Berichte über manipulierte Süßigkeiten gaben Anlass zur Kontrolle
Hinweise auf ähnliche Funde, unter anderem in sozialen Medien, hatten die Frau veranlasst, die Süßigkeiten ihres Kindes zu überprüfen. Dabei entdeckte sie den Nagel in einem Kaubonbon. Er war der Länge nach darin verborgen, wie eine Polizeisprecherin erklärte.
Das Kind hatte das Kaubonbon am Samstag an Halloween bekommen. Am Montag meldete die Mutter ihren Fund bei der Polizei.
Weitere Funde in Thüringen
Auch aus anderen Teilen Thüringens sind manipulierte Halloween-Süßigkeiten bekannt. Ein Sprecher der Polizeiinspektion Nordhausen nannte drei Orte: Herbsleben im Unstrut-Hainich-Kreis sowie Teistungen und Wintzingerode im Landkreis Eichsfeld. Wintzingerode gehört zur Stadt Leinefelde-Worbis. Hinzu kommt ein Fall aus Umpferstedt im Landkreis Weimarer Land.
Nach Angaben des Sprechers enthielten zahlreiche Schokoriegel, Schokowaffeln und Kaubonbons Nadeln, die zwischen drei und sechs Zentimeter lang waren. In Thüringen wurde außerdem eine Nadel in einem Apfel entdeckt. Verletzte gab es durch die dort gefundenen Süßigkeiten bislang nicht.
Neunjährige in Niedersachsen verletzt
Anders verlief ein Fall in Bremervörde im niedersächsischen Landkreis Rotenburg: Ein neunjähriges Mädchen verletzte sich an der Zunge, als es in einen Schokoriegel aus seiner Halloween-Sammlung biss. Der Riegel war mit einer mindestens fünf Zentimeter langen Stecknadel präpariert. Die Polizei berichtete darüber am 2. November 2026.
In Hamburg bekam eine 13-Jährige nach Polizeiangaben beim Süßigkeitensammeln mit einer Freundin einen Schokoriegel von zwei verkleideten Personen, mutmaßlich Jugendlichen. Die beiden hätten bei der Übergabe "hämisch" gelacht. Als das Mädchen den Riegel am Sonntag auspackte, bemerkte es darin eine Nadel.
Nicht aus einer Halloween-Sammlung stammte dagegen ein Schokoriegel, in dem eine Frau in Garbsen bei Hannover eine Nähnadel fand. Nach ihren Angaben hatte sie ihn am Freitag bei Lidl gekauft. Das Unternehmen bestätigte den Vorfall und teilte mit, sich eng mit den Ermittlungsbehörden und seinem Lieferanten auszutauschen.
Meldungen aus fast allen Bundesländern
Laut dpa lagen bis zum 2. November 2026 aus sämtlichen Bundesländern mit Ausnahme des Saarlands Meldungen über manipulierte Halloween-Süßigkeiten vor. Auch aus Österreich wurden Funde bekannt.
Eine eigene Statistik zu solchen Fällen gibt es nach Auskunft des Bundeskriminalamts nicht: Sie werden weder in der Polizeilichen Kriminalstatistik noch beim BKA gesondert erfasst. Das Phänomen sei der Behörde grundsätzlich bekannt; die jeweiligen Polizeibehörden der Länder führten die Ermittlungsverfahren.
Ähnliche Vorfälle gab es bereits in früheren Jahren. So fand 2025 eine Mutter in Mittelfranken einen zwei Zentimeter langen Nagel in einer Süßigkeit ihrer Tochter. In Kiel entdeckte eine Mutter Rasierklingen in den Halloween-Süßigkeiten ihrer Kinder.
Süßigkeiten vor dem Essen prüfen
Die Polizei empfiehlt Eltern, die gesammelten Süßigkeiten vor dem Verzehr zu kontrollieren. Dabei sollten sie auf Einstichstellen, Schäden an der Verpackung und auffälligen Geruch achten. Verdächtige Süßigkeiten sollen zusammen mit der Verpackung aufbewahrt und der Polizei gemeldet werden.
Falls der Verdacht besteht, dass ein Kind eine Nadel verschluckt hat, ist nach dem Rat der Polizei sofort ärztliche Hilfe erforderlich.







