Puma rutscht trotz höherer Marge im dritten Quartal in die Verlustzone

lake-a0165008-4557-4dc0-8969-568aaa361ad0-0.webp

Puma hat im dritten Quartal 2026 rund 1,78 Milliarden Euro umgesetzt, währungsbereinigt 6,3 % weniger als ein Jahr zuvor. Während Asien/Pazifik zweistellig zulegte und die Rohertragsmarge stieg, belasteten hohe Kosten sowie Umsatzrückgänge in Europa und Nordamerika das Ergebnis.

Operativer Verlust trotz niedrigerer Beschaffungskosten

Das berichtete operative Ergebnis (EBIT) fiel von einem Gewinn von 16,2 Mio. € im Vorjahresquartal auf einen Verlust von 11,4 Mio. €. Die EBIT-Marge verschlechterte sich damit von 0,9 % auf -0,6 %. Auch ohne Einmaleffekte blieb vom operativen Ergebnis nur wenig übrig: Das bereinigte EBIT betrug 0,4 Mio. €, nach 26,3 Mio. € im dritten Quartal 2025.

Die Einmaleffekte belasteten das Ergebnis mit 11,7 Mio. €. Sie betrafen vor allem Personal- und Beratungskosten für das Kosteneffizienzprogramm. Laut ARIVA.DE kommen Analysten zu unterschiedlichen Einschätzungen der Lage.

Bei der Rohertragsmarge meldete Puma dagegen eine Verbesserung um rund 420 Basispunkte auf 49,5 %; im Vorjahresquartal hatte sie bei 45,4 % gelegen. Nach Unternehmensangaben waren niedrigere Beschaffungskosten dafür maßgeblich. Allein Zollrückerstattungen von 29,8 Mio. € trugen rund 170 Basispunkte zum Anstieg bei. Auch ein günstigerer Vertriebskanalmix, positive Währungseffekte und niedrigere Frachtkosten halfen. Der Produktmix wirkte hingegen belastend.

Asien wächst, Nordamerika verliert deutlich

In Asien/Pazifik erreichte Puma einen Umsatz von 394,6 Mio. €, ein währungsbereinigtes Plus von 10,0 %. Zu den Wachstumstreibern gehörten Low-Profile-Sneaker und der Speedcat. Innerhalb der Region entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich: Großchina legte währungsbereinigt um 3,5 % zu, getragen vom Direktvertrieb an Endkunden (DTC). Im übrigen Asien/Pazifik betrug das Plus 13,0 %. Dort stützten laut Puma ein starkes Großhandelsgeschäft, die Nachfrage nach Low-Profile-Modellen und das Wachstum von HYROX.

Dem standen deutliche Einbußen in Europa und Nordamerika gegenüber. Für EMEA meldete Puma einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 11,5 % auf 801,2 Mio. €. In der Region Amerika sank der Umsatz währungsbereinigt um 8,1 % auf 580,4 Mio. €. Dabei ging das Geschäft in Nordamerika um 17,2 % zurück, während Lateinamerika um 1,4 % wuchs, jeweils ohne Währungseffekte.

Auch nach Vertriebskanälen zeigte sich ein geteiltes Bild. Der konzernweite Großhandelsumsatz schrumpfte währungsbereinigt um 9,6 % auf 1.187,9 Mio. €. Der Direktvertrieb an Endkunden wuchs dagegen währungsbereinigt um 1,2 % und erreichte 588,3 Mio. €, nach 570,0 Mio. € ein Jahr zuvor. Sein Anteil am Gesamtumsatz erhöhte sich von 30,5 % auf 33,1 %.

Im Direktvertrieb glich das Onlinegeschäft die schwächere Entwicklung der eigenen Läden mehr als aus: Der E-Commerce-Umsatz stieg währungsbereinigt um 7,8 %, während die eigenen Einzelhandelsgeschäfte einen Rückgang von 2,3 % verzeichneten.

Weniger Vorräte und positiver freier Cashflow

Zum 30. September 2026 beliefen sich die Vorräte auf 1.608,9 Mio. €. Damit lagen sie 24,3 % unter dem Vorjahreswert von 2.124,1 Mio. €. Den Rückgang führte Puma hauptsächlich auf geringere Beschaffungsvolumina zurück.

Der freie Cashflow wechselte im dritten Quartal von -43,0 Mio. € im Vorjahr auf 92,0 Mio. €. Dazu trugen nach Angaben des Unternehmens ein verbessertes Working Capital, niedrigere Steuerzahlungen und geringere Investitionen bei.

Engere Verlustprognose und geringere Investitionen

Mit der Aktualisierung des Jahresausblicks am 30. Oktober 2026 engte Puma die erwartete EBIT-Spanne für 2026 auf -80 Mio. € bis -130 Mio. € ein. Zuvor hatte das Unternehmen mit -50 Mio. € bis -150 Mio. € gerechnet.

Die geplanten Investitionen (CAPEX) sollen nun unter 150 Mio. € bleiben statt bei rund 200 Mio. € zu liegen. Unverändert erwartet Puma für das Gesamtjahr einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Wechsel im Aufsichtsrat und Verstärkung im Vorstand

ANTA Sports wurde im Oktober 2026 zum größten Aktionär von Puma. Am 21. Oktober rückten Dennis Tao und Jeanne Huang für Héloïse Temple-Boyer und Jean-Marc Duplaix in den Aufsichtsrat nach. Das Gremium wählte Tao zum Vorsitzenden. Roland Krüger übernahm den stellvertretenden Vorsitz sowie die Leitung des Prüfungsausschusses.

Für den Vorstand hat Puma Arne Arens mit Wirkung zum 15. November 2026 zum Chief Commercial Officer (CCO) ernannt. Er soll die globale Vertriebsorganisation und die Marktplatzstrategie verantworten. Nach Unternehmensangaben verfügt Arens über mehr als 25 Jahre internationale Führungserfahrung, darunter in leitenden Positionen bei Nike, The North Face und Boardriders.

#Handelskonflikt
← Zurück zu Unternehmen

Weitere Meldungen