfügig zurück.







