Dax startet mit leichtem Plus in den November

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Der Dax hat sich am Montag nach dem Rücksetzer vom Freitag stabilisiert: Gegen Mittag stieg er um 0,36 Prozent auf 25.912 Punkte. Zugleich sanken die Ölpreise nach einem Bericht über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg. Vor den US-Zwischenwahlen am Dienstag und den…

Deutsche Aktien behaupten sich trotz Nasdaq-Schwäche

Die Schwäche der Nasdaq vom Freitag schlug am Montag weitgehend nicht auf den deutschen Aktienmarkt durch. Neben dem Dax legten auch der MDax mit einem Anstieg um 0,76 Prozent auf 30.705 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit einem Plus von 0,5 Prozent zu. Zuvor hatten bereits die asiatischen Börsen überwiegend Gewinne verzeichnet.

Damit knüpfte der Dax an eine insgesamt positive Vorwoche an. In deren Verlauf hatte er oberhalb von 26.100 Punkten den höchsten Stand seit Anfang September erreicht. Ungeachtet der Verluste am Freitag blieb ein Wochengewinn von zweieinhalb Prozent. Ebenso hoch fiel der Zuwachs für den gesamten Oktober aus.

Nach Einschätzung der Fürst Fugger Privatbank half der geringere Anteil an Technologiewerten dem Dax, sich in der vergangenen Handelswoche von den US-Börsen abzukoppeln. Die Bank riet allerdings dazu, kurzfristig stärkere Kursschwankungen einzuplanen. Sie erklärte: "Wichtig wäre jetzt, dass die Phase um die Zwischenwahlen in den USA die übliche starke Wertentwicklung liefert."

US-Wahlen und Apple-Bericht stehen bevor

Bei den Zwischenwahlen am 3. November werden sämtliche 435 Mandate im US-Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze neu besetzt. Hinzu kommen 36 Gouverneurswahlen. Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) verfügen die Republikaner im Repräsentantenhaus derzeit über eine knappe Mehrheit von 218 zu 214 Sitzen; im Senat beträgt das Verhältnis 53 zu 47.

Die bpb verweist darauf, dass die Partei des amtierenden Präsidenten bei fast allen bisherigen Midterms Sitze im Repräsentantenhaus verloren hat. Seit 2000 wechselten die Mehrheiten dort viermal, im Senat siebenmal.

Für den Aktienmarkt hebt der Vermögensverwalter HQ Trust dagegen die häufig günstige Entwicklung nach Zwischenwahlen hervor. Seiner Auswertung zufolge gewann der S&P 500 seit 1928 in den jeweils folgenden zwölf Monaten durchschnittlich 12,4 Prozent und damit mehr als doppelt so viel wie nach Präsidentschaftswahlen. Dazu erklärten die Experten: "Verlor der Präsident seine Mehrheit im Repräsentantenhaus, fiel das Plus sogar noch höher aus."

Noch vor der Wahl richtet sich der Blick auf Apple. Der Konzern veröffentlicht am Montag nach US-Börsenschluss seinen Bericht zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026. Laut Markets Insider rechnen Analysten im Konsens mit rund 113,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, etwa 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Erwartet werden außerdem rund 1,99 US-Dollar Gewinn je Aktie und eine Bruttomarge zwischen 47 und 48 Prozent. Auf Tradegate BSX lag die Apple-Aktie am 2. November um 11:41 Uhr bei 306,6 und damit 0,73 Prozent im Minus.

WTI fällt unter 100 Dollar

Am Ölmarkt folgten auf den Bericht über Trumps diplomatische Bemühungen deutliche Preisabschläge. Der Brent-Kontrakt für Januar verbilligte sich am Montag um rund 4,6 Prozent auf 108,20 US-Dollar je Barrel. Für WTI zur Lieferung im Dezember wurden 99,50 US-Dollar gezahlt, rund 4,4 Prozent weniger. Damit fiel die US-Sorte unter die Marke von 100 Dollar. Der zuvor maßgebliche Dezember-Kontrakt für Brent war am Freitag bei fast 118 Dollar ausgelaufen.

