Schiffsverkehr in Straße von Hormus auf Tiefststand seit Mai
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nach einer Serie gegenseitiger Angriffe zwischen den USA und Iran auf den niedrigsten Stand seit Mai gesunken. In den vergangenen zehn Tagen durchquerten durchschnittlich nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die strategisch wichtige Meerenge, wie aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht. Unter normalen Bedingungen passieren etwa 88 Handelsschiffe täglich die Route.
Am Samstag fuhren lediglich zwei Schiffe durch die Meerenge, am Sonntag waren es sechs. Ein Tanker aus Saudi-Arabien musste beim Versuch, die nur 21 Seemeilen breite Passage zu verlassen, umkehren, wie LSEG-Daten zeigen. Die engen Schifffahrtskorridore sind jeweils nur etwa zwei Meilen breit und durch eine Pufferzone getrennt.
Geplante Sperrzone verschärft Lage
Iran will nach Medienberichten nahe der Straße von Hormus eine Sperrzone einrichten.
In den kommenden Tagen wird eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus verkündet. Diese Zone beginnt an der Blockadelinie der US-Marine und umfasst Gebiete des Persischen Golfs. Jedes Schiff, das in diese neue Zone einfährt, wird auf eine Sanktionsliste gesetzt.
sagte der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resaei, im iranischen Staatsfernsehen.
Die Meerenge ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt: Etwa 25 Prozent des globalen Seehandels mit Öl und rund 20 Prozent des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) führen durch diese Passage. Im Jahr 2025 passierten täglich fast 15 Millionen Barrel Rohöl die Wasserstraße.
Asiatische Länder besonders betroffen
Asiatische Staaten sind von der Blockade besonders stark betroffen, da sie etwa 89 Prozent der Rohöl- und Kondensatströme durch die Straße von Hormus beziehen. China allein macht 37,7 Prozent der Gesamtmenge aus, gefolgt von Indien mit 14,7 Prozent, Südkorea mit 12 Prozent und Japan mit 10,9 Prozent. Auf der Exportseite entfallen 37,2 Prozent der Öllieferungen auf Saudi-Arabien, 22,8 Prozent auf den Irak und 12,9 Prozent auf die Vereinigten Arabischen Emirate.
Die Kriegsrisikoprämien für Schiffe sind dramatisch gestiegen. Während Reeder vor dem Konflikt etwa 0,25 Prozent des Schiffswerts als Versicherungsprämie zahlten, liegen die Kosten mittlerweile bei 7,5 bis 10 Prozent. Für einen Tanker im Wert von 100 Millionen Dollar bedeutet dies eine Steigerung von rund 250.000 Dollar auf bis zu 10 Millionen Dollar pro Durchfahrt.
Ölpreise steigen deutlich
Die Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte sind erheblich. Der Preis für Brent-Rohöl erreichte Anfang September etwa 96 bis 99 Dollar pro Barrel – ein Anstieg von rund 47 bis 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Der Konflikt zwischen den USA und Iran begann am 28. Februar 2026 mit US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf Iran im Rahmen der Operation Epic Fury. Nach mehr als sechs Monaten Kampfhandlungen ist die Straße von Hormus Schauplatz zahlreicher Gefechte geworden. Teheran hat die Meerenge weitgehend blockiert, im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen.
Eine im Juni 2026 unterzeichnete Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges scheiterte bereits am 8. Juli, als Iran die Angriffe auf Handelsschiffe wieder aufnahm. Seitdem haben sich die Spannungen in der Region weiter verschärft.






