Puma meldet Quartalsverlust und baut Vorräte deutlich ab

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Puma hat im dritten Quartal 2026 bei rückläufigen Umsätzen einen Nettoverlust von 54,9 Millionen Euro verbucht. An der Börse überwogen dennoch die positiven Signale: Die Lagerbestände sanken deutlich, die Rohertragsmarge verbesserte sich und der freie Cashflow fiel wieder positiv aus.

Umsatz über den Erwartungen, operatives Ergebnis im Minus

Nach den am 30. Oktober vorgelegten Zahlen setzte Puma im dritten Quartal 2026 insgesamt 1.776,2 Millionen Euro um. Das waren währungsbereinigt 6,3 Prozent und auf berichteter Basis 5,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die von Reuters genannte durchschnittliche Analystenprognose von 1,75 Milliarden Euro übertraf der Sportartikelhersteller damit.

Beim operativen Ergebnis rutschte Puma dagegen in die Verlustzone: Nach einem EBIT von plus 16,2 Millionen Euro im Vorjahresquartal standen nun minus 11,4 Millionen Euro. Zollrückerstattungen verbesserten das Ergebnis um 29,8 Millionen Euro; zugleich belasteten Einmaleffekte aus dem Kosteneffizienzprogramm mit 11,7 Millionen Euro. Das um Einmaleffekte bereinigte EBIT betrug 0,4 Millionen Euro, verglichen mit 26,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Die Rohertragsmarge erreichte 49,5 Prozent nach 45,4 Prozent im Vorjahr. Von dem Anstieg um rund 420 Basispunkte entfielen etwa 170 Basispunkte auf die Zollrückerstattungen. Hinzu kamen niedrigere Beschaffungskosten, eine günstigere Zusammensetzung der Vertriebskanäle, positive Währungseffekte und geringere Frachtkosten.

Weniger Vorräte und positiver Cashflow stützen die Aktie

Zum 30. September 2026 beliefen sich die Vorräte auf 1.608,9 Millionen Euro, nach 2.124,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Rückgang betrug auf berichteter Basis 24,3 Prozent und währungsbereinigt 25,5 Prozent. Hauptgrund war, dass Puma weniger Waren beschaffte. Das Working Capital sank um 24,4 Prozent auf 1.454,9 Millionen Euro.

Beim freien Cashflow wechselte Puma von einem Mittelabfluss von 43,0 Millionen Euro im Vorjahresquartal zu einem Zufluss von 92,0 Millionen Euro. Dazu trugen laut Unternehmen das verbesserte Working Capital, geringere Steuerzahlungen und niedrigere Investitionen bei. Die Investitionen lagen bei 29,9 Millionen Euro nach 45,1 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Puma-Aktie gewann laut Reuters am 30. Oktober bis 09:00 Uhr GMT rund 8 Prozent und steuerte damit auf ihren besten Handelstag seit Februar zu. Die Kursanzeige bei Ariva wies einen Stand von 26,62 Euro und ein Plus von 5,59 Prozent aus.

Nach Einschätzung von Jefferies lagen die Lagerbestände bereits unter dem für das Jahresende erwarteten Zielniveau. UBS bezeichnete die Ergebnisse als beruhigend. Die Deutsche Bank forderte hingegen mehr Klarheit zur Prognose für 2027 und zum mittelfristigen Ausblick.

Großhandel schwach, Asien und Direktvertrieb wachsen

Die Umsatzschwäche ging vor allem vom Großhandel in Europa und Nordamerika aus. Insgesamt nahm das Großhandelsgeschäft währungsbereinigt um 9,6 Prozent auf 1.187,9 Millionen Euro ab. Der Direktvertrieb an Endkunden, das sogenannte Direct-to-Consumer-Geschäft, legte dagegen um 1,2 Prozent auf 588,3 Millionen Euro zu. Im E-Commerce betrug das Wachstum 7,8 Prozent. Damit erhöhte sich der Anteil des Direktvertriebs am Gesamtumsatz von 30,5 auf 33,1 Prozent.

Auch zwischen den Regionen gab es deutliche Unterschiede. In EMEA sank der Umsatz währungsbereinigt um 11,5 Prozent auf 801,2 Millionen Euro. Die Region Amerika verzeichnete ein Minus von 8,1 Prozent auf 580,4 Millionen Euro; in Nordamerika allein betrug der Rückgang 17,2 Prozent. Asien/Pazifik steigerte den Umsatz hingegen währungsbereinigt um 10,0 Prozent auf 394,6 Millionen Euro. In Großchina lag das Plus bei 3,5 Prozent.

Anta Sports übernimmt größte Beteiligung

Seit Oktober 2026 ist der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports größter Aktionär von Puma. Für rund 29 Prozent der Anteile zahlte Anta der Familie Pinault 1,5 Milliarden Euro. Am 21. Oktober wurden Dennis Tao und Jeanne Huang in den Aufsichtsrat berufen; Tao übernahm dessen Vorsitz.

Nach der Ankündigung der Beteiligung zeigten sich Handelspartner in China bei ihrer Nachfrage zurückhaltender.

Engere Verlustprognose und geringere Investitionen

Mit den Quartalszahlen aktualisierte Puma am 30. Oktober auch den Ausblick für 2026. Für das EBIT erwartet der Konzern nun eine engere Spanne von minus 80 bis minus 130 Millionen Euro. Zuvor hatte die Prognose zwischen minus 50 und minus 150 Millionen Euro gelegen. Unverändert rechnet Puma mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die geplanten Investitionen sollen unter 150 Millionen Euro bleiben, statt wie bisher vorgesehen bei rund 200 Millionen Euro zu liegen. Vorstandschef Arthur Höld strebt trotz des komplexen Konzernumbaus und der Stellenstreichungen bis 2027 die Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum an.

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