Polizei verstärkt nach Auto-Angriff ihre Präsenz in Neustadt am Rübenberge

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Nach dem Angriff auf eine Menschengruppe setzt die Polizei in Neustadt am Rübenberge bei Hannover auf zusätzliche Streifen und Kontrollen. Bei der Tat wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Der 36-jährige Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft.

Streifen und Kontrollen sollen Sicherheit geben

In der Innenstadt sollen Beamte zu Fuß patrouillieren, in den Wohngebieten mit Streifenwagen. Die Polizei kündigte an, insbesondere abends und nachts unterwegs zu sein und auch Personen sowie Fahrzeuge zu kontrollieren. Wie lange sie verstärkt sichtbar bleibt, soll sich nach der Lage richten.

Die Leiterin der Polizeiinspektion Garbsen, Ilka Kreye, erklärte, die zusätzlichen Streifen seien kein Hinweis auf eine neue Gefahr. Vielmehr gehe es um Vorbeugung und darum, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken. "Wer meint, Konflikte in Neustadt mit Gewalt austragen zu können, soll wissen: Wir sind hier, um denen entgegenzutreten, die Gewalt suchen, und um all jene zu schützen, die ein friedliches Miteinander wünschen." Auch die angekündigten Kontrollen seien kein Anlass zur Beunruhigung, betonte Kreye: "Jede Kontrolle ist ein Beitrag zur Gewährleistung der Sicherheit in Neustadt".

Wie NDR Niedersachsen berichtete, war die Polizei nach der Tat auch an den Wohnorten verfeindeter Großfamilien aus Neustadt verstärkt präsent. Diesen Familien sollen Opfer und mutmaßliche Täter angehören. Nach Angaben der Behörden blieb die Nacht zu Mittwoch ruhig.

Fahrer lenkte den Wagen zweimal in die Gruppe

Der Angriff ereignete sich am Montagabend gegen 23.30 Uhr auf der Mecklenhorster Straße. Nach Polizeiangaben fuhr ein blauer BMW dort gezielt in eine kleine Menschengruppe. Mindestens fünf Menschen erlitten leichte bis schwere Verletzungen.

Den Ermittlungen zufolge setzte der Fahrer anschließend zurück und lenkte den Wagen erneut in die Gruppe. Beamte, die unmittelbar in der Nähe eine allgemeine Verkehrskontrolle durchführten, stoppten die zweite Attacke mit Schüssen auf das Auto. Der Fahrer flüchtete zu Fuß und ließ den BMW zurück. Später wurde das Fahrzeug abgeschleppt und die Straße wieder für den Verkehr geöffnet.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) bezeichnete die Tat als "schockierend". Dass Schlimmeres verhindert worden sei, sei ausschließlich dem schnellen Eingreifen der Polizei zu verdanken. Sie betonte zudem: "Clankriminalität ist kein bloßes Großstadtphänomen".

Ermittlungen wegen versuchten Totschlags

Am Dienstag nahm die Polizei den 36-jährigen Beschuldigten in Neustadt am Rübenberge fest. Nach Angaben von tagesschau.de leistete er dabei keinen Widerstand. Am Mittwochabend folgte der Haftbefehl; der Mann mit deutscher und libanesischer Staatsangehörigkeit sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Er äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in fünf Fällen.

Eine frühere Mitteilung über drei vorläufige Festnahmen nahm die Polizei zurück. Im Zuge der Fahndung habe es lediglich eine allgemeine Personenkontrolle gegeben. Die fehlerhafte Meldung gehe auf einen "internen Übermittlungsfehler" zurück und habe nichts mit der Festnahme des Beschuldigten zu tun.

Hinweise auf Konflikte zwischen Großfamilien

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand kannten sich die Beteiligten. Die Polizei ordnet sie Großfamilien zu, "die in Teilen bereits im Zusammenhang mit Clankriminalität polizeilich in Erscheinung getreten sind". Einen Anschlag nimmt die Polizei nicht an; für die übrige Bevölkerung sah sie keine Gefahr.

Ein von tagesschau.de zitierter Lokalreporter berichtete von Konflikten zwischen Großfamilien in Neustadt, die seit rund zehn Jahren bestünden. Ein Bericht der "Bild" aus dem Jahr 2023 schilderte eine Auseinandersetzung mit 40 Beteiligten im April desselben Jahres. Demnach soll es außerdem im Dezember 2021 eine Massenschlägerei mit 25 Männern am Schützenplatz sowie im April 2018 einen Angriff in einem Eiscafé gegeben haben.

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