Tote in VW-Bus: Ehemann soll Natalia G. mit Armbrust erschossen haben

lake-37b07c6f-0d98-4530-bce6-8d05c1de4b9a-0.jpg

Einen Monat nach dem Fund einer Frauenleiche in einem brennenden VW-Bus in Bayerisch Eisenstein sieht die Staatsanwaltschaft Deggendorf den getrennt lebenden Ehemann als Täter: Patrick G. (46) soll Natalia G. (45) mit einer Armbrust getötet und danach den Bus angezündet haben. Der Verdächtige liegt…

Frau starb vor dem Brand

Die Obduktion vom 21. September 2026 bestätigte die Identität der Toten und ergab, dass sie schon vor dem Feuer durch massive Gewalteinwirkung gestorben war. Die Polizei bestätigte inzwischen, dass eine "Pfeilschusswaffe" eingesetzt wurde. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft erschoss der Autohändler seine Frau mit einer Armbrust.

Ungeklärt ist bislang, wie Patrick G. die 45-Jährige in seine Gewalt gebracht haben soll. Auch den Ort der mutmaßlichen Tötung können die Ermittler noch nicht mit letzter Sicherheit benennen.

Den Haftbefehl gegen den 46-Jährigen erließ ein Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft Deggendorf. Weil er weiterhin in einer Klinik behandelt wird, konnte er vorerst nicht in Untersuchungshaft überstellt werden. Nach Angaben von BILD dauerte seine Behandlung auch einen Monat nach der Tat noch an.

Vermisstensuche endete am brennenden Bus

Angehörige hatten Natalia G. und den 46-Jährigen am 19. September beim Polizeirevier Plattling als vermisst gemeldet. Über die Ortung ihres Mobiltelefons gelangte die Polizei bei der Suche tief in den Bayerischen Wald. Auch ein Hubschrauber und Drohnen kamen zum Einsatz.

In der folgenden Nacht, am 20. September gegen 0.40 Uhr, stießen Polizisten vor dem Localbahnmuseum in Bayerisch Eisenstein auf den brennenden VW-Bus. Darin fanden sie die Leiche der Frau.

Wenig später spürten Polizeihunde den Fahrzeughalter Patrick G. auf einem nahe gelegenen Naturfriedhof auf. BILD berichtet, dass zwei Pfeile in seinem Kopf steckten. Er hatte überlebt.

Die Mediengruppe Bayern beschrieb den Fundort als Waldstück nahe dem Bus und berichtete, der Mann sei dort am Morgen schwer verletzt gefunden worden, offenkundig nach einem Suizidversuch. Zu Art und Hintergrund der Verletzungen äußerte sich die Polizei nicht näher.

Kripo rekonstruierte Fahrten am 19. September

Mit einem Zeugenaufruf vom 24. September 2026 suchte die Kriminalpolizeistation Deggendorf nach weiteren Beobachtungen zum Wagen des Verdächtigen. Der schwarze VW-Bus hatte ein auffällig rotes Dach. Auf seiner abgedunkelten Heckscheibe befand sich ein weißer Aufkleber von rund 40 Zentimetern Größe.

Die Ermittler rekonstruierten für Samstag, den 19. September, zwei Aufenthaltsbereiche: Gegen 10 Uhr war der 46-Jährige mit dem Bus auf der B8 an der Abzweigung Probstschwaig im Landkreis Deggendorf unterwegs oder hatte dort am Straßenrand gehalten. Gegen 11.30 Uhr soll er sich mit dem Fahrzeug zwischen Bayerisch Eisenstein und Zwiesel aufgehalten haben.

Das Paar hatte sich etwa ein Jahr zuvor getrennt

Natalia und Patrick G. hatten drei gemeinsame Kinder. Nach der Trennung vor etwa einem Jahr sollen diese beim Vater und dessen Mutter gelebt haben. Das Haus liegt abgeschieden an der B8. Patrick G. wurde in der Umgebung gelegentlich mit seinen Hunden gesehen; ins Dorf hatte er nur wenige Kontakte. BILD zufolge wollte er die Trennung offenbar nicht akzeptieren.

Die in Russland geborene Natalia G. war Krankenschwester auf der neurologischen Station einer Klinik. Wenige Tage vor ihrem Tod veröffentlichte sie auf Facebook unter anderem die Worte: "Hör auf, mehr zu erwarten, als du bereit bist zu geben. Du bekommst, was du gibst."

Die Mutter des Verdächtigen wohnt inzwischen mit den Hunden allein in dem Haus an der Bundesstraße. Am Freitag wollte sie sich gegenüber BILD nicht äußern. Wo die drei Kinder inzwischen untergebracht sind, ist nicht bekannt.

#Polizei
← Zurück zu Kriminalität

Weitere Meldungen