Klimaschutz: Auch die Zusagen reichen nicht für zwei Grad
Nach Einschätzung der Vereinten Nationen steuert die Erde auf eine Erwärmung um 2,8 Grad zu. Damit droht auch das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens unerreichbar zu werden. Die Abkehr der USA von ihren Klimazielen erklärt etwa die Hälfte der Verschlechterung der Prognose. Besser als erwartet entwickelt sich dagegen der Ausbau erneuerbarer Energien: Weltweit erfolgt er siebenmal so schnell wie 2015 vorausgesagt.
Wie stark die Erwärmung ausfällt, hängt auch davon ab, ob Staaten ihre Zusagen einhalten. Der am 21. Oktober veröffentlichte UNEP-Emissions-Gap-Report 2026 mit dem Titel "The Point of Return" beziffert die Erwärmung bis 2100 bei vollständiger Umsetzung aller nationalen Klimazusagen, der sogenannten NDCs, auf rund 2,6 Grad Celsius. Werden darüber hinaus die zusätzlichen Netto-Null-Ziele erreicht, wären es im optimistischsten Szenario rund 2,1 Grad. Die Szenarien erläutert die niederländische Umweltagentur PBL.
Um die Überschreitung der 1,5-Grad-Marke so gering wie möglich zu halten, müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen gegenüber 2025 deutlich zurückgehen: bis 2030 um 18 Prozent, bis 2035 um 45 Prozent und bis 2040 um 69 Prozent. Zusätzlich müssten im Laufe dieses Jahrhunderts rund 320 Gigatonnen CO2 aus der Atmosphäre entfernt und dauerhaft gespeichert werden. Diese Menge entspricht acht Jahren der globalen CO2-Emissionen auf dem Stand von 2024.
Frankreich: Verletzte, Festnahmen und Schäden an Geschäften
In Frankreich sind nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober rund 2500 Menschen festgenommen worden. Nach Behördenangaben stellen Migranten unter den Tätern keine Mehrheit. Das Innenministerium meldete für das Wochenende des 17./18. Oktober außerdem 997 verletzte Polizisten und andere Sicherheitskräfte, darunter sieben Schwerverletzte.
Das Ausmaß der Zerstörungen zeigt sich unter anderem in Limoges: Dort wurde das 143 Jahre alte historische Rathaus durch einen Brandanschlag weitgehend zerstört. Carrefour meldete Schäden an 50 Filialen sowie 20 geplünderte Filialen. Nach einer Schätzung der französischen Industrie- und Handelskammer könnten landesweit mehr als 2000 Geschäfte betroffen sein, berichtet die Deutsche Welle. Vorläufige Schätzungen beziffern den Gesamtschaden auf mehr als mehrere hundert Millionen Euro. Für betroffene Händler bietet die Regierung zinslose Notkredite an.
Innenminister Laurent Nuñez bot seinen Rücktritt an. Präsident Emmanuel Macron nahm ihn nicht an, sondern beauftragte Nuñez damit, Fehler in der Vorbereitung der Polizeieinsätze aufzuklären. Ministerpräsident Sébastien Lecornu kündigte örtlich begrenzte Ausgangssperren an; eine Ausgangssperre für ganz Paris schloss er aus. In Marseille galt für Montag von 12 bis 20 Uhr ein Verbot öffentlicher Versammlungen.
Begonnen hatte die Protestbewegung im September 2026 mit dem Widerstand gegen Lehrermangel an Schulen in Arbeitervierteln. Mittlerweile richten sich die Proteste auch gegen höhere Lebenshaltungskosten und soziale Ungleichheit.
PHP: Zwei kritische Schwachstellen und aktualisierte Versionen
Zwei Sicherheitslücken in PHP gefährden weltweit Webseiten. Die Programmiersprache wird für zahlreiche Internetangebote eingesetzt, darunter Blogs, große Nachrichtenportale, Onlineshops und Content-Management-Systeme wie WordPress.
