Energiegenossenschaft Kappel erreicht Platz drei beim Zukunftspreis Deutsche Energie

lake-b82a595f-bbad-4931-8d2a-3f74242e1fa9-0.webp

Die Energiegenossenschaft Kappel aus dem Hunsrück ist beim Zukunftspreis Deutsche Energie in der Kategorie "Unternehmen" Dritte geworden. Verliehen wurde die Auszeichnung am 7. Oktober 2026 bei der 2. Berliner Konferenz für Bürgerlichen Klimaschutz. Die Genossenschaft sieht darin eine Bestätigung i…

120 Gebäude am Kappeler Wärmenetz

Wie weit die gemeinschaftliche Wärmeversorgung in Kappel reicht, zeigen Zahlen des Netzwerks LaNEG e.V. vom April 2025: In dem Ort mit 432 Einwohnern versorgt das etwa fünf Kilometer lange Nahwärmenetz 120 Gebäude. Angeschlossen sind mehr als drei Viertel der bewohnbaren Häuser sowie sämtliche Einrichtungen der Gemeinde, ein Geflügelhof und die Kirche. LaNEG beziffert die jährliche CO2-Einsparung auf 650 bis 750 Tonnen.

Die Heizzentrale nahm im Dezember 2014 den Betrieb auf; 2015 waren zunächst 88 Häuser mit dem Netz verbunden. Von den insgesamt 2,1 Millionen Euro Investitionskosten deckten die Genossenschaftsmitglieder 200.000 Euro durch Eigenleistungen ab. Für den reibungslosen Betrieb der Heizzentrale sorgen Uli Bauer und Hans-Joachim Braun.

Wärme aus Holz und einer Biogasanlage

Zur Wärmeversorgung gehört nach Angaben von LaNEG die Abwärme der Biogasanlage der Bio-Energie-Hunsrück. Sie gelangt über Wärmetauscher in das Netz. Den Spitzenbedarf im Winter decken zwei Hackgut-Kessel mit einer Leistung von jeweils 500 Kilowatt. Verarbeitet wird Holz aus den Wäldern Kappels und der Nachbargemeinden.

Um Wärmeerzeugung und Verbrauch auszugleichen, stehen zwei doppelt isolierte Pufferspeicher bereit. Jeder fasst 25.000 Liter.

Überschüsse finanzieren auch eine Solaranlage

LaNEG beschreibt die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft als stabil: Sie erzielt jährlich einen Überschuss und hat ihren Mitgliedern bereits zweimal eine genossenschaftliche Rückvergütung ausgezahlt.

Einnahmen aus dem Wärmeverkauf flossen außerdem in eine Photovoltaikanlage mit 75 kWp Leistung. Die Module befinden sich auf den Dächern des Hackschnitzellagers und der Heizzentrale.

Erstmals vergeben: Preisgeld für neun Organisationen

Hinter dem 2026 erstmals vergebenen Zukunftspreis Deutsche Energie steht der gemeinnützige Bonner Verein Heimatwurzeln e.V. Nach dessen Angaben bewarben sich mehr als 40 Organisationen; neun davon kamen in die engere Auswahl. Alle neun Nominierten erhielten jeweils 2.000 Euro. Für die Sieger in den drei Kategorien kamen jeweils weitere 5.000 Euro hinzu.

Die Auszeichnungen übergab Bertram Fleck. Der frühere Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises hat selbst erfolgreiche Energieprojekte initiiert.

In der Unternehmenskategorie setzte sich die FTM-Service GmbH aus Linthe in Brandenburg an die Spitze. Der Kfz-Meisterbetrieb ist auf Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge spezialisiert. Nach eigenen Angaben spart er durch eine Umrüstung pro Jahr rund 42 Tonnen CO2 sowie etwa 30.000 Euro Energiekosten.

#Energiewende
← Zurück zu Energie

Weitere Meldungen