Ausschreitungen in Berlin und Viernheim: Molotowcocktail trifft Polizisten

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Im Berliner Märkischen Viertel haben sich am Sonntagabend, 1. November 2026, zeitweise bis zu 120 Menschen an Ausschreitungen beteiligt. Ein Brandsatz traf einen Polizisten, entzündete sich aber erst am Boden. Auch im hessischen Viernheim war die Polizei wegen randalierender Jugendlicher im Einsatz.

Zehn Festnahmen im Märkischen Viertel

Mehr als zwei Stunden dauerten die Ausschreitungen im Märkischen Viertel in Berlin-Reinickendorf nach Polizeiangaben. Unter den Beteiligten waren vor allem Jugendliche. Der Tagesspiegel berichtete von insgesamt zehn festgenommenen Jugendlichen und 80 eingesetzten Polizisten. Zu den Festgenommenen zählt laut Lagedienst auch ein 14-Jähriger, der verdächtigt wird, einen Molotowcocktail geworfen zu haben.

Am frühen Abend hatten sich zunächst etwa 30 Personen versammelt. Als die Einsatzkräfte eintrafen, entwickelte sich nach Darstellung der Polizei ein "Katz-und-Maus-Spiel" mit wechselnden Gruppen unterschiedlicher Größe. Dabei traf ein geworfener Molotowcocktail einen Beamten. Der Brandsatz entzündete sich jedoch erst, als er auf dem Boden aufschlug. Im Zusammenhang mit diesem Vorfall nahm die Polizei den 14-Jährigen fest.

Während des Einsatzes warfen Beteiligte einen weiteren Molotowcocktail sowie Steine und zündeten Pyrotechnik. Außerdem versuchten sie, einen Container auf die Fahrbahn zu bringen und in Brand zu setzen. Über die Ausschreitungen hatte zuvor der RBB berichtet.

Die Gruppen bewegten sich laut Tagesspiegel an mehreren Stellen im Viertel: auf dem Senftenberger Ring und dem Wilhelmsruher Damm, in der Märkischen Zeile sowie in der Markendorfer, Königshorster und Schorfheidestraße.

Bereits an Halloween ein größerer Polizeieinsatz

Damit musste die Polizei im Märkischen Viertel bereits am zweiten Abend in Folge zu einem größeren Einsatz ausrücken. Nach Angaben des Tagesspiegels hatten Jugendgruppen dort schon in der Halloween-Nacht am Samstag, 31. Oktober, randaliert und Molotowcocktails geworfen.

Für diese Nacht meldete die Berliner Polizei dem Bericht zufolge stadtweit 16 Festnahmen. Im Märkischen Viertel stellte die BVG den Betrieb mehrerer Buslinien zwischen 18.45 Uhr und 21.05 Uhr ein, nachdem Fahrzeuge auf dem Wilhelmsruher Damm mit Pyrotechnik und Eiern beworfen worden waren. Die Würfe kamen aus einer Gruppe von rund 60 Jugendlichen. Ein 13-jähriges Kind kam kurzzeitig in Polizeigewahrsam.

Viernheim: Böllerwürfe auf Beamte und Polizeiautos

In Viernheim im Kreis Bergstraße meldeten mehrere Anrufer am Sonntagabend Jugendliche, die auf E-Scootern durch die Innenstadt fuhren und mit Böllern um sich warfen. Nach Angaben von Polizei.news gingen die Notrufe gegen 18.20 Uhr ein; die Gruppe war rund um den Apostelplatz unterwegs. Zeugen schätzten ihre Größe unterschiedlich ein und nannten zwischen 20 und 50 Personen.

Die Polizei erhielt Unterstützung aus Mannheim und setzte auch Polizeihunde ein. Bei ihrer Ankunft vermummten sich nach Polizeiangaben einige Jugendliche. Sie warfen Böller auf die Beamten und deren Fahrzeuge. Mit Tischen und Bänken versperrten sie zudem eine Straße. Laut Polizei.news entstand diese Barrikade auf Höhe eines Cafés. In der Rathausstraße löschte die Feuerwehr eine brennende Mülltonne.

Die Einsatzkräfte lösten die Situation schließlich auf. Drei Kinder und neun Jugendliche wurden vorläufig festgenommen und zur Wache gebracht. Nach dem bisherigen Kenntnisstand wurde niemand verletzt; Meldungen über Sachschäden lagen zunächst nicht vor. Um weitere Zwischenfälle zu verhindern, blieb die Polizei bis in die Nacht vor Ort.

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