Magnete gelangten offenbar erst im Haushalt an das Bonbon
Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden kleinen Magnete in Appenheim im Kreis Mainz-Bingen versehentlich im Haushalt der Familie an das Bonbon gerieten. Das Polizeipräsidium Mainz erklärte, die Süßigkeit sei nicht manipuliert worden.
Nach Vermutung der Polizei hatte die Mutter zuvor auf Instagram ein Video mit einer Warnung vor manipulierten Halloween-Süßigkeiten gesehen. Anschließend verbreitete sie es selbst weiter. Damit habe sie zur Verunsicherung anderer beigetragen, so die Einschätzung der Beamten.
Die Polizei hätte es für sinnvoller gehalten, ihr das Video zunächst zur Prüfung zu übermitteln. Wer auf eine solche Gefahrenwarnung stößt, sollte die nächstgelegene Dienststelle anrufen, statt sie ungeprüft zu teilen. Die Beamten könnten meist rasch beurteilen, wie ein Hinweis einzuordnen sei.
Ermittlungen nach Nagelfund in Mackenbach
In Mackenbach im Kreis Kaiserslautern fand dagegen ein Neunjähriger tatsächlich einen Metallnagel in einer Fruchtgummistange. Er bemerkte ihn am Halloweenabend, als er in die Süßigkeit biss. Verletzt wurde der Junge nicht.
Die Polizei prüft den Verdacht einer versuchten gefährlichen Körperverletzung. Bislang ist nicht bekannt, wer den Nagel in die Fruchtgummistange gesteckt hat.
Weitere Funde im Norden und in Nordrhein-Westfalen
Nach NDR-Angaben fand eine Mutter in Bremen-Walle einen Nagel in einem Schokoriegel. Eine Frau meldete in Salzgitter eine Nadel in einem Schokoriegel. In Hannover-Misburg entdeckte ein neunjähriges Mädchen jeweils eine Nadel in drei einzeln verpackten Süßigkeiten: einem Schokoriegel und zwei Kaubonbons. In diesen Fällen ermittelt die Polizei wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Nicht ohne Weiteres dem Halloween-Sammeln zuzuordnen ist ein Fund in Garbsen bei Hannover. Dort berichtete eine Frau laut Volksstimme von einer Nähnadel in einem Schokoriegel, den sie nach eigener Aussage am Freitag bei einem Lebensmittelhändler gekauft hatte. Weder an der Verpackung noch am Riegel waren Hinweise auf eine Manipulation erkennbar.
Aus Schleswig-Holstein berichtet der Tagesspiegel von Funden in Holm im Kreis Pinneberg und auf Fehmarn. In Holm bemerkten Eltern zunächst einen etwa 3,5 Zentimeter langen Nagel in einem Kaubonbon und fanden anschließend weitere präparierte Bonbons. Auf Fehmarn stieß eine Elfjährige in einem Schokoriegel auf eine drei Zentimeter lange Nähnadel. Die Kinder berichteten außerdem, Weingummis hätten nach Waschmittel geschmeckt.
In Essen waren zwei Familien aus unterschiedlichen Stadtteilen betroffen: In den an Haustüren gesammelten Süßigkeiten ihrer Kinder fanden sich Nadeln in Schokoriegeln und einer Tüte Weingummi. Laut Tagesspiegel hielt ein Polizeisprecher es für nahezu ausgeschlossen, dass dieselbe Person für beide Fälle verantwortlich ist.
Nadeln und Schrauben in Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern
Bei einem Fund im Stadtteil Wintzingerode von Leinefelde-Worbis im thüringischen Landkreis Eichsfeld nimmt die Polizei an, dass Süßigkeiten absichtlich mit Nadeln versehen wurden. In Herbsleben im Unstrut-Hainich-Kreis wurde ebenfalls eine Nadel gefunden, dort in einem Kaubonbon.
In Baden-Württemberg entdeckten zwei Familien in Filderstadt im Landkreis Esslingen mehrere Nadeln in zwei Milch-Haselnuss-Schnitten. Von außen waren die Nadeln nicht zu erkennen. Aus Rielasingen-Worblingen im Landkreis Konstanz wurden metallische Fremdkörper in einzeln verpackten Waffelschnitten gemeldet. Über diese Fälle berichtete der Tagesspiegel.
In Bayern betrafen die Funde unter anderem Landshut: Dort steckten Schrauben in gesammelten Kaubonbons und Schokoriegeln. Im Westen Nürnbergs und in Neuburg bemerkten Kinder beim Auspacken von Schokoriegeln Nadeln. Nach den vom Tagesspiegel wiedergegebenen Angaben erkannten die Eltern die Gegenstände, bevor die Kinder die Süßigkeiten aßen. Niemand wurde verletzt.
Für Sachsen-Anhalt meldete die Polizeiinspektion Magdeburg am 2. November 2026 drei bislang bekannte Fälle vom Halloween-Wochenende. Je einer entfiel auf die Landkreise Jerichower Land, Börde und Harz. Auch dort kam niemand zu Schaden. Ob das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernehmen würde, war zunächst offen.
Auch in Linz wurden Nägel entdeckt
In Österreich fand ein Vater in Linz Nägel in den Halloween-Süßigkeiten seiner Kinder. Die Polizei des Bundeslandes Oberösterreich teilte am Montag, 2. November 2026, mit, die Kinder hätten am Samstag in einem Stadtteil verschiedene Schokoriegel und Kaubonbons gesammelt.
Die Nägel waren etwa einen Zentimeter lang. Teilweise ließen sie sich von außen nicht erkennen.
Zusammenhang mit sozialen Medien bleibt unklar
Funde dieser Art gab es bereits in früheren Jahren. So entdeckte 2025 eine Mutter in Mittelfranken in einer Süßigkeit ihrer Tochter einen zwei Zentimeter langen Nagel. Die Volksstimme bezeichnet die Häufung im November 2026 als auffällig. Ob dahinter ein Trend in sozialen Medien steht, war zunächst nicht geklärt.
Die Polizei empfiehlt Eltern, die gesammelten Süßigkeiten vor dem Essen zu kontrollieren. Verdächtige Funde sollten sie der Polizei melden.







