Dax verliert 1,1 Prozent wegen US-Tech-Schwäche und Iran-Eskalation

lake-b4bd287e-2f55-4ef4-9dfb-be69e58a8608-0.webp

Schwache US-Technologiewerte und die militärische Eskalation im Iran haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Im frühen Handel fiel der Dax auf 25.700 Punkte, ein Minus von 1,1 Prozent. Gegen den Trend legten Bayer und Lufthansa nach positiven Quartalszahlen zu.

Halbleiterschwäche belastet den Markt

Mit dem Rückgang unterschritt der Dax sein Montagstief von 25.741 Punkten. Den Vortag hatte er noch mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 25.981 Punkten beendet. Am Donnerstag zuvor war der Index erstmals seit Anfang September wieder über die Marke von 26.100 Punkten gestiegen. Nach dem Bericht von t-online (dpa-AFX) droht ihm nun erstmals seit Anfang April ein Fall unter die 200-Tage-Linie.

In den USA stehen vor allem Halbleiteraktien unter Druck. Ihr Branchenindex SOX erreichte den niedrigsten Stand seit Mai; die Korrektur seit seinem Rekord im Juni beschleunigt sich.

Bei Apple stehen einem besser als erwartet gelaufenen iPhone-Geschäft Belastungen durch teure Speicherchips im Weihnachtsgeschäft gegenüber. Die Quartalszahlen hatte der Konzern am Vorabend nach US-Börsenschluss veröffentlicht. Die Kursübersicht von Ariva wies für Apple 288,55 Euro und einen Abschlag von 4,60 Prozent aus.

Angriff auf Gheschm lässt Ölpreise leicht steigen

Die erneute militärische Eskalation im Iran ließ die Ölpreise am 3. November 2026 leicht steigen. Ziel des Angriffs war nach einem Bericht des "Wall Street Journal", das sich auf US-Beamte berief, die Insel Gheschm in der Straße von Hormus.

Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sagte dazu am Morgen: "Die Lage im Iran eskaliert erneut. Die USA und der Iran greifen sich gegenseitig an."

Bayer hebt Prognosen an, Lufthansa ebenfalls im Plus

Bayer gehörte mit einem Kursanstieg von 5,24 Prozent auf 52,64 Euro zu den Gewinnern. Der Konzern erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 10,05 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 1,62 Milliarden Euro. Das entspricht Zuwächsen von 4,1 beziehungsweise 6,9 Prozent. Wie finanzen.ch unter Berufung auf Dow Jones berichtete, hatten Analysten lediglich 9,92 Milliarden Euro Umsatz und 1,43 Milliarden Euro operativen Gewinn erwartet.

Trotz der operativen Zuwächse blieb unter dem Strich ein Verlust von 672 Millionen Euro. Dazu trugen Wertminderungen auf die Medikamente Xofigo und Claritin in Höhe von zusammen 522 Millionen Euro sowie Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten bei.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Bayer nun mit einem bereinigten EBITDA zwischen 9,8 und 10,3 Milliarden Euro statt bislang 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Auch die Prognose für die operative Marge im Pharmageschäft steigt: Anstelle von 23 bis 25 Prozent erwartet das Unternehmen jetzt 25 bis 27 Prozent.

Positive Quartalszahlen stützten auch Lufthansa. Die Aktie verteuerte sich um 2,84 Prozent auf 7,68 Euro.

TeamViewer senkt Umsatzausblick

Bei TeamViewer führte ein schwächerer Ausblick zu deutlichen Kursverlusten: Die Aktie sank um 23,7 Prozent auf 5,52 Euro. Das SDax-Unternehmen nahm am 3. November seine Umsatzprognose für 2026 zurück. Währungsbereinigt erwartet es nun einen Rückgang um 1 bis 2 Prozent statt eines Wachstums von 0 bis 3 Prozent. Grundlage ist der Pro-forma-Umsatz von 767,5 Millionen Euro aus dem Jahr 2025.

TeamViewer begründete die Korrektur mit verzögerten Abschlüssen großer Enterprise-Deals und neuer wirtschaftlicher Unsicherheit in Europa. Im dritten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen 184,5 Millionen Euro Umsatz, währungsbereinigt 2,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der jährlich wiederkehrende Umsatz, der Annual Recurring Revenue, ging währungsbereinigt um 0,6 Prozent auf 736,9 Millionen Euro zurück. Die bereinigte EBITDA-Marge betrug 42,8 Prozent.

Auch MTU gab nach, nachdem die Bank of America ihre Kaufempfehlung für den Triebwerkhersteller gestrichen hatte. In der Ariva-Kursübersicht stand die Aktie bei 337,00 Euro und damit 2,54 Prozent im Minus. Zalando verlor 6,26 Prozent auf 25,30 Euro.

US-Zwischenwahlen stehen an

Am Dienstag, dem 3. November 2026, finden zudem die US-Zwischenwahlen statt. Nach Einschätzung von Thomas Altmann hätte der US-Präsident kaum noch Handlungsspielraum, falls er beide Parlamentskammern verlieren sollte. Mit den Wahlergebnissen würden sich die Börsen erst am folgenden Tag beschäftigen.

#DAX#Iran#USA
← Zurück zu Märkte

Weitere Meldungen