Unter dem gemeinsamen Namen "php2shell" werden die Schwachstellen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 geführt. Ihre CVSS-Bewertung von 9,2 stuft sie als kritisch ein. Sicherheitsforschern zufolge ermöglichen sie es, ohne vorherige Anmeldung aus der Ferne Code auszuführen. Das PHP-Team gibt an, dass sämtliche Versionen seit PHP 5 betroffen sind, wie heise online berichtet.
Wegen eines Leaks wurden die Sicherheitslücken bereits am 21. Oktober 2026 veröffentlicht, einen Tag vor dem ursprünglich vorgesehenen Termin. Die aktualisierten PHP-Versionen heißen 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35.
AfD-Leak: Mails bis zurück zur Parteigründung
Eine erste Auswertung geleakter AfD-Mails durch die Süddeutsche Zeitung umfasst Nachrichten, die bis ins Gründungsjahr der Partei 2013 zurückreichen. Neben der alltäglichen Organisation der Partei dokumentieren die Mails auch interne Skandale und Extremismusvorfälle.
Kreml stellt Gespräche im November in Aussicht
Russlands Präsident Putin hat dem US-Gesandten Witkoff nach Angaben von Kreml-Berater Uschakow Gespräche mit den USA und der Ukraine zugesagt. Uschakow äußerte sich nach einem Treffen in St. Petersburg. Seinen Angaben zufolge könnten neue Verhandlungen im November beginnen.
Putin verkündete außerdem die Freilassung des US-Amerikaners Stephen Hubbard. Dieser war 2024 zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.
Schufa-Auskunft: BGH erläutert Voraussetzungen
Betroffene können von der Schufa Informationen darüber verlangen, wie ihr Bonitäts-Score zustande kommt, wenn ein abgelehnter Kredit mutmaßlich darauf beruht. Ein neues Gesetz erleichtert die rechtliche Durchsetzung einer solchen Auskunft. Der Bundesgerichtshof hat nun präzisiert, unter welchen Voraussetzungen ein Anspruch besteht.
Am 21. Oktober 2026 hob der BGH in vier Verfahren mit den Aktenzeichen I ZR 227/25 bis I ZR 230/25 die Urteile des Oberlandesgerichts Dresden zur Schufa-Auskunftspflicht auf. Die Fälle müssen dort erneut verhandelt werden. Das teilte der BGH in seiner Pressemitteilung mit.
Für einen Auskunftsanspruch nach Art. 15 Abs. 1 Buchst. h DSGVO muss die betroffene Person einer automatisierten Entscheidung unterliegen, für die der übermittelte Scorewert maßgeblich ist. Grundsätzlich müssen die Kläger die Voraussetzungen darlegen und beweisen, profitieren dabei aber von erheblichen Erleichterungen: Legen sie dar, dass die Schufa einen Scorewert an ein Unternehmen übermittelt hat und kurz darauf eine nachteilige Entscheidung fiel, spricht eine tatsächliche Vermutung dafür, dass der Score dafür maßgeblich war.
"Emma" endet im Dezember, das Archiv soll nach Marbach
Alice Schwarzer stellt das feministische Magazin "Emma" ein. Die letzte Ausgabe ist für den 8. Dezember 2026 angekündigt. Damit endet die Veröffentlichung nach 50 Jahren und 398 Ausgaben. Erstmals erschienen war das Magazin am 26. Januar 1977.
"Emma" war Deutschlands erstes und lange Zeit einziges feministisches Magazin und blieb stets unabhängig. Wirtschaftliche Gründe seien für die Einstellung nicht ausschlaggebend, betonte Herausgeberin Schwarzer. Zwar gehe die Auflage zurück, doch die Einnahmen deckten weiterhin die Ausgaben. Zudem sei ein finanzielles Polster vorhanden.
Das komplette Archiv soll das Deutsche Literaturarchiv Marbach übernehmen. Ab 2029 soll es dort für Interessierte und Forschende zugänglich sein, berichtet tagesschau.de.
Weitere Meldungen
Eine australische Politikerin hat nach einem Angriff beide Beine verloren. Wegen Betrugsfällen ermittelt die EU gegen Booking.com. US-Präsident Trump plant, den Presseraum im Weißen Haus in einen Pool umzubauen.







