Polizei sichert Spuren
Die Polizeiinspektion Wittlich hat den Diebstahl aufgenommen und am Tatort Spuren gesichert. Wer Angaben zur Tat oder zu möglichen Tätern machen kann, wird gebeten, sich unter 06571 9260 oder per E-Mail an [email protected] zu melden.
Haftstrafe wegen weiterer Diebstähle in Rheinland-Pfalz
In einem anderen Verfahren wegen Kupferkabeldiebstählen aus Solarparks hat das Landgericht Trier am 2. Oktober 2026 einen 38-Jährigen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach Angaben von SWR Aktuell betraf das Urteil schweren Bandendiebstahl in zehn Fällen.
Der Mann soll mit zwei gesondert verfolgten Komplizen in der zweiten Jahreshälfte 2025 und Anfang 2026 Kupferkabel aus Anlagen in Rheinland-Pfalz gestohlen haben. Dabei entstand ein Gesamtschaden im Millionenbereich. Für die Solarparks in Weidingen und Niederraden im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurde der Schaden allein auf rund 231.000 Euro geschätzt.
Hohe Kupferpreise und steigende Schäden
Die Energie-Chronik berichtete Anfang Februar 2026, dass Kupferkabeldiebstähle aus deutschen Solarparks einen neuen Höchststand erreicht hätten. Als wesentlichen Grund nannte sie den gestiegenen Kupferpreis: Täter bauten zunehmend Kabel aus und transportierten sie ab. Ganze Module zu stehlen, sei dagegen wegen gesunkener Modulpreise und des höheren Aufwands weniger attraktiv geworden.
Wie hoch der Kupferpreis im Laufe des Jahres lag, beschrieb agrarheute.com am 17. Juni 2026: Seit etwa einem Monat habe er sich auf einem Rekordniveau von rund 11.800 Euro je Tonne bewegt. Gegenüber dem Stand drei Monate zuvor entsprach das einem Plus von knapp 5 Prozent, gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von mehr als 40 Prozent.
Für Mecklenburg-Vorpommern führte die Energie-Chronik Zahlen des Landeskriminalamts an. Dieses registrierte 2025 insgesamt 21 Diebstähle aus Solarparks mit einem Schaden von fast 660.000 Euro. Im Jahr 2024 waren es 25 Fälle und rund 443.000 Euro Schaden, 2018 ebenfalls 25 Fälle und 321.000 Euro. Der Schaden je Diebstahl hat sich dem Bericht zufolge innerhalb von sieben Jahren mehr als verdoppelt.
Folgen für Betreiber und Schutz der Anlagen
Nach einem Bericht von rbb24 vom 17. Mai 2026 bleibt es für Betreiber häufig nicht bei Sachschäden von mehreren zehntausend Euro. Kabeldiebstähle können auch Bauarbeiten verzögern und aufwendige Sicherheitsnachrüstungen nötig machen, etwa an Zäunen sowie bei Videoüberwachung und Alarmtechnik. Ermittler gehen demnach bei solchen Taten seit Jahren vielfach von professionell vorgehenden Gruppen aus, die gezielt große Mengen an Technik und Material abtransportieren.
Laut Energie-Chronik rät das Landeskriminalamt Betreibern, Zufahrten durch ein massives Tor und zusätzliche mechanische Barrieren zu schützen. Dafür kommen etwa Schranken, Hubbalken oder Stahlpfosten infrage. Zäune sollten mehr Widerstand bieten als Maschendraht. Für größere Anlagen empfiehlt das Amt, elektronische Diebstahlsicherungen in Betracht zu ziehen. Module und Wechselrichter sollten außerdem so gekennzeichnet werden, dass ihre Eigentümer erkennbar sind.