Opec+ hatte am Wochenende beschlossen, die Förderquoten für Dezember nicht zu verändern. Die letzten freiwilligen Förderkürzungen hatte der Ölverbund bereits im September aufgehoben. Angesichts des Iran-Kriegs misst dpa-AFX dem jüngsten Beschluss vor allem symbolische Bedeutung bei.

Zum Hintergrund des Konflikts verweist die bpb auf die gemeinsamen Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar 2026. Daraufhin blockierte Teheran die Straße von Hormus, über die zuvor etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert worden war. Im September lagen die Verbraucherpreise in den USA um 3,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Benzin verteuerte sich mit 9,1 Prozent überdurchschnittlich stark.

Fresenius erweitert Biosimilar-Portfolio

Unter den Einzelwerten gewann Fresenius gegen Mittag 2,5 Prozent und erreichte damit das höchste Kursniveau seit Anfang März. Der Gesundheitskonzern hatte am 2. November eine exklusive Entwicklungsvereinbarung mit dem chinesischen Auftragsforscher und -fertiger WuXi Biologics abgeschlossen, um sein Angebot an Biosimilars auszubauen.

Die Vereinbarung eröffnet Fresenius nach eigenen Angaben im kommenden Jahrzehnt exklusiven Zugang zu bis zu 37 identifizierten Kandidaten mit dem Potenzial, als erste Biosimilars auf den Markt zu kommen. Das Portfolio aus derzeit 29 bereits vermarkteten oder in der Entwicklung befindlichen Molekülen soll dadurch auf bis zu 66 wachsen. Die entsprechenden Originalpräparate stehen für einen Umsatz von mehr als 370 Milliarden Euro. Fresenius bezeichnet die Vereinbarung als die bislang größte angekündigte Entwicklungsvereinbarung der Biosimilars-Branche.

Zunächst soll sich die Entwicklung auf zwei Wirkstoffe konzentrieren: Polatuzumab Vedotin, ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat gegen diffus großzelliges B-Zell-Lymphom, und Teprotumumab, einen monoklonalen Antikörper gegen endokrine Orbitopathie. Insgesamt umfasst das neue Portfolio 13 Therapiegebiete. Die langfristige Produktionsstrategie kann Fresenius für jeden Kandidaten selbst bestimmen. Dabei steht dem Konzern auch das mAbxience-Netzwerk zur Verfügung, das seit Oktober 2026 vollständig zu Fresenius gehört.

Für jeden ausgewählten Kandidaten erhält WuXi Biologics eine leistungsbezogene Vergütung auf Fee-for-Service-Basis. Fresenius will die Vereinbarung aus dem operativen Cashflow finanzieren; eine neue Finanzierung sei nicht erforderlich. Die Jahresprognose für 2026 bleibt unverändert. Bestätigt wurde auch das im Dezember 2025 angekündigte Ziel für 2030: Der Biopharma-Umsatz soll sich gegenüber 2025 bei einer EBIT-Marge von rund 20 Prozent etwa verdoppeln.

Kursgewinne auch bei Siemens Energy, Aixtron und Mutares

Siemens Energy erholte sich um 1,4 Prozent, nachdem die Aktie am Freitag fast sieben Prozent verloren hatte. Bei Aixtron folgte auf eine Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux ein Kursanstieg um 3,8 Prozent. Beiersdorf legte trotz einer Herabstufung durch HSBC von "Buy" auf "Hold" um 0,8 Prozent zu.

Bei der Beteiligungsgesellschaft Mutares sorgten Nachrichten zum Portfolio für Bewegung. Die im SDax enthaltene Aktie stieg um 4 Prozent und machte damit einen Teil ihrer jüngsten kräftigen Verluste wett.

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