Barcelona: Zahl der Festgenommenen nach Ausschreitungen steigt auf 130

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Nach den Plünderungen und Bränden vom 24. Oktober hat die katalanische Polizei ihre Bilanz aktualisiert: Unter den 130 Festgenommenen sind 76 Minderjährige. Die Feuerwehr löschte 33 Brände. Nach Berichten hatte sich der Aufruf zu den Ausschreitungen vor allem über TikTok verbreitet.

Geschäfte und Müllcontainer beschädigt

Die Ausschreitungen in Barcelona begannen am Samstagnachmittag. Jugendliche plünderten Läden, setzten Mülltonnen in Brand und bauten Barrikaden. Bis Sonntag meldeten die Behörden mindestens 128 Festnahmen. In der Nacht wurden Berichten zufolge 15 Polizisten verletzt.

Die Stadtverwaltung bezifferte die Schäden am 25. Oktober: Betroffen waren 23 Geschäfte und vier Blumenstände an der Rambla; 31 Müllcontainer brannten aus. Die Feuerwehr rückte zu 33 Bränden aus. Außerdem verzeichneten die Behörden 68 Vorfälle mit Sicherstellungen von Messern, Sprays, Sturmhauben, Feuerwerkskörpern und Steinen.

Am 26. Oktober erhöhten die Mossos d'Esquadra die Zahl der Festgenommenen auf 130. Ihre Aufstellung umfasst 123 männliche Personen, davon 49 Erwachsene und 74 Minderjährige, sowie sieben weibliche Personen, davon fünf Erwachsene und zwei Minderjährige. Von den zunächst 128 Festgenommenen waren nach Angaben der Stadtverwaltung nur zwei wegen öffentlicher Unruhen vorbestraft.

Aufruf über TikTok und Messenger-Gruppen

The Local Spain zufolge ging der Aufruf von der anonymen Online-Plattform Blocus aus. Sie forderte dazu auf, französische Proteste für die Würde weiterführender Schulen in großen spanischen Städten nachzuahmen. Der Aufruf verbreitete sich dem Bericht zufolge hauptsächlich über TikTok.

Über einen QR-Code gelangten Interessierte in Telegram- und WhatsApp-Gruppen. Dort wurden laut Berichten Vorgaben zur Teilnahme verbreitet: Die Teilnehmer sollten schwarze Kleidung tragen, ihr Gesicht verdecken und möglichst Feuerwerkskörper mitbringen.

Silvia Catà von der katalanischen Polizei beschrieb die Bewegung beim Sender 3CatInfo als "völlig unorganisiert". Der Aufruf habe sich "in den sozialen Medien" verbreitet. Die Polizei versuche, "das Profil" der Festgenommenen "zu untersuchen". Innenministerin Núria Parlón verurteilte die Ausschreitungen als "grundlose Gewalt und Vandalismus". Ein legitimes Anliegen verfolgten die Verantwortlichen ihrer Einschätzung nach nicht.

Gegenseitige Vorwürfe im spanischen Wahlkampf

Die Gewalt fällt in den Wahlkampf vor der spanischen Parlamentswahl am 29. November 2026. The Local Spain ordnet sie in eine Phase zahlreicher Proteste zu Wohnungs- und Rentenfragen ein, die in Spanien überwiegend friedlich verliefen.

Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo von der konservativen Partido Popular brachte die Ausschreitungen mit Ministerpräsident Pedro Sánchez in Verbindung. Er warf Sánchez vor, mit dem Feuer zu spielen und sich mit Gewalt an der Macht zu halten. Der linke ERC-Kandidat Gabriel Rufián äußerte am Sonntag dagegen die Vermutung, dass die extreme Rechte ziemlich wahrscheinlich hinter den Unruhen stehe.

Frankreich meldet mehr als 1.300 Festnahmen

Auch in anderen europäischen Ländern wurde am Wochenende demonstriert, teilweise begleitet von gewaltsamen Zusammenstößen. Die Anlässe und Forderungen unterschieden sich jedoch. Zwar beteiligten sich vielerorts zahlreiche junge Menschen, doch daraus lässt sich keine gemeinsame europäische Protestbewegung ableiten.

In Frankreich zählten die Behörden landesweit 410.000 Teilnehmer, während die Gewerkschaften von ungefähr der doppelten Zahl ausgingen. Innenminister Laurent Nuñez meldete 1.314 Festnahmen. Berichten zufolge erlitten 53 Polizisten Verletzungen.

In Paris griffen schwarz gekleidete und vermummte Jugendliche Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern an. Aus Nantes wurden mindestens 70 Festnahmen gemeldet. In Bordeaux bauten Demonstranten trotz Beschränkungen für Demonstrationen Barrikaden.

Proteste auch in Albanien, Italien und Portugal

In Albanien verlangt die Bewegung "Flamingo" seit Monaten den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama. Zahlreiche Schüler und Studenten beteiligten sich im Oktober an den Protesten. Gewaltsame Zusammenstöße blieben nicht auf Tirana beschränkt, sondern erfassten mehrere weitere Städte.

In Italien gelangten Demonstranten in das Kolosseum in Rom. In Mailand waren am Samstag Hunderte Soldaten zur Unterstützung der Polizei im Einsatz. Nach Bränden und Plünderungen in der Vorwoche sollten sie weitere Gewalttaten verhindern.

In den portugiesischen Städten Lissabon und Porto gingen am Samstag Tausende Menschen gegen stark steigende Mieten und höhere Lebenshaltungskosten auf die Straße. Ihr Protest richtete sich auch gegen eine Wohnungskrise, die jüngere Generationen besonders hart trifft.

#Wohnungsmarkt#Mieten#Polizei
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